Darüber sollten wir mehr reden. Wünsche nicht nur von @detektorfm an #fediverse und #mastodon

Wunschzettel für das Fediverse
⁃ leichteres und besseres Onboarding
⁃ leichtere und bessere Migration von Accounts zwischen Instanzen (inkl. Portabilität von Accounts)
⁃ größere Benutzerfreundlichkeit
⁃ mehr Aufmerksamkeit für das Fediverse (globale Skalierung)

#2MR

Um mal die ersten drei Punkte einzeln anzugehen (Achtung @Mastodon-Nutzer, jetzt wird's extrem lang):

Leichteres und besseres Onboarding

Wie sieht denn heutzutage das Onboarding aus:

  • man erfährt von Mastodon
  • man lädt die offizielle Mastodon-App aufs Handy
  • man ignoriert die Server-Voreinstellung mastodon.social
  • Name, Paßwort, los

Was soll denn da noch mehr vereinfacht werden? Soll in Zukunft nicht nur das Fediverse (im Sinne des Gerade-eben-nicht-nur-Mastodon-Netzwerks) vor den Nutzern verschleiert werden, sondern auch die Dezentralität von Mastodon selbst? Sollen die Leute zwei Jahre lang glauben, Mastodon (bzw. das Fediverse, wenn sie von dem Begriff lesen) sei nur eine einzelne Website oder gar nur eine einzelne Handy-App?

Übrigens, falls das jemand noch nicht mitbekommen hat: Es gibt Nutzer im Fediverse außerhalb von Mastodon, die schon lange dagegen Sturm laufen, daß jedem Neuling das Fediverse als nur Mastodon dargestellt wird, weil das einfacher zu verstehen ist. Daran wiederum stören sich all diejenigen auf Mastodon, die lieber ein reines Mastodon-Fediverse hätten, weil sie zu lange an genau so ein reines Mastodon-Fediverse gewöhnt waren (das es so übrigens nie gab).

leichtere und bessere Migration von Accounts zwischen Instanzen (inkl. Portabilität von Accounts)

Die Technologie gibt's längst. Und ich rede nicht von Bluesky, das das nie unter Beweis gestellt hat.

Ich rede von nomadischer Identität, die schon 2012, fast vier Jahre vor dem Start von Mastodon, erstmals implementiert wurde. Kein grobes Konzept, kein Laborexperiment, sondern seit mehr als einem Jahrzehnt tagtäglich produktiv genutzte Technologie.

Der Hubzilla-Kanal, von dem ich hier jetzt gerade kommentiere, ist voll nomadisch. Ich könnte ihn mit allem, aber auch wirklich allem Drum und Dran auf einen anderen Hub verschieben. Ich bin aber noch weiter gegangen: Ich habe ihn geklont. Dieser Kanal existiert gleichzeitig auf zwei unabhängigen Hubs in zwei beinahe komplett identischen Instanzen, die fast in Echtzeit synchron gehalten werden. Sogar beide Male mit derselben Identität, auch wenn der weit überwiegende Teil des Fediverse das nicht wahrnehmen kann.

Seit 2024 geht nomadische Identität auf Forte sogar rein über ActivityPub.

Was allerdings bis heute nicht gelungen ist, ist, eine typische Fediverse-Serversoftware (nur ActivityPub, nicht nomadisch, Account/Login = Identität) serverseitig voll nomadisch zu machen, also auf demselben Niveau wie auf Hubzilla oder (streams) oder Forte. @silverpill hatte das mit Mitra vor, hat aber letzten Endes lieber einen Client entwickelt, der das erledigen soll.

So wird es bis auf weiteres vier riesige Hürden auf dem Weg zu dem vollnomadischen Fediverse geben, von dem längst schon geträumt worden ist:
  • Existierende, nicht nomadische Fediverse-Software vollnomadisch zu machen, bedeutet einen gigantischen Totalumbau.
  • Das ist so noch nie gemacht worden.
  • Es ist auch bis heute noch nie gelungen, mittels nomadischer Identität über ActivityPub eine Fediverse-Identität von einer Software auf eine andere zu verschieben oder zu klonen. Auch das ist ein rein theoretisches Konzept, von dem keiner weiß, ob und wie gut es funktionieren kann.
  • Selbst wenn das ginge, wird Mastodon sich mit Händen und Füßen dagegen sträuben, eine Technologie einzuführen, die ausgerechnet der Friendica- und Hubzilla-Erfinder Mike Macgirvin erfunden hat. Überhaupt baut Mastodon nur sehr ungern Dinge ein, die sie dann nicht als revolutionär neue komplette Eigenentwicklungen verkaufen können.

größere Benutzerfreundlichkeit


Und das wiederum kann nur heißen: Die existierenden Fediverse-Serveranwendungen müssen noch mehr wie die populären kommerziellen Silos aussehen und sich auch so bedienen.

Das heißt auf die Spitze getrieben: Das ganze Fediverse muß zu einem 1:1-Klon von Twitter werden. Mastodon muß die Oberfläche von Twitter nachbauen. Die offizielle Mastodon-App muß zu einem 1:1-Klon der Twitter-App werden. Und alles, was nicht Mastodon ist, muß "aus dem Fediverse ausgesperrt" werden, weil es Mastodon-Nutzer nur verwirrt.

CC für die im Thread, deren Fediverse-Anwendungen keine Konversationen unterstützen: @Kristian @samvie @candy in the wind @💀 Mirko 💀

#Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #NichtNurMastodon #Hubzilla #Streams #(streams) #Forte #NomadischeIdentität #Onboarding
Nomadic identity - Join the Fediverse

@jupiter_rowland Kurzer Einwurf / Widerspruch zu Bluesky: ATProto /hat/ die Account-Portabilität unter Beweis gestellt. Das hat jeder geübt, der von deren PDS auf die Systeme von Eurosky oder Blacksky migriert hat; das funktioniert weitestgehend reibungslos in sehr kurzer Zeit. Es ist freilich ein anderes Konzept als die portable Identität in Hubzilla. Wenn es "nur" letztere stabil über alle Fediverse-Dienste gäbe, wäre schon viel gewonnen.

@silverpill

@Kristian Es ist freilich ein anderes Konzept als die portable Identität in Hubzilla. Wenn es "nur" letztere stabil über alle Fediverse-Dienste gäbe, wäre schon viel gewonnen.
Und genau die ist nur sehr schwer einzuführen.

Als allererstes müssen dafür die Grundlagen geschaffen werden. Die Technologie gibt es, aber die gibt es nur auf Forte, und vor allem gibt es sie nicht in Form eines vollständigen Satzes von FEPs, die definieren, wie das Ganze aufgebaut zu sein hat.

Wenn es FEPs gibt, wird man das Ganze jeweils pro Serveranwendung einführen müssen.

Das fängt damit an, daß das Konzept der Identität komplett umgeschmissen werden muß. Der Account darf nicht mehr die Identität sein. Die Identität, die Beiträge, die hochgeladenen Dateien, die Verbindungen, die Filter, die Einstellungen usw. usf., das darf nicht mehr direkt im Account liegen. Denn einen Account, einen Login, kann man nicht kopieren. Die Identität mit allem Drum und Dran muß vorher containerisiert und vom Account getrennt werden, und der Account dient dann nur noch als Login, um an den Container ranzukommen.

Das Containerisieren ist auch deshalb notwendig, weil man ja irgendwann vielleicht mal von oder nach Hubzilla oder (streams) oder Forte umziehen oder klonen will. Und da sind Identitäten als sogenannte "Kanäle" containerisiert und werden es auch bleiben.

Dann wird die Serversoftware das Klonen lernen müssen. Richtig gelesen: Das Klonen kommt vorm Umziehen. Denn das Umziehen basiert auf Klonen, das ist keine komplett separate Funktion. Beim Umziehen wird immer geklont. Sagen wir, du willst von foo.social nach bar.social umziehen:
  • Lege einen Account auf bar.social an.
  • Klone deinen Kanal nach bar.social.
  • Erkläre die Instanz deines Kanals auf bar.social zur Hauptinstanz; das macht die bisherige Hauptinstanz auf foo.social zum Klon.
  • Warte, bis die Umstellung der Hauptinstanz und die Änderung deiner Identität (die endet jetzt nicht mehr auf @foo.social, sondern auf @bar.social) sich überall ausgewirkt hat, wo sie soll.
  • Synchronisiere zur Sicherheit noch einmal nach.
  • Lösche die Instanz deines Kanals auf foo.social.
  • Wenn du auf deinem Account auf foo.social keine weiteren Kanäle hast, lösche den ganzen Account.
  • Auf Hubzilla, (streams) und Forte läuft das bis auf den ersten Schritt vollautomatisch so ab. Das heißt, du legst dir einen Account an und sagst dann, du willst in diesen neuen Account einen existierenden Kanal reinklonen oder wahlweise umziehen.

    Problem: Damit es alleine hierfür die notwendigen FEPs gibt, wird irgendein Entwickler seine Serversoftware erstmal funktionsfähig bis zu diesem Stadium ausentwickeln müssen. Auf der Grundlage dieser Entwicklung können dann FEPs definiert werden.

    Wenn das Klonen von Identitätscontainern innerhalb der Serversoftware funktioniert, kann man als nächstes den Automatismus in Angriff nehmen, der so einen Umzug durchführt für diejenigen, die wirklich nicht nur klonen, sondern komplett umziehen wollen.

    Auch das braucht wieder das eine oder andere FEP, damit z. B. Serversoftware ABC nach erfolgtem Umzug von Serversoftware XYZ auf ebendieser Serversoftware XYZ einen Kanal und ggf. einen leeren Account löschen kann.

    Dann heißt es warten, bis andere Fediverse-Software Klonen von bzw. nach wiederum anderer Fediverse-Software ermöglicht. Es bringt dir als Entwickler gar nichts, das Klonen nach Forte zu entwickeln, wenn Forte selbst das Reingeklontwerden von woanders noch gar nicht unterstützt.

    Und genau hier liegt das nächste Problem: Wer wird das einführen?

    Mastodon wird es nicht einführen. Erstens wäre das ein riesiger Umbauaufwand. Zweitens könnte Mastodon das nicht als Eigenerfindung verkaufen, und Mastodon wird todsicher kein neues Feature einbauen, das es dann nicht als Eigenerfindung und erstmalig überhaupt im Fediverse verfügbar verkaufen kann. Und drittens hat Gargron wohl immer noch genug Beef mit Mike Macgirvin, als daß er eine von Mikes Erfindungen nach Mastodon holen würde. OpenWebAuth ist ja auch still und leise abgelehnt worden, und das hat es bis zum mergefähigen Pull Request geschafft, der heute noch im Mastodon-GitHub-Repository liegt.

    Misskey wird es nicht einführen. Misskey hat noch sehr viel größere, störende Baustellen und Bugs, die syuilo bis heute nicht angefaßt hat. Vielleicht liegt es auch daran, daß es Leute bräuchte, die das alles mal auf Gebrauchsjapanisch erklären, und zwar händisch übersetzt und nicht maschinell.

    Wenn Misskey es nicht hat, ist es unwahrscheinlich, daß irgendwelche Forkeys es eigenmächtig einbauen.

    Iceshrimp.NET wird es nicht einführen. Zum einen war es schon Aufwand genug, es so von Grund auf neu zu entwickeln, wie es jetzt ist (nichtnomadisch, Account = Identität). Zum anderen hat Iceshrimp.NET bis heute nicht mal Feature-Parität mit Iceshrimp-JS. Da ist an so ein Mammutprojekt wie nomadische Identität nicht zu denken.

    Pleroma wird es nicht einführen. Das hat so einen unübersichtlichen Spaghetticode, daß seine eigenen Entwickler laufend daran scheitern, Bugs im Code zu lokalisieren, geschweige denn, sie zu fixen. Da ist an einen Totalumbau für nomadische Identität nicht zu denken.

    Akkoma wird es auch nicht einführen. Im Prinzip ist es derselbe Spaghetticode, auch wenn die Entwickler ihn wohl schon ein bißchen entwirrt haben.

    Friendica wird es nicht einführen. Wann hat Friendica das letzte Mal ein Feature von einem seiner Nachfahren übernommen? Das wäre im Prinzip ein Zugeständnis, daß Hubzilla und Mikes aktuelle Projekte doch etwas richtig machen. Friendica würde allerhöchstens nomadisch werden, wenn vorher Mastodon nomadisch wird.

    Lemmy wird es nicht einführen. Lemmy hat noch nie versucht, mit irgendetwas kompatibel zu sein, das nicht Lemmy ist.

    Am ehesten könnte ich das noch auf PeerTube eingeführt sehen. Das hat eh schon das Konzept von Kanälen und "klont" zumindest einzelne Videos per P2P zwecks Lastverteilung.

    Relativ einfach dürfte es auch sein, wenn neue Projekte von vornherein nomadisch gemacht werden. Aber erstens wird auch das ein Mehraufwand. Zweitens werden selbst dann die allermeisten Serverentwickler nichts von nomadischer Identität wissen, wenn Mastodon sie nicht hat, weil sie das Fediverse jenseits von Mastodon kaum kennen. Drittens bauen die meisten ihre Serverprojekte eh hauptsächlich gegen Mastodon. Und viertens sind typische neue Fediverse-Projekte eher auf Minimalismus getrimmt, um etwas Leichteres als Mastodon zu haben.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Hubzilla #Streams #(streams) #Forte #NomadischeIdentität
    Netzgemeinde/Hubzilla

    @jupiter_rowland Du hast recht, aber um das zusammenzufassen: Wir sind im Fediverse bzw mit ActivityPub sehr viel schneller dorthin gekommen, wo wir auch mit E-Mail (per default plaintext, unauthentifiziert, ...) hingekommen sind, aber nach längerer Zeit: In einer Infrastruktur, in der tiefergehende Änderungen faktisch nicht umsetzbar sind, weil die Menge an angehäufter Komplexität so groß und die Menge an Beteiligten, Meinungen, ... so unübersichtlich ist, dass das eine nicht zu stemmende Aufgabe ist.

