Überraschung! Es ist Dienstag! Und damit #DNIPBriefing-Tag. Heute mit einem weiteren bunten Strauss.

1️⃣ Wohl alle welche in einem Unternehmen mittlerer oder grösserer Grösse arbeiten, kennen den Begriff „KPI“ (Key Performance Indicator). Damit werden Messkriterien bezeichnet, an welchen die Mitarbeiter (und insbesondere auch die Manager) gemessen werden: Eigenkapitalrendite, Besucherzahl, …
https://dnip.ch/2026/05/19/dnip-briefing-72-kuenstlich-gut-kuenstlich-schlecht/

DNIP Briefing #72: Künstlich gut, künstlich schlecht - Das Netz ist politisch

Die Redaktion präsentiert jeden Dienstag die Geschichten, die sie bewegt, aufgerüttelt oder zum Nachdenken angeregt hat. Heute u. a. mit Abschieden von

Das Netz ist politisch
Viele dieser KPIs haben aber das Problem, dass die damit gemessenen Mitarbeiter bewusst oder unbewusst ihr Verhalten ändern, um einen möglichst guten Wert zu erhalten. Wer Hotline-Mitarbeiter daran misst, wieviele Service-Anrufe sie selbst lösen können, muss sich nicht wundern, wenn diese anschliessend Service-Anrufe auch dann als gelöst markieren, wenn das Kundenproblem nicht wirklich gelöst ist.
https://dnip.ch/2026/05/19/dnip-briefing-72-kuenstlich-gut-kuenstlich-schlecht/
DNIP Briefing #72: Künstlich gut, künstlich schlecht - Das Netz ist politisch

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Das Netz ist politisch

Im Zeitalter des KI-Hypes in Unternehmen ist es nicht mehr als naheliegend, dass die KI-Nutzung der Mitarbeitenden gemessen wird. Damit sollen diese dazu motiviert werden, möglich oft #KI während ihrer täglichen Arbeit zu nutzen.

Über #Amazon wird berichtet, verwenden Mitarbeiter KI-Tools auch zur Automatisierung von eigentlich irrelevanten oder nebensächlichen Tätigkeiten.
https://arstechnica.com/ai/2026/05/amazon-employees-are-tokenmaxxing-due-to-pressure-to-use-ai-tools/

Amazon employees are "tokenmaxxing" due to pressure to use AI tools

Workers are using an internal AI tool to automate non-essential tasks.

Ars Technica

Dabei ist ein allfälliger Mehrwert durch KI nicht vorhanden, eine Automatisierung hilft aber dabei, den eigenen KPI (d.h. die eigene KI-Nutzung) in einem besseren Licht dastehen zu lassen.

Auch Mitarbeitende anderer Unternehmen dürften sich ähnlich opportunistisch verhalten.

Es lohnt sich, dies im Hinterkopf zu behalten, wenn sich (auch schweizerische) Unternehmen gegenseitig mit der hohen Zahl von „KI-Nutzung“ überbieten wollen.
https://dnip.ch/2026/05/19/dnip-briefing-72-kuenstlich-gut-kuenstlich-schlecht/

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2️⃣ In einer Art umgekehrtem Turing-Test hat jemand vor einigen Tagen ein Bild auf X/Twitter gepostet, welches angeblich von einer KI im Stil des Künstlers Claude Monet generiert worden war.

Die Follower wurden aufgefordert, im Detail zu beschreiben, was genau dieses Bild zu einer schlechten Version echter Monet-Bilder macht.

Das Feedback war zahlreich, teilweise umfangreich und sich grundsätzlich einig: Dem gezeigten Bild fehlte es an Tiefe und Kontrast, es wirkte nicht lebendig und eine Bild-Komposition (Gestaltung, welche das Auge der Betrachtenden leitet) wurde vermisst. Ein Kommentator gab an, dass es bei ihm im Gegensatz zu via Google auffindbaren Monet-Originalen keine Emotionen auslöse und schlicht ein farbiges Hintergrund-Bild sei.

Der Clou? Es war ein echter #Monet, nicht #KI.
https://petapixel.com/2026/05/14/someone-shared-a-real-monet-painting-as-ai-and-asked-for-critiques/

Someone Shared a Real Monet Painting as AI and Asked for Critiques

Someone shared a real Monet painting as an AI image and asked for critiques as to why AI art is inferior to the real thing. Hilarity ensued.

PetaPixel

Dass als von KI wahrgenommene Bilder als "schlechter" bewertet werden als von Menschen geschaffene Werke ist wissenschaftlich bereits belegt.

Ein ähnlicher Effekt tritt auch auf, wenn man Menschen erklärt, dass ein Werk besonders aufwändig zu erstellen war: Solche Werke werden typischerweise als "besser" wahrgenommen beschrieben als vergleichbare Werke ohne eine entsprechende Einordung (ein Effekt, der nebenbei bemerkt auch in der Produktwerbung zum Einsatz kommt).
https://dnip.ch/2026/05/19/dnip-briefing-72-kuenstlich-gut-kuenstlich-schlecht/#Verfehlte-KI-Kritik

DNIP Briefing #72: Künstlich gut, künstlich schlecht - Das Netz ist politisch

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Das Netz ist politisch

3️⃣ Unter dem Druck der USA hat Iran seine Schlüsselposition an der Strasse von Hormus so richtig erkannt. Neben Durchfahrtszöllen für Schiffe sind seit letzter Woche auch Gebühren für Untersee-Glasfaserkabel im Gespräch. Die iranische Militärführung hat das auf Ex-Twitter die Forderung nach Vergütung für die Glasfaserkabel geäussert.

Laut CNN doppelte der Iran in eigenen Medienberichten nach, die Besitzer dieser Kabelmüssten sich auch an iranische Gesetze halten.
https://edition.cnn.com/2026/05/17/middleeast/iran-hormuz-undersea-cables-intl

Iran eyes a new source of power deep beneath the Strait of Hormuz

Emboldened by its blockade of the Strait of Hormuz, Iran is turning to one of the hidden arteries in the global economy: subsea cables beneath that carry vast internet and financial traffic between Europe, Asia and the Persian Gulf.

CNN
In der Strasse von Hormus liegen laut Submarine Cable Map 9 Glasfaserkabel, davon zwei Schleifenpaare. Die dortigen Kabel sind nicht nur für die genannten Grosskonzerne wichtig, sie sind auch für die Internetversorgung vieler Golf-Anrainerstaaten essenziell. Ob diese iranischen Nachbarländer den steigenden Machtanspruch der Iraner so einfach hinnehmen werden, sei dahin gestellt.
https://www.submarinecablemap.com/submarine-cable/gulf-bridge-international-cable-systemmiddle-east-north-africa-cable-system-gbicsmena
@marcel
Sie haben zugeschaut, bei der Sperrung des Transits, der für viele von ihnen kritisch für den Export über Bodenschätze ist.