RE: https://legal.social/@malteengeler/116602269912605372

Dieser Text ist nicht radikal, er ist ehrlich. Ich erlebe diese schleichende Selbstzensur in meinen Gesprächen mit NGO-Menschen und ich lese sie zwischen den Zeilen ihrer Presseerklärungen. Ich schreibe das nicht als Vorwurf. Ich schreibe das vor allem ratlos. Wir alle erleben gerade gemeinsam, wie progressive Positionen als "extrem" markiert werden. Und ich sehe praktisch keinen Widerstand. Ich sehe stummes Anpassen und Sich-Fügen.

@malteengeler
Kann leider nur zustimmen. Gerade heute durfte ich einem Stiftungsvorsitzenden dabei lauschen, wie er erklärte, dass wir nicht an Positionen festhalten sollten, die zunehmend extrem erscheinen. Mehr „Pragmatismus“, mehr „Kompromisse“, weniger „Maximalforderungen“.

Als würde das einfach so „passieren“. Rechtsruck als Naturgewalt, an die wir uns anpassen müssten. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu widersprechen.

@alineblankertz Wow. Hat diese Person schonmal vom Overton-Fenster gehört? Anscheinend nicht.
@davidculley
Ich glaube schon, und ich glaube, viele machen es sich gern in der Mitte des Fensters bequem - wo auch immer die gerade so hinwandert…

@alineblankertz Ja, sehr viele Menschen fühlen sich gut und erhaben, indem sie sich als "die Vernünftigen" definieren … als die Erwachsenen im Raum. Weder das eine Extrem noch das andere Extrem, und auch mal zu einem Kompromiss bereit.

Anders als diese "geistig Unreifen", die an objektiven Tatsachen festhalten, selbst wenn das Overton-Fenster immer weiter nach rechts ruckt, und deshalb als immer weniger kompromissbereit und als unvernünftig gelten.

Dass gerade dieser pathologische Drang, als vernünftig gesehen werden zu wollen, unvernünftig ist, erkennen sie dabei nicht. Man muss auch mal zu Prinzipien stehen und Rückgrat zeigen.