    Bleibt wieder der Punkt: Erwartungshaltung wäre, dass sowas in den Standard gehört. Egal warum - prior art in Hubzilla, Erfahrung mit E-Mail, oder ganz einfach "common sense" des Netzwerk-Entwicklers. ActivityPub hat dieses Feature nicht, und ich sehe nicht, dass sich das jemals flächendeckend umsetzen lässt. ATProto hat es. Das ist schade. Aber wohl auch eine Erkenntnis.

    (Über den - aus Nachhaltigkeitssicht - Unsinn der massiven Menge paralleler Projekte, die alle wieder und wieder und dann /wieder/ dasselbe Rad zu erfinden versuchen, nur weil es geht, müsste man separat diskutieren, aber das tut hier nix zur Sache. Durchklingen tut allerdings die Wahrnehmung: Es geht nicht darum, gemeinschaftlich eine gute, menschliche, brauchbare, offene Alternative zur Vernetzung zu bauen, die nicht einem garstigen Großkonzern gehört. Es geht vorrangig darum, dass technisch begeisterte Individuen mit Technik spielen und ihre Neugier ausleben können. Und alle, die "nur" Software wollen, die funktioniert, oder Services, über die sie halbwegs verlässlich oder störungsfrei ihre Kontakte erreichen, sind dort keine relevante Größe. Die finden sich dann bei Mastodon - oder Threads oder Meta.)

    @Kristian Bleibt wieder der Punkt: Erwartungshaltung wäre, dass sowas in den Standard gehört. Egal warum - prior art in Hubzilla, Erfahrung mit E-Mail, oder ganz einfach "common sense" des Netzwerk-Entwicklers. ActivityPub hat dieses Feature nicht, und ich sehe nicht, dass sich das jemals flächendeckend umsetzen lässt.
    Ich glaube, ich habe mal aufgeschnappt, daß Mike Macgirvin versuchte, die Entwicklung von ActivityPub zum Besseren hin zu schubsen. Aber alle, aber auch wirklich alle seine Vorschläge sind abgeschmettert worden. Deshalb war Mike ja lange Zeit auf ActivityPub nicht gut zu sprechen.

    Inzwischen versuchen andere (meistens silverpill), mittels FEPs nachzuhelfen, die aus Mikes Kreationen hervorgehen. Es war ja auch silverpills Idee, mal zu versuchen, nomadische Identität mit nichts außer ActivityPub aufzubauen. Mit (streams) und Mitra wurden die ersten zaghaften Schritte getan. Und Forte ist heute vollnomadisch, obwohl es nur ActivityPub unterstützt.

    Nomadische Identität nur mit ActivityPub, also ohne Zuhilfenahme von Zot oder Nomad, ist also durchaus möglich und schon gemacht worden. Nur gibt's dafür noch längst nicht genug Normschriften.

    Außerdem hatte Mike mit Forte ja einen Vorteil: Forte ist ja nicht aus einer nichtnomadischen Software nomadisch gemacht worden. Es entstand vielmehr aus dem schon nomadischen (streams), indem Mike alle Unterstützung für Nomad und Zot6 rausriß, weil ihm nach Einführung von DIDs nach FEP-ef61 in (streams) die vielen verschiedenen IDs um die Ohren geflogen waren.

    Ich hatte ja gehofft, daß silverpill Mitra tatsächlich zu serverseitig vollnomadischer Software umbaut und den Prozeß quasi in Form von FEPs dokumentiert. Dann hätten wir die FEPs, und wir hätten den Präzedenzfall eines erfolgreichen Umbaus, den andere sich zum Beispiel nehmen können.

    Aber leider ist daraus ja statt dessen ein spezieller Client (Mini Mitra) geworden, der sich um das Nomadische kümmert. Auch von der wohl einst geplanten Nomadizität zwischen (streams) bzw. Forte und Mitra ist nichts mehr zu hören.

    Über den - aus Nachhaltigkeitssicht - Unsinn der massiven Menge paralleler Projekte, die alle wieder und wieder und dann /wieder/ dasselbe Rad zu erfinden versuchen, nur weil es geht, müsste man separat diskutieren, aber das tut hier nix zur Sache.
    Die meisten erfinden das Rad neu, weil sie noch nie von Rädern gehört haben.

    Warum werden immer neue Microblogging-Serveranwendungen ins Fediverse gekippt? Weil deren Entwickler kaum etwas im Fediverse außer Mastodon kennen. Sie haben nie von Sharkey gehört. Sie haben nie von Akkoma gehört. Sie haben nicht mal von Misskey oder Pleroma gehört. Genau das, was sie an Mastodon vermissen, weshalb sie selbst etwas entwickeln, würden sie da sofort bekommen. Selbst wenn sie etwas suchen, was weniger Serverlast verursacht als Mastodon: Gerade Akkoma wäre genau das.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #ActivityPub #NomadischeIdentität
    Netzgemeinde/Hubzilla

    @jupiter_rowland Ja, dass Mike Macgirvin mit AP seine liebe Not hatte und dort seine bestehenden Lösungen nicht plazieren konnte, hab ich auch noch im Hinterkopf, und das kann ich nach wie vor nicht verstehen. Ich halte insgesamt auch von vielen der Leute in der AP-Spec-Bubble nicht besonders viel, lande immer wieder bei dem Text von Diaspora-Dennis ( https://medium.com/@denschub/activitypub-final-thoughts-one-year-later-194fe591e900 - mittlerweile wohl mein am häufigsten geteilter Artikel) und weiß, dass der Mann Recht hat, mit fast allen Punkten. Der Standard ist nicht schlecht, aber komplett überbewertet und er wird falsch verstanden und falsch benutzt, und der Umstand, dass es mittlerweile eine Myriade von Tools gibt, die "irgendwie" ActivityPub "machen", sorgt nicht dafür, dass sich die Dinge nennenswert bessern. Stattdessen bringt jede Implementation eigene Quirks mit sich, die im Umkehrschluss das Fediverse als Ganzes fragiler und langsamer werden lässt, weil plötzlich auch Entwickler in anderen Teams und Projekten sich nicht mehr um sinnvolle Features für ihre Nutzer kümmern können, sondern nacharbeiten müssen, um Kompatibilität mit yet another random server software herzustellen. Verloren da drin geht der Nutzer... . 🙈
    ActivityPub — Final thoughts, one year later.

    Almost exactly one year ago, I published a blog post with lots of detail why I deemed ActivityPub not suitable for implementation as the…

    Medium
    @Kristian Na ja, auf der einen Seite waren da die ActivityPub-"Designer". Die wollten mit voller Absicht ein "Gummiprotokoll" aufbauen, das alles nur sehr, sehr lose definiert. Die Absicht dahinter war, etwas zu haben, was möglichst vielseitig ist und die Entwickler von Serveranwendungen nicht zu sehr einschränkt.

    Daß dann ein Gargron daherkommt und bei der Einführung von ActivityPub auf Mastodon die Protokollspezifikation bis zum Zerreißen dehnt, weil er unbedingt das Verhalten von OStatus (und das von Twitter) mit möglichst geringem Aufwand 1:1 auf ActivityPub portieren muß, damit konnten die nicht rechnen. Schon gar nicht damit, daß Gargron allein durch Mastodons Marktmacht damit davonkommt, eigenen Kram mit dranzukleben, der bis heute nicht mal als FEP existiert, aber für andere Serveranwendungen zwingend notwendig ist, um mit Mastodon kommunizieren zu können.

    Auf der anderen Seite stand Mike Macgirvin. Der hatte zu diesem Zeitpunkt die besten föderierten Protokolle unter der Sonne entwickelt. 2010 hatte er DFRN entwickelt, weil der OStatus-Vorgänger OpenMicroBlogging für seine Zwecke (und eigentlich generell) einfach scheiße war. Dann hat er sogar den diaspora*-Leuten, die ja allesamt noch grün hinter den Ohren waren, mit ihrem Protokoll geholfen.

    Und dann hat er Zot entwickelt, das erste nicht nur dezentrale, sondern by design nomadische Protokoll dieser Art. Zot steckte DFRN in die Tasche, es steckte OStatus erst recht in die Tasche, und es steckte auch das in Entwicklung befindliche ActivityPub in die Tasche. Und letzteres wollte Mike nicht einfach so hinnehmen.

    Mike hätte gern ActivityPub als Protokoll gehabt, das zumindest annähernd so gut wird wie Zot. So stabil, so verläßlich, so sauber umrissen und mit ähnlichen Features. Statt dessen wurde ActivityPub als Larifari-Protokoll und Pseudo-Standard ausgelegt, der einen Teil dessen, was Hubzilla zwingend erforderlich machte, nur sehr vage und den Rest überhaupt nicht abdeckte.

    Mike hat als erfahrener Entwickler mehrerer föderierter Protokolle versucht, daran etwas zu ändern. Mehrfach. Jedes Mal wurden seine Vorschläge abgelehnt. Jedes verdammte einzelne Mal.

    Alleine schon an dieser Stelle sollte eigentlich verständlich sein, warum Mike ActivityPub nicht mochte.

    Das dürfte sich für ihn noch bestätigt haben, als Hubzilla 2017, damals schon unter Mario Vavti, tatsächlich die erste Fediverse-Anwendung wurde, die (wenn auch nur optional) ActivityPub unterstützte. Und zwar strikt by the book. Und dann kam Mastodon als zweite daher. Aber Mastodon unterstützte nur die Teile von ActivityPub, die Gargron paßten, und auch nur so, wie sie ihm paßten.

    Die Folge: Mastodon hat Beiträge von Hubzilla komplett zerrupft. Alle Textformatierungen rausgerissen, alle Bilder rausgerissen, den Titel ignoriert. Wohlgemerkt: Das ging knallhart gegen die ActivityPub-Spezifikation. Aber es ging gegen den Teil, der Inhalte vom Typ Article beschreibt. Und die gingen Gargron komplett am Allerwertesten vorbei, weil er ja nur einen Twitter-Klon hatte, wo sowas eigentlich nicht vorkommen sollte.

    Es folgte gewisses Headbutting zwischen Hubzilla ("Ihr müßt volles HTML-Rendering implementieren, das steht so in der Spec, weil ihr sonst unsere Beiträge komplett entstellt!") und Mastodon ("Fickt euch, wir machen keine Textformatierung, wir machen keine eingebetteten Bilder, wir machen überhaupt kein HTML-Rendering, weil das kein puristisches, old-school, original-gangsta Microblogging ist!").

    Weil aber die Hubzilla-Seite ausdrücklich auf die Spezifikation hinwies und es eindeutig war, daß Mastodon mit voller Absicht gegen die Spezifikation verstieß, löste Mastodon das, indem Article-Inhalte überhaupt nicht mehr dargestellt, sondern nur noch mit Titel verlinkt werden. Bzw. seit kurzem mit Titel und Zusammenfassung, bei der Mastodon auch erst vor kurzem eingestehen mußte, daß das Zusammenfassungsfeld nicht immer tatsächlich ein CW-Feld ist.

    Das wiederum sah Mario Vavti (und sieht er bis heute) als Versuch, Hubzilla auf Mastodon einen Maulkorb zu verpassen. Als Reaktion brach er selbst die Spezifikation, und seitdem verschickt Hubzilla alle seine Posts nicht mehr als Article, sondern wie Mastodon-Tröts als Note.

    Mike Macgirvin hat mit ActivityPub erst seinen Frieden gemacht, als der Mitra-Entwickler silverpill ankam mit der Idee, nomadische Identität ausschließlich über ActivityPub zu implementieren, und sogar darlegte, wie das funktionieren kann. Das hat Mike auch tatsächlich umgesetzt.

    Für ihn hat das zwei Vorteile: Zum einen könnte man damit theoretisch ein vollnomadisches Fediverse aufbauen, in dem von überall noch überall geklont werden könnte, man also wirklich nur noch eine Identität für alles bräuchte. Zum anderen könnte damit das Herumgehassle mit ActivityPub-Identitäten und Nomad-Identitäten und Zot6-Identitäten entfallen, das Mike im Sommer 2024 auf die Füße fiel, als er DIDs nach FEP-ef61 im streams-Repository ausrollte.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Mastodon #Hubzilla #ActivityPub
    Netzgemeinde/Hubzilla

    @jupiter_rowland Kurze Antwort, zum ersten Teil, und das ist meine Haupt-Kritik hier - in dem Punkt, dass ein Implementator kommen würde, der diese Spezifikationen bis an ihre Grenzen für irgendeinen obskuren Use-Case verbiegt, und dass die "Marktmacht" einer dominanten Implementation den Standard dann mehr oder weniger umschreibt bzw allgemein weitreichender stört: Doch. Damit war zu rechnen. Genau /das/ war zu erwarten. Das hätte absolut offensichtlich gewesen sein müssen für jeden, der sich etwa mit Browsern ("made for internet explorer") oder E-Mail (TNEF, was zum Glück nicht so schlimm wurde, oder obskure angeflanschte Sicherheitsmechanismen, die den individuellen Mail-Server immer schwerer betreibbar machen) oder vergleichbaren Protokollen beschäftigt hat. Das ist ein wiederkehrendes Muster. Das ist genau so fast immer gelaufen. Und mit einem Schritt zurück ist ... eben eigentlich das Ansinnen, Server-Entwickler nicht allzu sehr einzuschränken, für einen Standard ein schwieriges. Der Standard /soll/ Entwickler in ihrer Freiheit einschränken, weil der Standard Kompatibilität schaffen soll und der Feind von Kompatibilität und Interoperabilität der Umstand ist, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht und Kompatibilität eine Aufgabe aller anderen drumherum ist. Alles, was folgt, ist, aus meiner Sicht genau die Konsequenz dieser Herangehensweise. Und deswegen hoffe ich doch vorsichtig darauf, dass vielleicht ATProto und eine IETF-Standardisierung hier etwas mehr Stringenz 'reinbekommen.

    (Was Mike Macgirvin betrifft: Ich schätze seine Arbeit sehr. Aber ich glaube, dass er leider auch - abseits dessen - sehr viel "wirksamer" hätte sein können, hätte er sich auf Hubzilla oder vielleicht auch noch früher Friendica beschränkt und /ein/ solches Projekt zu der Art von Reife - einschließlich mobile Apps, einschließlich Marketing und Identität und Nutzbarkeit für eine große Masse technisch unbedarfter Nutzer - gebracht, die Mastodon jetzt zweifelsohne hat. Bei Gargron kann man sagen, was man will - aber es ist klar, was der treibt, wofür er steht, woran er arbeitet. Bei Mike Macgirvin bin ich grad nicht mal sicher, welches das aktuelle Projekt ist, und im Blick auf Hubzilla/Streams/Forte bleibt das Gefühl, das jeweilige "Ding" ist von ihm obsolet und zurückgelassen, noch weit bevor es irgendeinen brauchbaren Zustand erreicht hat. Das ist schade. Da wäre mit Fokus und Zielstrebigkeit deutlich mehr möglich gewesen, könnte die Landschaft verteilter sozialer Netze heute anders aussehen... wie es auch der Fall sein könnte, wenn Diaspora mehr Schwung, eine API und eine mobile App bekommen hätten. Aber diese Betrachtungen helfen nicht viel, glaube ich.)

    @Kristian Na ja, Friendica war ja ausgereift. Zumindest soweit ausgereift, wie Friendica selbst und das DFRN-Protokoll es zuließen. Smartphone-Apps gab es nicht, weil man damals, 2010/2011, Smartphone-Apps für Sachen, die es auch als Websites gab, noch als Gimmicks ansah und noch nicht als lebensnotwendig. Das war, bevor die Leute gewisse Websites mehr über dedizierte Apps nutzten als über die Websites selbst.

    Nur: Eine Weiterentwicklung war zwingend notwendig. Und die ging nicht mit Friendica, wie es war, denn die ging auch nicht mit DFRN.

    Der Auslöser: 2011 waren binnen kurzer Zeit mehrere größere Friendica-Nodes von jetzt auf sofort ohne Ankündigung verschwunden. Einfach so weg. Friendica war durch das Verschwinden einiger weniger, aber jeweils sehr großer öffentlicher Nodes auf die Hälfte seiner Größe geschrumpft. Die andere Hälfte der Nutzer hatte alles verloren ohne die Chance, irgendwas zu retten. Die konnten wieder ganz neu bei null anfangen.

    Das beste, was Mike an Friendica selbst machen konnte, war, eine Export- und Importfunktion einzubauen. Damit konnte man Backups des eigenen Konto machen. Das half aber nur, wenn man entweder brav ein tägliches Backup machte oder die Schließung eines Node vorher angekündigt wurde. Noch einmal: Genau das war 2011 nicht passiert. Die Nodes waren einfach futsch. Da hilft dir auch eine Backup-Funktion nicht, wenn du nicht laufend regelmäßig Backups machst.

    Mike sah nur eine mögliche wirkliche Lösung. Und das war, indem deine Identität nicht bombenfest an einen Server gebunden ist, sondern simultan gleichzeitig als identische Klone auf mehreren unabhängigen Servern existieren kann. Wenn davon mal einer ausfällt, egal, die anderen laufen ja noch, also läuft deine Identität noch.

    Problem: Mit DFRN ging das nicht umzusetzen. Es brauchte ein ganz neues Protokoll. Auch deshalb, weil Mike noch andere Verbesserungen im Kopf hatte wie ein nochmals deutlich aufgebohrtes Berechtigungssystem. Auch das ging mit DFRN so nicht und brauchte ein neues Protokoll. So entstand Zot.

    Zum einen hieß ein neues Protokoll aber auch, wo auch immer das eingebaut werden soll, muß das komplette Backend ausgetauscht und neu geschrieben werden. Und große Teile des Frontend gleich mit. Das konnte Mike aber nicht auf Friendica im laufenden Betrieb machen. Friendica hätte unmöglich seine Grundfunktionalität gleichzeitig auf DFRN und auf Zot betreiben können. Und ein Protokollaustausch hätte bedeutet, daß Nodes, die die neue Friendica-Version mit Zot fahren, sich nicht mehr nativ hätten verbinden können mit Nodes, die alte Versionen mit DFRN fahren. Die wären zueinander inkompatibel gewesen.

    Mike hatte als neue Entwicklungsplattform ja gerade das neue Red, das ein Fork seiner bisherigen "geheimen" Entwicklungsplattform Free-Friendika war. Das war ebenso "geheim", das konnte er also entsprechend umbauen.

    Mike hätte aber niemals gleichzeitig Red komplett umbauen und Friendica selbst auf Free-Friendika weiterpflegen und die Weiterentwicklungen von Free-Friendika nach Friendica selbst bringen können. Und die einzige Alternative zum Umbau von Red auf Zot war, wieder solche Massencrashs wie 2011 mit exakt denselben Auswirkungen zu haben, ohne irgendwas tun zu können.

    Also hat Mike sich auf Red konzentriert (dessen Umbau ja alleine schon länger dauern sollte als die Entwicklung von Friendica) und Friendica in die Hände von Tobias und Michael gegeben, die es seitdem nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln. Die beiden waren ja meines Wissens sowieso schon Co-Entwickler von Friendica. Das hat Mike ja längst nicht mehr alles alleine gemacht.

    Bei Red war das wieder anders. Das machte Mike ganz alleine. Das mußte er ja erstmal aufbauen. Und selbst als es fertig war, wurde es kaum angenommen. Es war zwar kein Geheimprojekt mehr, nachdem es sich von Friendica gelöst hatte. Aber es wurde kaum angenommen.

    Auch als es umbenannt wurde in Red Matrix, was es leichter machte, es zu googlen, wurde es nicht angenommen. Die Friendica-Nutzer nahmen es wahr als Friendica mit nomadischer Identität. Was nomadische Identität ist, verstanden sie gar nicht. Selbst wenn doch: Die meisten von ihnen hatten inzwischen ihre eigenen privaten Einzelnutzer-Nodes.

    So sahen sie in der Red Matrix gegenüber Friendica keine Vorteile, also warum umsteigen? Mal ganz davon abgesehen, daß Friendica und die Red Matrix nur über das diaspora*-Protokoll oder OStatus kommunizieren konnten. Die einzigen, die wechselten, dürften die gewesen sein, die eh immer das neueste, heißeste Zeug ausprobieren wollten.

    Außerhalb von Friendica wußte eh keine Sau, daß die Red Matrix existierte. Herzlich wenige Leute wußten ja überhaupt auch nur, daß Friendica existierte. Mikes "Wenn du es baust, werden sie kommen" funktionierte damals schon nicht. Kleckerweise kamen noch neue Leute nach Friendica. Aber kaum einer ging von Friendica auf die Red Matrix, und absolut niemand ging von null auf die Red Matrix.

    Interessant wurde die Red Matrix eigentlich erst 2015, als sie zu Hubzilla aufgebohrt wurde, also auf einmal Sachen konnte, die Friendica nicht konnte, die aber vielleicht nützlich sein konnten. Damit konnte Hubzilla auch für ganz andere Sachen eingesetzt werden als Friendica, also nicht nur als Facebook-Ersatz oder Blog.

    Aber wenn Mario schon Anfang 2015 das noch brandneue Hubzilla übernahm, was ja so auf der offiziellen Website steht (nach meinen Informationen war es erst 2018), dann war es ein Wunder, daß Mike überhaupt jemanden fand, der übernehmen würde, der also schon seit Red-Matrix-Zeiten dabei war. Aber Mike hat ja an der Weiterentwicklung von Hubzilla noch weiter aktiv mitgewirkt, nur eben nicht als Projektleiter.

    Hubzilla selbst wurde ja erst ab Ende 2015 interessant, als es seinen ersten stabilen Release hatte. Und auch Hubzillas Existenz war eigentlich nur auf Friendica bekannt. Selbst heute noch sind die allermeisten Hubzilla-Nutzer Friendica-Veteranen. Direkt von Mastodon nach Hubzilla ist kaum einer gekommen, von null nach Hubzilla schon gar nicht.

    Selbst da war Mike keiner, der Sachen so läßt, wie sie sind, und sie nur noch weiter poliert. Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann macht er das auch. Und wenn das nicht auf existierender Software im laufenden Produktivbetrieb geht, dann forkt er eben, und dann nimmt er sich weit mehr Zeit für seinen Fork als für das, was er vorher gemacht hatte. Und das ist auch gut so. Ansonsten hätten wir heute noch nur Friendica und immer noch keine Lösung für das Problem, daß die Leute alles verlieren, wenn mal wieder ein großer Node verschwindet.

    Jetzt wollte Mike Zot weiterentwickeln, wohl auch deshalb, weil Zot, wie es damals war, nicht gut mit ActivityPub zusammenspielte. Aber potentiell kompatibilitätsbrechend. In einem eigenen zusätzlichen Branch von Hubzilla wäre das nicht gegangen, schon deshalb, weil Hubzilla für solche Experimente schlicht und ergreifend zu groß war.

    Also hat Mike 2018 Osada von Hubzilla abgeforkt und alles rausgerissen, was im Weg war. Artikel, Karten, Wikis, Webpages, alle Verbindungsmöglichkeiten außer Zot, ActivityPub und RSS/Atom, alles raus.

    Weil dann abzusehen war, daß nomadisches Zot6 (zumindest vorerst) mit ActivityPub überhaupt nicht mehr funktionieren würde, brauchte Mike zwei Projekte: Osada behielt ActivityPub, wurde aber nichtnomadisch. Zusätzlich forkte er Zap von Osada, ließ es nomadisch, entfernte aber ActivityPub.

    Jetzt konnte Mike endgültig nicht gleichzeitig Zot6 entwickeln und Osada entwickeln und Zap entwickeln und Hubzilla weiterpflegen. Auch dieses Mal half ihm bei den Neuentwicklungen niemand. Also überließ er Hubzilla gänzlich Mario.

    Wie es dann weiterging, lag nicht an Mikes Sprunghaftigkeit.

    Anfang 2019 fand er einen Weg, auch nomadisches Zot6 mit ActivityPub kompatibel zu machen. Abgesehen davon war die Idee, einen nomadischen Zap-Kanal über einen nichtnomadischen Osada-Kanal mit dem Fediverse zu verbinden, sowieso kompletter Blödsinn und technisch in der Praxis kaum realisierbar, selbst mit Kanalquellen nicht. Also stellte Mike Osada ein, forkte von Zap ein ganz neues Osada und baute da ActivityPub-Support ein. Noch war nomadisches Zot6 + ActivityPub ja noch experimentell, deswegen hat er es nicht in Zap eingebaut.

    Dann aber wurden Osada und Zap stabil und bekamen sogar einen 1.0-Release. Inzwischen gab es Leute, die Osada oder Zap produktiv nutzten. Die kamen alle von Hubzilla, denn nur da wußte man, daß es Osada und Zap gab. Nicht mal auf Friendica wußte das jemand, im übrigen Fediverse erst recht nicht und außerhalb des Fediverse schon gar nicht.

    So baute Mike dann Osadas ActivityPub-Support auch in Zap ein, schaltete ihn aber standardmäßig auf Serverebene ab, auf Kanalebene sowieso. Das führte dazu, daß Osada und Zap bis auf das Branding und die Standardeinstellungen völlig identisch waren. Es brauchte gar nicht mehr beide. Mike ließ das aber so.

    Irgendwie gab es wohl genug Osada- und Zap-Anwender, daß Mike jemanden fand, der beides weiterpflegen wollte. Denn Mike hatte wieder neue Weiterentwicklungen im Sinne, die er aber nicht mehr auf Osada und Zap machen konnte, weil die jetzt beide als stabile Produktivsoftware galten. So gab er Osada und Zap dann wieder an "die Community" weiter, die als quasi erste Amtshandlung mit Mikes Segen Osada nach Zap mergete, in dem Zuge auch auf Zap ActivityPub standardmäßig aktivierte und Osada kurzerhand einstellte.

    2020 ging es dann weiter. Zap war damals State of the Art. Zot6 war so stabil, daß es nach Hubzilla zurückportiert wurde. Zap war jetzt quasi der modernere kleine Bruder von Hubzilla, der sich etwas eleganter bediente und einen nicht mit Features erschlug. Nur war Zap immer noch obskurer als Hubzilla, Hubzilla war obskurer als Friendica, und Friendica war selbst sehr obskur, weil für keins der drei wirklich Werbung gemacht wurde. Zap war weiterhin sonst nur auf Hubzilla bekannt und Hubzilla sonst nur auf Friendica.

    Und Mike bastelte an Zot8, das nochmals besser werden sollte. Dafür brauchte er aber Software zum Experimentieren. Und so entstanden drei neue Forks in so kurzer Folge, daß heute nicht mehr bekannt ist, was jetzt wovon geforkt wurde, nur daß irgendwas von Zap geforkt worden ist. Im einzelnen waren das schon wieder ein neues Osada, ein neues Mistpark und eine neue Redmatrix.

    Warum drei?

    Es ging das Gerücht um, das seien verschiedene Stabilitätsstufen. Redmatrix 2020 sei experimentell mit wie früher bei Zap standardmäßig deaktiviertem ActivityPub, das damit der Entwicklung von Zot8 nicht im Wege stehe. Osada sei auch experimentell, aber wie früher schon bei Osada mit standardmäßig aktiviertem ActivityPub, um zu gucken, wie die Weiterentwicklungen von Zot8 sich mit ActivityPub vertragen. Mistpark 2020 wiederum sei "halbstabil" wie Debian testing, also stabiler als Osada und eher für den Produktiveinsatz geeignet, aber aktueller als Zap.

    Zap sei also für die, die etwas neueres als Hubzilla haben wollten und auf die Zusatzfeatures von Hubzilla verzichten konnten. Misty sei für die, die etwas noch aktuelleres als Zap haben wollten, also das neueste Zeug noch früher, und die etwaige Instabilitäten in Kauf zu nehmen bereit waren. Osada sei für die, die unbedingt bleeding-edge wollten, instabil oder nicht. Und Redmatrix 2020 sei eh nur für Mike.

    In Wahrheit waren Osada, Misty und Redmatrix 2020 bis auf das Branding völlig identisch und quasi Soft-Forks. Alle Commits wurden gleichermaßen und fast gleichzeitig in alle drei eingepflegt.

    Warum?

    Weil Mike der Markenfetischismus im Fediverse auf den Keks ging. Es gab Leute, die bildeten sich ein, die Software, die sie nutzten, sei die beste, einfach, weil sie Fans der Softwaremarke waren. Ganz besonders gab es die natürlich auf Mastodon, aber auch sonst. Genau diese Leute wollte er trollen, indem er drei bis auf den Namen und das Logo völlig identische Serveranwendungen pflegte. Misty z. B. konnte überhaupt nicht "die beste Fediverse-Serversoftware" sein, egal, wer sich das einbildete, wenn Osada und Redmatrix bis auf die Marke völlig baugleich waren.

    Anfang 2021 kam dann Roadhouse dazu. Das Abenteuer Zot8 war im Grunde vorbei, bevor Zot8 stabil war. Denn Zot11 sollte noch besser werden. Vor allem sollte Zot11 von allen Zot-Versionen die beste Kompatibilität mit ActivityPub bekommen. Blöderweise konnte Mike aber Zot11 nicht auf Osada, Misty und Redmatrix entwickeln. Zot11 sollte nämlich zu allen Vorgängern so inkompatibel werden, daß es letztlich nicht mehr Zot heißen sollte. Aber es gab Leute, die Osada, Misty oder Redmatrix produktiv nutzten.

    Also mußte Mike von einem von den dreien Roadhouse forken. War ihm aber egal, weil er damit die Leute mit noch einer weiteren Marke trollen konnte. Wohlgemerkt, effektiv hatte er sogar Zap noch an der Backe, weil es in der Community dann wohl doch zuwenig Interesse an der Weiterentwicklung gab.

    Nomad, eigentlich ja Zot11, wurde zum Erfolg. Und das Erfolgsrezept lag auch darin, zusätzlich Support für Hubzillas Zot6 einzubauen, über den Roadhouse auch mit Osada, Misty und Redmatrix kommunizieren konnte. Ansonsten waren von den praktischen Features her Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse identisch und von der Benutzeroberfläche her auch beinahe. Es machte in der Praxis keinen großen Unterschied, welches man nutzte. Außerhalb waren sie eh, wenn überhaupt, nur auf Hubzilla bekannt. Das heißt, Roadhouse war beinahe komplett unbekannt, weil da endgültig nur Mike drüber redete.

    Daß es (streams) gibt, obwohl Roadhouse doch gut war, hatte andere Gründe.

    Grund 1: Mike fand einen neuen Weg, die Markenfetischisten zu trollen. Nämlich mit Software, die gar keinen Namen und gar keine Markenidentität hat. Also nahm Mike dem neuen Roadhouse-Fork von Ende 2021 den Namen und sogar den fediverseinternen festen Identifikator weg. Letzteren kann man entweder händisch ausfüllen, oder (streams) übernimmt ihn vom Instanznamen. Alleine das wäre mit einem "Debranding" von Roadhouse nicht getan gewesen, weil weiter alle von "Roadhouse" gesprochen hätten.

    Grund 2: Dieses ständige Wetteifern, welche Software auf The Federation, Fediverse Observer, der FediDB usw. jetzt am populärsten ist und am meisten genutzt wird, ging ihm inzwischen auch auf dem Zeiger. Ein weiteres "Feature" von (streams) ist, daß Mike neben dem Namen und der Markenidentität auch nodeinfo praktisch komplett entfernt hat. (streams) sendet überhaupt keine Statistiken und hält sich von allen Instanzlisten-Websites fern. Und das ist so gewollt.

    Grund 3: Zusätzlich wollte Mike es der Free-Software- und Open-Source-Community leichter machen. Da kloppt man sich ja bekanntlich darum, welche Lizenzen wirklich frei sind und welche nicht. Also hat Mike (streams), dessen sämtliche Vorgänger unter der MIT-Lizenz stehen, in die Public Domain gestellt. Freier als das geht's nun wirklich nicht mehr. Gleichzeitig wollte Mike diejenigen ärgern, die vielleicht vorhaben könnten, aus (streams) proprietäre, kommerzielle Closed-Source-Software zu machen. Die ganzen Apps sind nämlich durchaus schon mal Fremdcode und stehen unter eigenen Lizenzen. Und die sind untereinander inkompatibel.

    (streams) sollte stabil werden und wurde stabil. Im Grunde war Mikes Plan, (streams) zu der Fediverse-Software der Zukunft zu machen. So hat er am 31.12.2022 offiziell Zap, Osada, Misty, Redmatrix und Roadhouse eingestellt. Das war aber kein Problem, denn zwischen den fünfen konnten Admins durch einfaches Rebasen nicht nur crossgraden, sondern auch zu (streams) upgraden.

    Jetzt gab es nur noch Friendica, Hubzilla und (streams), wovon Mike nur noch (streams) betreute.

    Dann kam ja silverpill auf Mike zu mit der Idee der nomadischen Identität über ActivityPub. Mike war interessiert. silverpill trieb das ziemlich voran inklusive dem einen oder anderen neuen FEP, darunter auch FEP-ef61, das in ActivityPub dezentrale Identitäten einführen sollte. Zot hat so etwas, Nomad natürlich auch, aber anders, und ActivityPub hatte das natürlich nicht.

    Diese dezentralen Identitäten hat Mike auch in (streams) eingebaut. Langfristig sollte es ja möglich sein, zwischen verschiedenen Serveranwendungen zu klonen, so auch zwischen (streams) und Mitra. Zumindest aber sollten sie voneinander die dezentralen Identitäten als ebensolche verstehen. So sollte (streams) geklonte Mitra-Identitäten als solche erkennen, und Mitra sollte geklonte (streams)-Kanäle als solche erkennen.

    Unter Laborbedingungen in Mikes nomadic-Zweig funktionierten die. Also mergete Mike im Juni 2024 den nomadic-Zweig in den dev-Zweig, den allgemeinen Entwicklungszweig. Auch der lief nur unter Laborbedingungen, weil (im Gegensatz zu Hubzilla, wo zwei öffentliche Produktivhubs Entwicklerversionen fahren) niemand außer Mike den dev-Zweig von (streams) produktiv fuhr.

    Im Juli 2024 mergete Mike dann den dev-Zweig in den release-Zweig, um die neuesten Weiterentwicklungen an die produktiv gefahrenen, stabilen Server auszurollen. Da war allerdings Schluß mit Laborbedingungen. Jetzt mußten sich FEP-ef61 und die DIDs unter täglichen und breitgefächerten Realbedingungen beweisen.

    Genau das taten sie nicht. Erst jetzt stellte sich heraus, daß (streams) mit den vielen Identitäten nicht klarkam. Es föderierte nicht mehr über ActivityPub. Es föderierte nicht mehr mit Hubzilla. Es föderierte nicht mal mehr mit sich selbst. Es konnte sich mit nichts mehr vernünftig verbinden.

    Mike brauchte eine Weile, um überhaupt festzustellen, daß der Verursacher dieser Misere ein Identitätenchaos war. Das konnte er aber nicht auf (streams) selbst beheben. Hilfe hatte er auch keine. Die (streams)-Community war so winzig, da gab es niemanden, der ihm hätte helfen können. Der einzige, der die Fähigkeit gehabt hätte, hatte keine Zeit. Und der einzige, der Zeit und Bock hatte, hatte vom Coden keine Ahnung.

    So mußte Mike sich erstmal einen Überblick verschaffen. Im August, also dem Monat nach dem Crash, als der Crash noch nicht behoben war, forkte er das streams-Repository und schuf Forte. Da wiederum riß er alles raus, was nicht ActivityPub war, also die Unterstützung sowohl von Nomad als auch von Zot6, um einen freien, ungehinderten Blick auf ActivityPub zu haben.

    Inzwischen hatte er auch zwei andere Sachen gelernt: Software, die keinen Namen hat, interessiert keinen. Das verwirrt die Leute eher. Also bekam Forte wieder einen Namen. Die Public Domain brachte auch nichts. Also kam Forte wieder unter die MIT-Lizenz. Und Fediverse-Software, die überhaupt keine nodeinfo hat, ist praktisch unsichtbar. Also bekam Forte wieder nodeinfo, zunächst aber, ohne brauchbare Zahlen zu versenden. So konnte Forte zumindest vom Fediverse Observer und später vom FediIndex gelistet werden.

    Forte half ihm, die ID-Misere zu entwirren, zu entflechten und zu lösen. Das reichte er dann auch nach (streams) weiter, das allmählich wieder funktionierte. Allerdings brannte er sich in dem August derart aus, daß er zum 31.8.2024 offiziell sowohl das streams-Repository als auch Forte zur Übernahme anbot und seinen Ruhestand ankündigte.

    Dieses Mal fand eine Übernahme gleich gar nicht statt. Wie gesagt, in der (streams)-Community gab es niemanden, der sowohl die Zeit als auch das Know-how hatte, um auch nur Mike zu helfen, geschweige denn, eine Rolle wie Tobias oder Michael oder Mario anzunehmen.

    Außerhalb von (streams) war (streams) selbst sogar auf Hubzilla kaum bekannt. Forte war sogar auf Hubzilla noch unbekannter, zumal es noch eine obskure, nichtöffentliche Bastelbude war, bis Mike im September 2024 die erste "offizielle" Entwicklerversion von Forte (und damit Forte selbst) veröffentlichte.

    Und außerhalb von Hubzilla? Mike war es so leid, daß Mastodon als alternativlose Referenzimplementation des Fediverse angesehen wurde, daß er um 2023 anfing, Werbung für (streams) zu machen. Das erste Mal überhaupt, daß Mike von "wenn du es baust, werden sie kommen" abkam (es kam ja keiner) und irgendwas bewarb. Nur wußte Mike nicht, wie man zu Mastodon-Leuten spricht; ehrlich gesagt, das weiß auch auf Friendica und Hubzilla kaum jemand.

    Oft genug ging aus Mikes Posts nicht mal hervor, daß er über ein konkretes Fediverse-Produkt sprach, und schon gar nicht, über welches. Wie auch, sprach er doch von etwas Namenlosem. Das heißt, auch er fing langsam an, den Namen des Repository zu verwenden. Aber er machte nicht unbedingt wirklich glasklar, daß er von etwas sprach, das jetzt in diesem Augenblick im Fediverse existierte. Schon gar nicht erwähnte er, daß es auch mit Mastodon verbunden ist, denn kaum jemand außerhalb von Mastodon weiß, daß Mastodon-Nutzer das nicht unbedingt automatisch verstehen.

    Stand Mitte September 2024 hatte (streams) keine 100 aktiven Nutzer und Forte außer Mike gar keine. Traurigerweise hatte (streams) damals mehr öffentliche Server als heute, derweil Forte anderthalb Jahre gebraucht hat, um auch nur einen hervorzubringen. Wo sollen da Entwickler herkommen?

    Mike hat übrigens nicht vor, (streams) einzustellen. Er und nicht nur er sagt, (streams) hat weiterhin seine Existenzberechtigung, und zwar als moderne Fediverse-Software, die von ActivityPub unabhängig ist. Er und nicht nur er sieht den ActivityPub-Schalter als eine Art letztes Bollwerk gegen Mastodon an und das einzige, das auf Kanalebene funktioniert, also nicht nur serverweit.

    So, nun noch das Wort zu Smartphone-Apps.

    Von Mike selbst war da nie etwas zu erwarten. Fediverse-Apps sind reine Frontend-Sachen. Und wir sollten inzwischen wissen, daß Mike nicht mal Web-UIs kann. Hubzilla ist für seine Oberfläche berüchtigt. Es ist doch erst schick geworden, als Saiwal mit seinen Utsukta-Themes anfing.

    Außerdem hatte Mike immer schon genügend mit Webentwicklung zu tun. Da konnte man von ihm nicht auch noch erwarten, eine Smartphone-App zu entwickeln. Besser gesagt, zwei Smartphone-Apps, weil die iOS-App wahrscheinlich separat hätte entwickelt werden müssen. Mike wäre ja auch keiner gewesen, der in einer Smartphone-App nur das nötigste an Features eingebaut hätte. Wenn, dann alles. Er hätte also neben der Serversoftware zwei ziemliche Monster-Apps entwickeln und pflegen müssen.

    Apps von Drittentwicklern?

    Guck dir mal an, wie lange es gedauert hat, bis es von RaccoonForFriendica einen öffentlich verfügbaren Android-Release gab. Für iOS ist es meines Wissens bis heute nur über TestDrive verfügbar, aber nicht im App Store. Und selbst auf Android ist es noch nicht so stabil und fully featured, daß man es als Daily Driver nutzen könnte.

    Für Hubzilla gab es mal Nomad für Android. Das wird seit gut sechs Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Unter aktuellen Android-Versionen läuft es inzwischen gar nicht mehr. Und auch das ist nur ein Wrapper für die Weboberfläche, also ein glorifizierter Webbrowser. Ansonsten gibt's nur eine Minimalst-App von Mario, mit der er mal versuchsweise getestet hat, ob man von Android aus nach Hubzilla posten kann. Das ist absolut das einzige, was die App überhaupt kann.

    Hubzilla hat eine Client API. Ob die aber funktioniert, ist weitestgehend unbekannt, weil noch nie jemand versucht hat, dagegen eine hinreichend mit Features ausgestattete App zu bauen. Dasselbe dürfte für (streams) und Forte gelten, für die es überhaupt noch nie irgendwelche Apps gegeben hat. Alle drei setzen statt dessen auf den Einsatz als PWA, nur daß da draußen keine Sau weiß, daß es das überhaupt gibt, geschweige denn, wie man das einrichtet.

    Auf Drittentwickler kann man hier erst recht nicht hoffen. Von den Leuten im Fediverse, die Smartphone-Apps entwickeln können, kennt genau niemand Hubzilla, geschweige denn (streams) oder Forte. Selbst wenn sie Hubzilla kennenlernen würden, hätten sie keinen Bock, dafür eine App zu entwickeln. Lohnt sich nicht, weil nutzt keiner. Es lohnt sich viel mehr, die drölfzigtausendste reine Mastodon-App fürs iPhone zu bauen. Das heißt, mindestens die Hälfte von denen weiß doch sowieso nicht, was es außer Mastodon sonst noch so im Fediverse gibt.

    Auf Hubzilla selbst gibt's nicht einen Mobilentwickler. Auf (streams) und Forte dürfte es niemanden geben, der überhaupt wirklich irgendwas entwickeln kann, nicht mal Webanwendungen (sonst hätte Mike Hilfe), Smartphone-Apps schon gar nicht.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #DFRN #Zot #Zot6 #Zot8 #Nomad #Mistpark #Friendica #RedMatrix #Hubzilla #Osada #Zap #Roadhouse #Streams #(streams) #Forte
    Netzgemeinde/Hubzilla

    @jupiter_rowland Danke für die Darlegungen und Ausführungen. Ein paar der Aspekte kannte ich schon, einige waren neu. Mich stören an dem Thema immer ... zwei grundsätzliche Punkte.

    Zum ersten: Ich hatte einen Facebook-Account von 2009 bis 2025, Instagram von 2011 bis 2024, Twitter von 2010 bis 2023, Flickr (immer noch) von 2005 bis heute. In all diesen Umgebungen hab ich Kontakte, Daten, Kommentare, persönliche Konversationen, die im Extremfall - Flickr - über zwei Jahrzehnte zurückreichen. Von individuellen Entscheidungen, dort nicht mehr sein zu wollen, mal abgesehen: Diese Systeme haben über mindestens diese Zeitspanne Daten, Verfügbarkeit, Erreichbarkeit stabil gehalten. "Vollständig" im Fediverse bin ich seit 2018, und wenn ich die Menge an Instanzen und Implementationen danebenlege, die in dieser Zwischenzeit erschienen und wieder verschwunden sind, wird es mir schwummrig. Das Fediverse hat kluge Technologien und fähige Programmierer. Was fehlt, ist aber komplett irgendjemand, der willens ist, diese Verantwortung für einen dauerhaften Betrieb auf sich zu nehmen - also im Sinne der Frage: Was müssen wir tun, um Nutzer für fünf, zehn, fünfzehn oder mehr Jahre mit ihren Kontakten, Daten, ... dort verlässlich drauf zu halten? Neues Protokoll, neue Software, ..., sind dort zwar nett, aber spätestens an dem Punkt, an dem der Kram inkompatibel zu den vorherigen Implementationen ist, ist das vollständig nutzlos, weil ich die Daten meiner Nutzer, meiner Kunden, oder der Menschen, die auf mich vertrauen, im Zweifelsfall nicht portiert bekomme. Viele der Themen im Fediverse und auch in dieser Historie funktionieren nur unter einer simplen wie garstigen Annahme: Die "vergangenen" Daten sind nicht relevant genug, um sie über einen Protokollbruch oder -wechsel zu heben. Dumm nur, dass für viele der Menschen auf den proprietären Plattformen die eigene Historie, das Set der eigenen Daten dort ganz und gar nicht irrelevant ist. Das ist diese Schnellebigkeit, dieses "move-fast-and-break-things", das wir bei den großen garstigen Konzernen zu oft zu Recht beklagen.

    Zum zweiten: Es ist, sind nur allzu oft One-Man-Shows. Siehe auch pixelfed: Da gibt's mit Instagram und Tiktok zwei Heavyweights am Markt, mit großen Teams, großen Abteilungen für Entwicklung der Serverkomponenten, Entwicklung der mobilen Apps, für Betrieb der Infrastruktur, für Automatisierung, für Trust&Safety und Moderation und so weiter. Und dann habe ich pixelfed, mit im Wesentlichen einem (in Zahlen: 1) Entwickler, der all das macht, und parallel dazu noch drei oder vier andere Projekte vorantreibt. Was passiert, einmal mehr: Divide et impera. Ich habe große Player, die den Markt fest im Griff haben, und eine Community, in der Individuen im Klein-Klein ihren Kram machen, sich schlimmstenfalls gegenseitig in die Quere kommen und das Leben einander noch erschweren, anstelle Dinge zu verbessern. Siehe das Debranding: Kompatibilität zwischen Systemen herzustellen ist bei einer losen Spezifikation und unvermeidlichen Bugs eh schon schwer genug; wenn ich darauf verzichte, eine der wenigen Möglichkeiten für andere Beteiligte, eine Software zu identifizieren (und damit Rückschlüsse auf deren Verhalten zu tun) wegschneide - nodeinfo - dann ist das nicht nur ein versehentlicher, sondern ein sehr bewusster Akt, anderen Ärger zu machen. All das spielt Threads, Facebook, X, ... in die Hände, ohne dass die viel dazutun müssen.

    Das ist dann der Punkt, an dem ich, wenn mich Menschen nach einer förderierten Plattform fragen, eben Mastodon empfehle - nicht, weil ich die Software extrem klasse finde (da gibt's viel zu optimieren, immer wieder und überall), aber weil die Plattform mit der Struktur, in der sie betrieben wird, mich am ehesten die Chance sehen lässt, dass die in 5..15 Jahren noch irgendwie weiterbetrieben, gepflegt, gewartet ist, und dass es auch noch ein, zwei Instanzen gibt, die kontinuierlich betrieben werden. Dass das auch hier keineswegs sicher ist, brauch ich nicht zu betonen. Aber anders als bei anderen förderierten Servern hat Mastodon zumindest die /Motivation/, den Anspruch, das irgendwie zu schaffen, anstelle im technischen Rauschen verlorenzugehen. 😔

    @Kristian @Kristian Ich hatte einen Facebook-Account von 2009 bis 2025, Instagram von 2011 bis 2024, Twitter von 2010 bis 2023, Flickr (immer noch) von 2005 bis heute. In all diesen Umgebungen hab ich Kontakte, Daten, Kommentare, persönliche Konversationen, die im Extremfall - Flickr - über zwei Jahrzehnte zurückreichen. Von individuellen Entscheidungen, dort nicht mehr sein zu wollen, mal abgesehen: Diese Systeme haben über mindestens diese Zeitspanne Daten, Verfügbarkeit, Erreichbarkeit stabil gehalten.
    Dahinter stecken allerdings auch gewinnorientierte Großkonzerne mit Milliardenbudgets, die sie zu einem erheblichen Teil daher haben, daß sie die privaten Daten ihrer Nutzer verschachern.

    Facebook beispielsweise hat keinen VPS. Facebook hat eigene gigantische Datenzentren mit hunderten Server-Racks und abertausenden Einzelservern. Und die haben sie weltweit. Die haben Redundanz von der Redundanz von der Redundanz. Und die haben bezahlte Vollzeit-Profi-Administratoren in Divisionsstärke.

    Okay, auch Meta Platforms hat mindestens einen Single Point of Failure. Wenn der ausfällt, ist ganz Facebook tot, ist ganz Instagram tot, ist ganz Threads tot, ist ganz WhatsApp tot und ist ganz Horizon tot. Ist oft genug passiert.

    "Vollständig" im Fediverse bin ich seit 2018, und wenn ich die Menge an Instanzen und Implementationen danebenlege, die in dieser Zwischenzeit erschienen und wieder verschwunden sind, wird es mir schwummrig.
    Das Fediverse hat im allgemeinen genau null Budget. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen werden alle Server von unbezahlten freiwilligen Individuen in ihrer Freizeit betrieben.

    Und "Server" heißt nicht zwingend "Rackeisen bei Hetzner oder OVH im Serverschrank", sondern oft genug "alter Rechner, den der Admin noch zu Hause rumliegen hatte, wo er einfach mal Linux, einen LAMP-Stack und Friendica draufgeschmissen hat und aus Goodwill seinen Node anderen zur Verfügung stellt". Wenn der abraucht, ist Schicht im Schacht, vor allem, wenn der Admin nicht mal eben die Kohle hat für Ersatzteile, geschweige denn eine brandneue Maschine.

    Äpfel und Birnen also.

    Friendica hatte ja nie eine "Friendica gGmbh" oder "Friendica, Inc.", die den einen oder anderen Leuchtturm-Node professionell betreibt. Alle Friendica-Nodes werden von Freiwilligen betrieben. Da muß man als Friendica-Nutzer nehmen, was da ist.

    Guck dir mal an, wieviele Friendica-Nodes mit offener Registrierung es aktuell gibt. Wenn dich das wundert: Guck dir mal an, wieviele Nutzer Friendica hat.

    Das Fediverse hat kluge Technologien und fähige Programmierer. Was fehlt, ist aber komplett irgendjemand, der willens ist, diese Verantwortung für einen dauerhaften Betrieb auf sich zu nehmen - also im Sinne der Frage: Was müssen wir tun, um Nutzer für fünf, zehn, fünfzehn oder mehr Jahre mit ihren Kontakten, Daten, ... dort verlässlich drauf zu halten?
    Genau das ist doch der Sinn hinter der nomadischen Identität, wegen derer Mike Macgirvin eben nicht heute noch Friendica weiterentwickelt.

    Neues Protokoll, neue Software, ..., sind dort zwar nett, aber spätestens an dem Punkt, an dem der Kram inkompatibel zu den vorherigen Implementationen ist, ist das vollständig nutzlos, weil ich die Daten meiner Nutzer, meiner Kunden, oder der Menschen, die auf mich vertrauen, im Zweifelsfall nicht portiert bekomme.
    Dauerhafter kompletter Kompatibilitätsbruch war nie in Mikes Sinne.

    Klar, idealerweise wäre es heute schon möglich, von Hubzilla nach (streams), von (streams) nach Forte und von Hubzilla nach Forte zu klonen. Und auf allen dreien, auf Knopfdruck ganze Friendica- und Mastodon-Konten zu importieren. Garantiert absolut 100% perfekt zuverlässig.

    Aber du mußt das mal sehen aus der Sicht der technologischen Weiterentwicklung. Es war für Mike einfacher, Nomad erstmal voll funktionsfähig und stabil zu kriegen und auf Roadhouse und (streams) zum Laufen zu bringen. Bzw. nomadische Identität über ActivityPub auf (streams). Das war Prio 1, daß das überhaupt so läuft, wie er das will.

    Um Rückwärtskompatibilität zu anderen Protokollen und Formaten konnte er sich erst danach kümmern, als das alles verläßlich lief und er nicht sowieso wieder alles umschmeißen mußte. Sonst hätte er zigtausendmal wegen irgendeinem Kleinscheiß, den er in Nomad anpassen muß, jedes einzelne verdammte Mal auch noch den Mastodon-, Friendica- und Hubzilla-Import nachziehen müssen.

    Was glaubst du, warum Mike den RSS/Atom-Aggregator aus (streams) nachträglich rausgeschmissen hat? Um weniger Krimskrams im Repository zu haben, den er wegen jedem Kleinscheiß anfassen muß.

    Mike und silverpill hatten ja als Ansinnen ein ActivityPub-Fediverse, wo du buchstäblich von überall nach überall nicht nur umziehen, sondern klonen kannst. Also auch ein Mastodon-Konto mit einem Klon auf Forte und noch einem auf Mitra. Nur ist das der drölfte Schritt, bevor die ersten zehn überhaupt getan sind.

    Außerdem kann man es nicht den beiden ankreiden, wenn Mastodon sich der nomadischen Identität verweigern wird. Und Mastodon wird sich der nomadischen Identität verweigern. Oder ein ganz eigenes, komplett inkompatibles Konzept vorstellen, das dann nur innerhalb von Mastodon funktioniert. Das ist dann aber nicht Mikes und silverpills Schuld, sondern das ist einfach nur wieder Mastodon, das die üblichen Mastodon-Sachen macht.

    Das ist diese Schnellebigkeit, dieses "move-fast-and-break-things", das wir bei den großen garstigen Konzernen zu oft zu Recht beklagen.
    Die Alternative wäre ein immer noch von Mike gepflegtes Hubzilla, das folglich immer noch auf dem Stand von 2015 feststeckt, wo Mike von einem vollnomadischen "Grid" aus Hubzilla-Hubs träumte, das irgendwann mal die nichtnomadische Föderation diaspora*/Friendica/Hubzilla ersetzen soll. Nur wird dieses Grid nie kommen, denn wir haben jetzt das von Mastodon dominierte Fediverse.

    Alternativ wäre die Alternative ein immer noch von Mike gepflegtes Friendica. Und keinerlei wirksame Resilienz gegen spontan schließende Server, weil Mike nie die nomadische Identität erfunden hätte. Und weil es immer noch keine großen, professionell betriebenen Friendica-Nodes gäbe, weil Friendica immer noch so klein wäre wie damals, gäbe es immer noch Fälle, wo Leute alles verlieren, weil ihnen der Node unterm Hintern zusammengebrochen ist.

    Und nein, Riesennodes in Größenordnungen wie mastodon.social kann es auf Friendica sowieso nicht geben. Friendica hat immer noch einen ziemlichen Ressourcenhunger pro Nase, was vor allem an den vielen Föderationsprotokollen liegt.

    Ich kann mich noch erinnern, als Friendica sich mit Facebook verbinden konnte. Alle wollten auf Nodes mit Facebook-Connector sein. Und genau die Nodes waren mit höchstens ca. 130 Leuten voll und haben ihre Registrierungen dichtgemacht. Einer nach dem anderen. Aber: Die Nodes, die keinen Facebook-Connector hatten, konnten nicht sehr viel mehr Leute aufnehmen.

    Die Annahme, man könnte heutzutage auf einem Friendica-Node über 10.000.000 Nutzerkonten fahren, ist irrig. Höchstens, wenn der Node sein eigenes Rechenzentrum hätte.

    Allein deshalb wird Friendica nie "Too big to fail"-Riesennodes in der Art von mastodon.social haben. Und bei der Maximalgröße von Friendica-Nodes werden sich einige Node-Betreiber fragen, ob es sich wirklich lohnt, ihren gerade in Rauch aufgegangenen Nodeserver teuer zu reparieren oder zu ersetzen wegen der paar People. Ich meine, es sind schon deutlich größere und bedeutendere diaspora*-Pods dauerhaft abgeschaltet worden, als was ein Friendica-Node an Konten aufnehmen kann.

    Es ist, sind nur allzu oft One-Man-Shows. Siehe auch pixelfed: Da gibt's mit Instagram und Tiktok zwei Heavyweights am Markt, mit großen Teams, großen Abteilungen für Entwicklung der Serverkomponenten, Entwicklung der mobilen Apps, für Betrieb der Infrastruktur, für Automatisierung, für Trust&Safety und Moderation und so weiter. Und dann habe ich pixelfed, mit im Wesentlichen einem (in Zahlen: 1) Entwickler, der all das macht, und parallel dazu noch drei oder vier andere Projekte vorantreibt.
    Noch einmal: Äpfel und Birnen.

    Hätte Daniel Supernault erstmal eine Dansup Platforms, Inc. gründen, Büroblocks und Datenzentren auf allen Erdteilen bauen und 50.000 Admins und 100.000 Entwickler einstellen sollen, bevor er irgendwas hätte veröffentlichen können? Von welchem Geld? Wie hätte er das refinanzieren sollen? Und wie, ohne die Daten seiner Nutzer zu verschachern?

    Wenn wir von jeder Fediverse-Anwendung erwarten, daß dahinter erstmal eine hunderte Milliarden schwere, börsennotierte globale Gigacorporation aufgezogen wird, bevor es irgendwelche Produkte gibt, dann hätten wir kein Fediverse.

    Das Fediverse muß mit dem auskommen, was es hat. Entwickler sind knapp, knapper als Ideen. Und Geld gibt es in einem dediziert antikapitalistischen Netzwerk wie dem Fediverse eh kaum, geschweige denn die zig Billionen Dollar, die es bräuchte, um das ganze Fediverse auf das Niveau der kommerziellen Produkte börsennotierter golbaler Gigacorporations zu bringen.

    Siehe das Debranding: Kompatibilität zwischen Systemen herzustellen ist bei einer losen Spezifikation und unvermeidlichen Bugs eh schon schwer genug; wenn ich darauf verzichte, eine der wenigen Möglichkeiten für andere Beteiligte, eine Software zu identifizieren (und damit Rückschlüsse auf deren Verhalten zu tun) wegschneide - nodeinfo - dann ist das nicht nur ein versehentlicher, sondern ein sehr bewusster Akt, anderen Ärger zu machen.
    Das war nie ein Versehen. Das Debranding war volle Absicht. Absolut vorsätzlich. Und sehr gut begründet.

    Das Ziel war, Markenfans zu irritieren. Diejenigen, die Fanbois oder Fangurls von Mastodon oder Misskey oder Friendica oder was auch immer waren, nicht, weil sie technologisch von denen überzeugt waren, sondern weil sie einfach Markenfans waren und ganz fest daran glaubten, Mastodon/Misskey/Friendica ist am besten, weil es einfach die geilste Marke ist.

    Auch das Entfernen von nodeinfo war Absicht und absolut vorsätzlich. Damit wollte Mike verhindern, daß Leute mit Zahlen von The Federation oder der FediDB oder dem Fediverse Observer ankommen und sagen: "Mastodon/Misskey/Friendica ist ja mal viel geiler als Streams, weil das hat ja viel mehr Server/Nutzer/Posts!" Dieser "Mehr Server/Nutzer/Posts = bessere Software"-Wettstreit ging Mike komplett auf den Sack. Also hat er Gegenmaßnahmen ergriffen.

    Dazu kommt noch etwas: Mike weiß, wie gut sein Zeugs ist. Und als jemand, der schon für Geld in der Softwareindustrie gearbeitet hat (als einer der ganz wenigen Fediverse-Entwickler), weiß er auch eine Sache ganz genau: IT-Konzerne greifen sich gern den richtig geilen Scheiß, entweder gegen Geld oder, wenn es quelloffen ist, ohne Bezahlung. Und Mike will nicht, daß seine Software von irgendeinem Konzern übernommen, proprietär und unfrei gemacht und dann als deren komplette Eigenkreation rausgebracht wird.

    Auch deshalb kein nodeinfo, damit kein IT-Konzern je erfahren wird, was (streams) für Zahlen hat. Falls (streams) wirklich durchstarten sollte.

    Das ist übrigens auch der Grund, warum Friendica 2011 eine Zeitlang zwei Repositories hatte: Friendika/Friendica selbst, also das ursprüngliche Repository, war das Produktivrepository. Das war das offizielle Repository. Daraus wurden die Nodes betrieben. Aber: Mike hat davon ein Geheimrepository namens Free-Friendika geforkt, hat das unter der MIT-Lizenz belassen, hat es benutzt, um Friendica weiterzuentwickeln, und hat Friendica selbst unter die GNU Affero GPLv3 gestellt.

    Ein Konzern hätte Friendica erst relizensieren müssen oder sich an die AGPL halten. Free-Friendika-Code hätte ein Konzern problemlos nach proprietär, unfrei und closed-source relizensieren können. Aber von Free-Friendika hätte kein Konzern je erfahren, das war Mikes Geheimrepository. Und Mike selbst brauchte nichts unter der AGPL zu entwickeln; sein eigener Code blieb immer unter der MIT-Lizenz.

    Zitat direkt vom streams-Repository, geschrieben von Mike (https://codeberg.org/streams/streams):

    The first thing to be aware of when discussing the streams repository is that it has no brand or brand identity. None. The name is the name of a code repository. Hence "the streams repository". It isn't a product. It's just a collection of code which implements a fediverse server that does some really cool stuff. There is no flagship instance. There is no mascot. In fact all brand information has been removed. You are free to release it under your own brand. Whatever you decide to call your instance of the software is the only brand you'll see. The software is in the public domain to the extent permissable by law. There is no license.

    If you look for the streams repository in a list of popular fediverse servers, you won't find it. We're not big on tracking and other spyware. Nobody knows how many instances there are or how many Monthly Active Users there are. These things are probably important to corporations considering takeover targets. They aren't so important to people sharing things with friends and family.


    Aber anders als bei anderen förderierten Servern hat Mastodon zumindest die /Motivation/, den Anspruch, das irgendwie zu schaffen, anstelle im technischen Rauschen verlorenzugehen.
    Das hat bei Mastodon aber andere Gründe.

    Der eine: Mastodon hatte 2016 das Glück, Coverage durch die deutsche Presse zu bekommen. Das setzte einen Schneeball in Bewegung, durch den Mastodon so riesengroß wurde, daß alle glauben, Fediverse = Mastodon.

    Ernsthaft: Sind die Leute in Scharen zu Mastodon gekommen, weil es am zuverlässigsten ist? Nein. Sind sie gekommen, weil es technologisch am besten ist? Nein.

    Warum dann? Weil sie nur Mastodon kannten. Weil sie von den Alternativen nie gehört hatten. Weil ihnen niemand von den Alternativen erzählt hatte. Weil auch diejenigen, die sie nach Mastodon geholt haben, nie von den Alternativen gehört hatten und glaubten, das Fediverse sei nur Mastodon.

    Oder weil ihnen "der Einfachheit halber" und "des einfacheren Verständnis halber" das Fediverse außerhalb von Mastodon verschwiegen wurde. Es gibt Leute, die genau dieses Vorgehen mit Zähnen und Klauen verteidigen.

    Der andere, und der basiert auf dem ersten: Hinter Mastodon stehen zwei Unternehmen, die Mastodon gGmbH und die gewinnorientierte US-amerikanische Mastodon, Inc. Mastodon hat das Budget für bezahlte professionelle Vollzeitentwickler. Eugen Rochko ist der einzige, der durch das Fediverse zum Millionär wurde. Kein Witz.

    Die Motivation und den Anspruch haben auch andere. Der Unterschied: Mastodon hat die Kohle. Und die Marktmacht. Das ist die Realität.

    Hätte Mike eine Zotlabs, Inc. aufgezogen mit einem Milliardenbudget, wäre Facebook heute ziemlich am Arsch, Hubzilla und Zap oder (streams) wären das Maß aller Dinge, ActivityPub wäre eine Randnotiz der Geschichte, Zot das neue HTTP, und über Mastodon würde man sich kaputtlachen. Aber, bitte, wie soll ein Bauer und Hobbyprogrammierer am australischen Arsch der Heide eine milliardenschwäre Zotlabs, Inc. aufziehen?

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams)
    streams

    Decentralised personal communication system.

    Codeberg.org

    @jupiter_rowland Knapp dazu, für mehr fehlt gerade die Zeit, aber bevor der Gedanke weg ist: Mir geht es eben nicht darum, dass es milliardenschwere, garstige For-Profit - Strukturen braucht, um sowas zu betreiben. Aber mir geht es darum, dass "wir" alle nur allzu oft das Fediverse als Alternative zu Facebook, X, ... ins Rennen werfen (gerade bei pixelfed - Instagram ist das massiv zu beobachten) und damit diesen Äpfel-Birnen-Vergleich und die nachgelagerten Erwartungshaltungen selbst massiv befeuern, weil die Menschen, die von dort kommen, natürlich erwarten, dass Verfügbarkeit, Stabilität, ... von Diensten nix ist, worüber man in 2026 diskutieren will. Und auf der anderen Seite - ja, das Fediverse muss mit dem arbeiten, was es hat. Die Erwartungshaltung wäre hier (Stichwort eben Nachhaltigkeit), dass "wir" uns der Knappheit der Ressourcen - sowohl Personen als auch Technik, Strom, ... - bewusst werden und die Dinge bündeln, wissend eben, dass solche Dienste alle letztlich Spielzeug fragwürdigen Nutzens sind, wenn sich die Menschen, die da drüber kommunizieren, nicht ansatzweise verlassen können, dass es Service, Software, ... übermorgen noch gibt. Das ist ein organisatorisches und strukturelles Problem, das ist nix, was man mit Code oder Protokollen oder irgendwas in der Art löst, sondern nur mit Organisation, mit Zusammenarbeit, mit gemeinsamen Zielen und einer gemeinsamen Richtung - also genau dem, wo sich das (gegenwärtige?) Fediverse extrem schwer tut, um es sehr sehr wohlwollend zu formulieren.

    (Inwieweit das Fediverse dort "antikapitalistisch" ist, wo es sich in Betrieb von Instanzen, Weiterentwicklung von Diensten, ... darauf verlässt, dass das freiwillige Freizeit-Arbeit ist von Menschen, die teilweise gut bezahlte Dayjobs bei alles andere als antikapitalistischen Unternehmen haben und sich "unbezahlte Arbeit" nebenher leisten können, ist ein anderes Thema, über das man sprechen müsste. Ich weiß nicht, wo das Fediverse heute wäre, wenn die Menschen, die daran, darin arbeiten, von dem, was sie dort tun, leben müssten...)

    @Kristian Es wäre natürlich schön, wenn alle an einem Strang ziehen würden. Das wird nur nie passieren.

    Entwickler von Forks haben Beef mit Entwicklern des Originals. Entwickler des einen Fork haben Beef mit Entwicklern des anderen Fork.

    Verschiedene Entwickler haben diametral unterschiedliche Vorstellungen von derselben Sache, beide schon weit entwickelt, und hören erst dann voneinander und vom Projekt des jeweils anderen. Keiner von beiden ist bereit, das eigene Projekt aufzugeben.

    Überhaupt hat niemand einen Überblick davon, wer denn noch so alles an dem Strang ziehen soll und wie die jeweils zu ziehen vorhaben.

    Und dann sind da noch die, die versuchen, allen anderen vorzugeben, wie sie den Strang zu ziehen haben, und entweder implizieren, daß es anders gar nicht geht, oder es gleich unmöglich machen, den Strang anders zu ziehen. Obwohl sie dafür gar nicht die Autorität haben. Aber sie haben die Marktmacht, zu einem erheblichen Teil ihre eigenen Fasern in den Strang reingewoben zu haben.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta
    Netzgemeinde/Hubzilla

    @jupiter_rowland Ja. Leider. Der Punkt ist damit: Letztlich geht es wohl um nix. Überwachungskapitalismus, Demokratieverzerrung, Fake-News, Manipulation durch die großen Plattformen - nichts davon ist augenscheinlich schwerwiegend genug, dass man solche Querelen in offenen Projekten zumindest vorübergehend ausblenden könnte. Nicht mal die Einigung auf eine gemeinsame Zielrichtung scheint zu funktionieren. Das einzige, was passiert, ist, dass alle auf dem einzigen Projekt, das aus diesem Durcheinander ausbricht, vermutlich auch ausbrechen muss, um irgendwie zumindest /etwas/ zu erreichen, nach Kräften schlechtgeredet wird. Alles eher unbefriedigend.
    @Kristian Ich meine, das Fediverse kann sich auch an Mastodon anpassen. Alles nach Mastodons Vorgaben machen. Aufhören, ActivityPub by the book zu implementieren. Aufhören zu versuchen, ActivityPub zu verbessern. Statt dessen einfach Mastodon implementieren.

    Dann hätten wir Frieden.

    Dann würde aber alles nach Gargrons Pfeife tanzen.

    Dann könnten wir vor allem tatsächliche Fortschritte im Fediverse vergessen.

    Dann könnten wir nomadische Identität in die Tonne kloppen.
    Dann könnten wir mehrere Identitäten pro Konto in die Tonne kloppen.
    Dann könnten wir mehrere Profile pro Identität in die Tonne kloppen.
    Dann könnten wir alle Profilfelder in die Tonne kloppen, die Mastodon nicht hat.
    Dann könnten wir Berechtigungen in die Tonne kloppen.
    Dann könnten wir Antwortenkontrolle in die Tonne kloppen.
    Dann könnten wir vernünftige Listen in die Tonne kloppen.
    Dann könnten wir Zitate in die Tonne kloppen. (Nicht Drükos, sondern Zitate wie in Internetforen.)
    Dann könnten wir Emoji-Reaktionen in die Tonne kloppen.
    Dann könnten wir ordentliche Darstellung langer bzw. formatierter Inhalte in die Tonne kloppen.
    Dann könnten wir mehr als 4 Bilder in normalen Posts in die Tonne kloppen.
    Dann könnten wir in normale Posts eingebettete Bilder in die Tonne kloppen.

    Alles, weil Gargron das auf Mastodon nicht will. Und was Gargron auf Mastodon nicht will, das hat gefälligst auch sonst keiner zu implementieren, weil das nur Unfrieden stiftet.

    Wir hätten Frieden.

    Aber das wäre ein Diktatfrieden. Das Fediverse wäre wirklich nur noch Mastodon. Und Gargron hätte gewonnen. Sein Mastodon wäre der Alleinherrscher über das Fediverse. Und sein großer Nemesis, Mike Macgirvin, wäre vernichtend geschlagen.

    Aber wir hätten Frieden.

    Und die einzigen, die sich an der Situation nicht stören, sind die, die was anderes als Mastodon nicht kennen, und die, die was anderes als Mastodon nicht wollen.

    Ganz ehrlich: So ein Fediverse will ich nicht. Ich weiß schon ganz genau, warum ich nicht auf Mastodon bin. Und ich lasse mir mein Hubzilla nicht zu einem weiteren Mastodon zusammenstreichen nur um des lieben Friedens willen.

    Und eins kannst du mir glauben: Mike Macgirvin wird da nicht mitziehen. Mario Vavti und Harald Eilertsen auch nicht. Eher schmeißen sie wohl ActivityPub ganz raus und setzen nur noch auf Zot bzw. Nomad.

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #NichtNurMastodon #Mastoverse #MastodonFediverse
    Netzgemeinde/Hubzilla

    @jupiter_rowland Ich hätte zwei Fragen dazu. Zum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?

    Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?

    (Nicht provokant gemeint, ich würde es wirklich gern verstehen. Nur auf Mastodon herumzuschlagen ist nämlich auch unglaublich einfach.)

    @Kristian Zum einen: Warum hat Mastodon als deutlich jüngeres Projekt deutlich mehr Nutzer für sich gewinnen können als die Projekte, die schon länger am Start sind? Was ist denen gelungen, was alle anderen nicht geschafft haben?
    Halb Zufall, halb Publicity.

    2016. Mastodon ist raus. Anscheinend redet Gargron online viel darüber. Jedenfalls mehr als die hinter Pleroma, Friendica und Hubzilla. Und das ebenfalls zentralistische und nicht mehr mit dem Fediverse verbundene Identi.ca ist eh nicht in den Händen von jemandem, der Deutsch kann, und auch Evan Prodromou redet nicht groß drüber, jedenfalls nicht mit Leuten, die ihm über Mainstream-Medien Publicity verschaffen könnten.

    Ein deutsches Mainstream-Medium wird drauf aufmerksam und interviewt ihn und macht eine Story über ihn und Mastodon. Viele Leute lesen darüber, daß es an Microblogging nicht nur Twitter gibt. Twitter ist damals schon nicht unumstritten, aber allgemein wird bisher angenommen, daß es keinen Alternative dazu gibt. Identi.ca kennt keiner, GNU social kennt keiner, Pleroma kennt keiner, Friendica kennt keiner, Hubzilla kennt keiner. Aber von Mastodon lesen sie jetzt. Schon kommen neue Nutzer, die weiter microbloggen wollen, aber von Twitter wegwollen, nach Mastodon.

    2017. Auf Twitter werden Furries, Manga-/Anime-Fans und queere Personen von rechten Störenfrieden angegriffen. Irgendjemand entweder unter ihnen oder unter den Leuten, die sie kennen, kennt Mastodon und sagt, da können sie doch hingehen. Es findet ein großer Exodus dieser Personengruppen von Twitter nach Mastodon statt. Mastodon wächst weiter. Wieder kennt niemand Identi.ca, GNU social, Pleroma, Friendica oder Hubzilla. Daher gehen ausnahmslos alle nach Mastodon, und nur Mastodon profitiert davon.

    In den nächsten Jahren gibt es weitere solche Vorfälle auf Twitter. Wieder ist Mastodon die einzige bekannte Alternative (Grund: siehe 2016 und 2017). Wieder geht der Exodus nur nach Mastodon.

    Ein Schneeball kommt ins Rollen: Mastodon wird größer, mehr Leute sind da, mehr Leute kennen es, mehr Leute empfehlen Mastodon, Mastodon wird größer und so weiter.

    Mehr und mehr andere Serveranwendungen kommen ins Fediverse und verbinden sich mit Mastodon. Mastodon selbst ist aber so riesengroß, daß es innerhalb Mastodon geschätzte 99% allen Inhalts stellt. Inhalte von woanders sind auf Mastodon superselten.

    Dazu kommt: Mastodon zeigt nicht an, woher Beiträge kommen. Mastodon zeigt bei Beiträgen von Misskey nicht an, daß die von Misskey kommen. Daher erfahren Mastodon-Nutzer auch nicht, daß die von Misskey kommen. Sie erfahren somit nicht, daß es Misskey gibt. Sie glauben, das sind Mastodon-Tröts.

    Dazu kommt dann auch noch: Mastodon ist noch auf Version 3.x. Mastodon kann noch keine wie auch immer geartete Textformatierung darstellen. Das wird alles, aber auch wirklich alles von Mastodons HTML-"Sanitiser" rausgelöscht. Mastodon zeigt nur Klartext an. Das einzige, was Nicht-Mastodon-Beiträge von Mastodon-Tröts unterscheidet, ist, daß sie über 500 Zeichen lang sein können, daß Erwähnungen anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet), und daß Hashtags anders aussehen können (als wenn da einer drauf achtet).

    Februar 2022. Elon Musk, längst ein durch und durch xenophober Faschist, kündigt an, Twitter aufzukaufen. Viele wollen weg, wissen aber nicht wohin. Millionen von ihnen werden eingeladen nach Mastodon. Ohne irgendeine Erwähnung von irgendeiner anderen Alternative. Weil die, die sie einladen, selbst auch nur Twitter und Mastodon kennen und nie von irgendeiner anderen Alternative gehört haben.

    Februar/März 2022. Millionen von Twitter-Nutzern flüchten von Twitter nach Mastodon. Alle mit dem Wissensstand "es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon". Das so schon nicht kleine Mastodon wächst auf ein Vielfaches seiner Größe. Sowohl die Anzahl als auch der relative Anteil derjenigen, die glauben, das Fediverse sei nur Mastodon, und es gäbe nur Twitter und Mastodon, steigt.

    Die wenigen Pleroma-Nutzer scheinen die Situation zu verpennen.

    Misskey wächst auch, aber nur in Ostasien und speziell in Japan, wo es den Stellenwert hat, den Mastodon in der westlichen Welt hat. Aufgrund von Zeitzonen- und Sprachbarrieren (und weil die meisten westlichen Fediverse-Server den Misskey-Leuchtturmserver misskey.io gesperrt haben) kommen aus Japan kaum bis keine Informationen über die Existenz von Misskey an westliche Mastodon-Nutzer. Nennenswerte Forkeys gibt es zu diesem Zeitpunkt in der westlichen Welt auch noch nicht.

    Auf Friendica, Hubzilla und (streams) tut man auch nichts, weil das ein Twitter-Thema ist und man eher Richtung Facebook orientiert ist. Ein paar Friendica-Nutzer wären bereit gewesen, Leute von Facebook nach Friendica zu holen. Auf Hubzilla sorgte man sich eher darüber, wie tageslichttauglich Hubzilla gerade war, und die Community steckte allgemein in einer Lethargie. (streams) hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Nutzer. Und überall schien man anzuzweifeln, daß man in der Lage ist, einen Riesenexodus von mehreren Millionen auf den existierenden Servern aufnehmen zu können.

    Oktober 2022. Elon Musk kauft Twitter auf. Noch sehr viel mehr Leute wollen da weg, wissen aber nicht wohin. Sie werden nun nach Mastodon eingeladen von denen, die im Februar/März von Twitter nach Mastodon geflohen sind. Ihr Wissensstand ist immer noch derselbe: "Es gibt nur Twitter und Mastodon" und "Fediverse = Mastodon".

    Pleroma? Misskey? Forkeys? Friendica? Hubzilla? (streams)? Siehe oben.

    So, warum sind Friendica und Hubzilla nicht größer, obwohl sie älter sind?

    Zunächst einmal: Mike Macgirvin hat bis 2023 angenommen, wenn er etwas baut, dann kommen die Leute schon von ganz alleine. Er ist kein Mensch der Öffentlichkeit. Er lebt mit seiner Frau, zwei Australian Shepherds und ein paar Hühnern auf einer Farm im australischen Outback, also in einer ziemlichen Einöde, wo man schon seine eigenen Nachbarn nicht sieht.

    Mikes Hoffnung scheint auf dem Leidensdruck der Leute und ihrer Bereitschaft zum selbständigen Googlen zu beruhen. Mike glaubt, wenn die Leute mit Facebook nur unzufrieden genug sind, dann googlen sie von ganz alleine nach Alternativen, und dann werden sie seine Kreationen finden und als am besten erachten. Was er nicht auf dem Zettel hat: Niemand googlet nach dezentralen Facebook-Alternativen, wenn man nicht einmal eine vage Vorahnung hat, daß es sowas geben könnte. Oder daß es überhaupt Alternativen zu Facebook geben könnte. Social Networking = Facebook zur damaligen Zeit.

    Jedenfalls:

    März 2010. Facebook wird langsam so schlimm, daß Mike sich selbst daransetzt, eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare und obendrein sehr mächtige Alternative zu entwickeln.

    Mai 2010. Zum einen: Mike rollt die erste Vorabversion von Mistpark aus.

    Zum anderen: Vier junge Apple-Fanbois in den USA finden Facebook auch schlimm. Auch sie wollen eine freie, quelloffene, dezentrale, selbsthostbare Alternative zu Facebook entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um Mistpark auf Google zu finden. Abgesehen davon rechnen auch die vier nicht damit, daß jemand so etwas schon mal gemacht haben könnte. Sonst hätten sie ja davon gehört, oder?

    Jedenfalls: Die vier beschließen, ihren "Facebook-Killer" namens diaspora* über den Sommer 2010 zu entwickeln. Dafür brauchen sie aber Geld. $3.000 pro Nase, also $12.000 insgesamt. Sie starten eine Crowdfunding-Kampagne. Die geht komplett viral. Die Mainstream-Massenmedien picken auf, daß da vier Jungs etwas entwickeln wollen, was das immer schlimmer werdende Facebook ersetzen soll, und zwar, ohne die Nutzer auszuspionieren.

    Binnen kürzester Zeit nehmen sie über $200.000 ein.

    An dieser Stelle hätte Mike sich an die Massenmedien wenden können: Das, was die vier da vorhaben, das hat er schon fast fertig entwickelt. Ohne Crowdfunding. Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Juli 2010. Mike rollt den ersten stabilen Release von Mistpark aus. Die mächtigste föderierte Serversoftware, bis Mike es selbst entthronen wird. Wieder ohne jegliche Werbung, PR, Publicitiy oder was auch immer. Jetzt hätte Mike erst recht an die Tech- und Massenmedien gehen können und sagen können: "Hier, ich habe ganz alleine und für lau einen Facebook-Killer entwickelt, der sogar noch viel besser und mächtiger ist als Facebook!" Tut er aber nicht. Er glaubt weiter an die Macht der Suchmaschinen in Kombination mit der Überlegenheit von Mistpark.

    Herbst 2010. Die erste superfrühe Alpha-Version von diaspora* wird ausgerollt. Im Grunde ist es eine ziemliche Enttäuschung. Es ist buggy, es läuft nur auf Mac-Servern, und es kann auch nicht sehr viel. Trotzdem wird es zumindest von genügend Hipstern angenommen, daß Google davon erfährt und diaspora* nach Strich und Faden für sein eigenes Google+ abkupfert und sogar das Aussehen von diaspora* zu Googles neuer Corporate Identity macht.

    Auch etliche Tech-Geeks gehen nach diaspora*. Warum nicht nach Mistpark? Weil sie von Mistpark nichts wissen. Und weil sie angesichts der Sowieso-Verfügbarkeit von diaspora* kein Stück auf die Idee kommen zu googlen, ob's nicht noch was Besseres gibt.

    Sogar auf diaspora* erfährt man erst allmählich von Mistpark, das inzwischen Friendika heißt, als es dessen Entwicklern gelungen ist, sich ohne jegliche API oder so mit diaspora* zu verbinden. Friendika wird auf diaspora* dadurch bekannt, daß a) es selbst dort vertreten ist und b) seine Nutzer zu diaspora*-Nutzern darüber reden. Ein paar ziehen tatsächlich um, weil ihnen diaspora* zu unterausgestattet ist. Das heißt, einige merken auch diese Unterausstattung erst, als sie Friendika ausprobieren.

    Das geht so weiter. Auch als Tobias und Michael übernehmen, machen sie für Friendica kaum Werbung. Das heißt, es gibt einen Vortrag auf einem CCC. Aber der Vortrag ist nicht auf potentielle Nutzer ausgelegt, sondern auf Entwickler und Serveradmins.

    Als Friendica sich mit Facebook verbindet, hofft man darauf, daß Friendica auf Facebook durch seine bloße Präsenz für sich werben kann. Klappt nicht.

    April 2015. diaspora* ist weitestgehend wieder vergessen. Von Friendica weiß weiterhin keine Sau.

    Nun wird das gerade erst aus der Red Matrix umgebaute Hubzilla erstmals vorgestellt. Es ist mächtiger als alles, was es bisher an dezentraler, föderierter Software gab. Aber weder Mike noch Mario noch Harald macht irgendwelche Werbung dafür. Wieder hofft man auf Suchmaschinen.

    Die Communities von beiden machen auch nichts. Ihnen gehört das ja nicht, also ist Werbung nicht ihr Bier. Außerdem haben gerade die Friendica-Nutzer immer noch PTSD davon, daß Friendica-Nodes sogar auf dedizierten Servern oft nur ein paar hundert Leute aufnehmen können. Man könnte Leute allenfalls kleckerweise von Facebook holen, aber keine riesige Umsteigerlawine verkraften. Und auf Hubzilla redet man sich ein, daß Hubzilla ja eigentlich kein soziales Netzwerk ist, sondern ein "soziales CMS", aber trotzdem jetzt nicht so unbedingt direkt eine Facebook-Alternative, daß man jetzt unbedingt Leute von Facebook einladen müßte.

    Das zieht sich bis heute so hin. Die erste zaghafte Werbung gibt es erst 2023. Und auch die gibt's nur im längst von Mastodon dominierten Fediverse. Und auch die hält sich zum einen nicht an Mastodons Regeln (zu lange Posts führen zu Mutes und Blocks, fehlende Hashtags führen zu Unauffindbarkeit, aber wer kann schon damit rechnen, daß man Hashtags braucht, wenn man doch selbst an Gruppen gewöhnt ist). Zum anderen spricht man nicht die Sprache der Mastodon-Nutzer, erklärt ihnen also nicht, daß Friendica/Hubzilla/(streams) im Fediverse und damit auch mit Mastodon verbunden ist. Selbst wenn man das täte, würde man mehr Mastodon-Nutzer verstören als anziehen.

    Und zum anderen: Was würde denn all die benannten Beteiligten davon abhalten, das zu tun genau jetzt? Warum passiert genau das noch nicht? Wäre doch, wenn alle das wollen, leicht möglich, oder? Abschauen, was Mastodon richtig gemacht hat nach außen, und das genau so gut oder besser machen? Welche Entschuldigung gibt es dann im Moment, das nicht zu tun?
    Die "Entschuldigung" wäre, daß viele andere Fediverse-Anwendungen dann aufhören könnten.

    Ich rede nicht von denen, die von vornherein ganz anders aufgestellt sind als Mastodon (PeerTube, Funkwhale, Owncast, Mobilizon, Flohmarkt, Ibex etc.).

    Ich rede von denen, die im Prinzip auch das tun könnten, was Mastodon. Deren Alleinstellungsmerkmal aber ist, daß sie eben gerade anders sind als Mastodon und Dinge anders machen als Mastodon (Pleroma, Akkoma, Misskey, Sharkey, CherryPick, Iceshrimp-JS, Iceshrimp.NET, GoToSocial, Mitra, snac2, Socialhome, Friendica, Hubzilla, (streams), Forte etc.).

    Wenn die alle total an Mastodon angepaßt werden, wenn die alle ganz genau wie Mastodon werden, wofür braucht es die dann noch? Warum sollte sie jemand benutzen? Was außer dem Namen unterscheidet sie dann noch von Mastodon?

    Und vor allem: Glaubst du wirklich, die Entwickler werden ihre Babys zusammenschnippeln auf Mastodon-Format, nur um Frieden mit Mastodon zu haben? Und glaubst du auch, die Serveradmins werden auf diese zusammengeschnippelten neuen Versionen updaten?

    Okay, nehmen wir mal Hubzilla als Beispiel, das ultimative Anti-Mastodon.

    Nehmen wir mal an, morgen früh (um das Ganze möglichst schnell zu machen; du willst ja, daß das jetzt sofort augenblicklich passiert) rollen @Mario Vavti und @Harald Eilertsen Hubzilla 12.0 aus. Änderungen:
    • Die Mastodon Client API wird eingeführt. Der gesamte Funktionsumfang wird reduziert auf das, was die Mastodon Client API abdeckt. Hubzillas eigene Client API wird abgeschafft.
    • ActivityPub ist jetzt das Basisprotokoll.
    • Unterstützung für alle anderen Protokolle, inklusive Zot6 und diaspora*, aber auch der RSS- und Atom-Aggregator, fliegen raus.
    • Es gibt keine mehreren Identitäten pro Konto mehr, weil Mastodon die nicht versteht. Jeder Kanal wird zu einem eigenständigen Konto mit denselben Credentials wie das Konto, zu dem er vorher gehörte.
    • Das heißt, Forenkanäle werden gänzlich gelöscht, weil Mastodon keine Gruppen unterstützt.
    • Es gibt keine nomadische Identität mehr, weil Mastodon das nicht hat und damit nicht umgehen kann. Klone werden zu eigenständigen Konten. Umziehen geht höchstens noch per Export und Import. Und auch die Formate sind an Mastodon angepaßt.
    • Alle Profile außer dem öffentlichen werden gelöscht. Damit könnte Mastodon sowieso nicht umgehen.
    • Beim öffentlichen Profil werden alle Profilfelder außer dem Profiltext gelöscht. Vier neue Mehrzweck-Profilfelder werden angelegt. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Das Konzept bidirektionaler Kontakte wird ersetzt durch einseitiges Folgen und auch einseitiges Gefolgtwerden wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht.
    • Privacy-Gruppen werden umgewandelt in Listen, die nur noch haargenau die Features und die Handhabung von Mastodon-Listen haben.
    • Es gibt keine verschiedenen Kanalrollen mehr, nur noch eine Art von Konto. Wie auf Mastodon. Wie gesagt, Forenkanäle werden nicht in Konten umgewandelt, sondern gänzlich gelöscht.
    • Das komplette Berechtigungssystem wird ersatzlos gelöscht. Alle existierenden Berechtigungen (außer bei DMs) werden auf öffentlich gesetzt.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Blacklist wird umgewandelt in jeweils eine Filtereinstellung pro Zeile. Reine Schlüsselwörter werden normale Filter. Schlüsselwörter mit RegEx, die nur dazu dienen, daß die Wörter nur als Ganzes erkannt werden, werden umgewandelt in entsprechende Filter. Alle anderen Filterzeilen werden ersatzlos gelöscht.
    • Die kanalweite, jetzt kontoweite Filter-Whitelist wird ersatzlos gelöscht, ebenso die individuellen Filter pro Kontakt.
    • Überhaupt, alle Pro-Kontakt-Einstellungen werden gelöscht, weil Mastodon sowas nicht unterstützt und auch nicht damit rechnet.
    • Die NSFW-Filterliste könnte auch entsprechend in Filterzeilen konvertiert werden, die Posts nicht löschen, sondern verstecken. Weil dieses Feature auf Mastodon aber nie Teil der Mastodon-Kultur geworden ist, die noch auf Mastodon 3.x basiert, wird die NSFW-Filterliste gänzlich und ersatzlos gelöscht.
    • Die maximale Postlänge wird von 16.777.215 Zeichen auf 500 Zeichen reduziert. Längere Beiträge werden automatisch in Threads zerstückelt.
    • Titel werden abgeschafft; existierende Titel werden gelöscht. Damit kann Mastodon eh nichts anfangen.
    • Das Zusammenfassungsfeld wird in CW-Feld umbenannt, damit es aus Mastodon-Sicht nicht mehr falsch benutzt wird.
    • Jegliche Form von Textformatierung und -gestaltung wird ersatzlos abgeschafft. Schon existierende Formatierungen werden entfernt.
    • Eingebettete Bilder und mehr als vier Bilder pro Beitrag werden auch abgeschafft. Von den Bildern in Beiträgen werden die ersten vier in Dateianhänge umgewandelt und die übrigen gelöscht. Alt-Texte wandern in separate Text- und Datenbankfelder mit einem harten Limit von 1.500 Zeichen.
    • Zitate werden abgeschafft. Auch die könnte Mastodon darstellen, aber nicht erzeugen, also gehören sie nicht nach Mastodon.
    • Das Teilen von Beiträgen wird in "Zitieren" umbenannt und umgestellt auf dieselbe Art und Weise, die auch Mastodon anwendet. Oder gleich komplett abgeschafft, weil es Mastodon-Nutzer stören könnte.
    • Das Wiederholen von Beiträgen wird in "Boosten" umbenannt. Oder gleich in "Retröten", weil das mehr Mastodon-Nutzer verstehen.
    • Umfragen können nur noch vier Optionen haben, deren Namen auf 50 Zeichen beschränkt sind, und das Wählen mehrerer Optionen geht nicht mehr.
    • Jegliche Unterstützung geschlossener Konversationen wird abgeschafft zugunsten eines losen Threadmodells wie auf Twitter. Das ist das, was Mastodon versteht. Die Unterstützung für FEP-171b "Conversation Containers" wird komplett und ersatzlos gestrichen. Das ganze FEP wird gelöscht.
    • Posts heißen jetzt Tröts.
    • Kommentare heißen jetzt auch Tröts.
    • Der Zähler für ungelesene Beiträge wird abgeschafft.
    • Die HQ-Seite wird abgeschafft. Die Kanalseite wird abgeschafft. Es gibt nur noch den Network-Stream. Der wird darauf hartgecodet, nur noch Einzelbeiträge zu zeigen und keine ganzen Konversationen mehr. Das soll verhindern, daß Hubzilla-Nutzer immer noch Hubzilla irgendwie anders nutzen, als Mastodon-Nutzer Mastodon nutzen.
    • Der Filespace wird abgeschafft. WebDAV sowieso. Dateien werden so gehandhabt wie auf Mastodon.
    • Der Eventkalender wird abgeschafft, weil Mastodon eh keine Events kann.
    • Der CalDAV-Kalenderserver wird abgeschafft.
    • Der CardDAV-Adreßbuchserver wird abgeschafft.
    • Artikel werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Planungskarten werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Wikis werden abgeschafft. Irritieren Mastodon-Nutzer nur.
    • Webpages werden abgeschafft. Hubzilla wird eine neue offizielle Website brauchen.
    • Kanalquellen werden abgeschafft. Auf Mastodon kann man ja auch nicht mit Bordmitteln Bots bauen, außerdem sind Bots böse.
    • Der PDL-Editor wird abgeschafft. Die Unterstützung von Themes wird abgeschafft. Hubzillas Oberfläche wird hartgecodet. Entweder sieht es jetzt wie Mastodon oder wie Twitter aus. Egal, ob es eigentlich aus einer Facebook-Alternative hervorgegangen ist. Aber die primäre Facebook-Alternative im Fediverse ist jetzt auch Mastodon.
    • Alle anderen optionalen Apps werden auch abgeschafft. Hubzilla ist nicht mehr modular.

    So, jetzt frage ich dich: Glaubst du, Mario und Harald machen das wirklich?

    Glaubst du wirklich, sie kastrieren Hubzilla tatsächlich freiwillig um locker 90% seiner Features, nur um sich Mastodon anzubiedern? Die beiden, die sich bis jetzt von Gargron überhaupt gar nichts haben sagen lassen?

    Und glaubst du allen Ernstes, Hub-Admins wie @Der Pepe (Hubzilla) ⁂, @Mark Nowiasz oder @Steffen gehen wirklich dabei und stellen ihre Hubs auf das so zusammengestrichene Hubzilla 12.0 um, das sich außer im Namen praktisch nicht mehr von Mastodon unterscheidet? Für einen Diktatfrieden mit dem eigentlich konzeptionell völlig anderen und bis dahin featuremäßig hoffnungslos unterlegenen Mastodon?

    Und warum glaubst du, daß genau diese Personen genau das auch tatsächlich tun werden? Auch ich hätte dafür gerne eine ehrliche Antwort.

    Wohlgemerkt, @Steffen 🦉🇪🇺 hat erst vor kurzem einen Mastodon-Server abgeschaltet und setzt jetzt nur noch auf Friendica und Hubzilla. Und du glaubst allen Ernstes, er läßt zu, daß beide durch neue Versionen der Serversoftware zu Mastodon-Klonen reduziert werden?

    #Long #LongPost #CWLong #CWLongPost #LangerPost #CWLangerPost #FediMeta #FediverseMeta #CWFediMeta #CWFediverseMeta #Fediverse #Mastodon #diaspora* #Mistpark #Friendica #Hubzilla #Streams #(streams) #Mastoverse #MastodonFediverse
    Netzgemeinde/Hubzilla

    @jupiter_rowland Danke für die Einordnung und die Zeit, das aufzuschreiben. Dann ist es aber okay so, wie es ist. Ich würd's zusammenfassen: Alle Projekte tun im Klein-Klein irgendwie das, was sie tun, weiterhin. Das ist völlig okay. Das ist das Fediverse, was hier offensichtlich dann gewünscht ist - im Wesentlichen ein lose gekoppeltes Netz, bei dem jeder Entwickler maximale Freiheitsgrade in der Implementation hat, Kompatibilität eher punktuell und zufällig entsteht und Menschen, die das nutzen, sich diesem Kräfteringen der Entwickler entweder unterordnen oder eben hintenrunterfallen oder weiterziehen nach anderswo.

    Mir geht es nicht darum, dass irgendjemand irgendetwas auf Mastodon zusammenschnippelt oder Mastodon unterordnet. Ich versuche jede Woche aufs Neue, Menschen vom Fediverse zu überzeugen. Menschen, die es irgendwie gewohnt sind, dass sie von einem Apple-Smartphone zu einem Samsung-Smartphone Nachrichten, Texte, Bilder verschicken können, ohne dass das ein großes Problem darstellt - und die plötzlich merken, dass sie in den offenen Netzen, die ich ihnen nahezulegen versuche, über jede Menge seltsame Hürden, Ecken, Kanten stolpern, die eben einfach dort sind, weil ... ja, warum eigentlich? Weil jeder Alleinstellungsmerkmale hat und die Schnittmenge zu klein ist, um gewisse Dinge richtig abbilden zu können?

    Das ist nicht schlimm. Das ist in Ordnung. Aber dann wäre die Konsequenz, dort auch entspannter und fairer miteinander umzugehen und diese zwei Gegebenheiten eben klar einzuräumen:

    (1) Es gibt klare Prioritäten im (AP-?) Fediverse. Und schlüssige Usability für nicht-technische Menschen, konsistente Funktion über Service- und Plattformgrenzen hinweg, ... gehört nicht dazu.

    Und (2) der Gegenspieler, der stört ist nicht Meta, X, Twitter, Threads oder Tiktok. Der Gegenspieler ist Mastodon.

    Ist das die Nachricht, die wir wollen?

    (Die vorgeschlagenen Änderungen und den Weg halte ich im Übrigen für weder sinnvoll noch notwendig. Es geht nicht darum, dass sich /alle/ an Mastodon anpassen sollen. Vielleicht wäre ja schon viel gewonnen, wenn sich alle Nicht-Mastodon-Plattformen im Fediverse darauf verständigen könnten, gewisse Dinge zu konsistenter und besser zu machen. Etwa vielleicht: AP-C2S oder eine vergleichbare API implementieren, damit Entwickler portable mobile Apps gegen irgendeine der Plattformen schaffen können. Oder die nomadic identity kreuz und quer über die Plattformen zu implementieren. Oder die Web-Authentication - schon allein /das/ wäre ein Killer-Feature. Das sind alles Dinge, die theoretisch denkbar wären. Das sind alles Dinge, die derzeit noch(?) nicht funktionieren - und das auch auf Plattformen, die nicht Mastodon heißen. Ich verstehe den Groll gegen Mastodon teilweise, aber dieser Argumentation kann ich nicht folgen. Mastodon kann nix dafür, dass etwa Hubzilla, Sharkey, Friendica und SocialHome keine plattformübergreifende nomadic identity und keine übergreifende Authentifikation haben.)

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    zu deiner weiter oben genanten Frage @z428 warum andere Dienste so unbekannt sind, möchte ich @[email protected] Aufzählung noch um einen Punkt ergänzen.

    "Die Presse"
    Es gibt quasi keinen guten Journalismus mehr mit Menschen die sich auskennen.
    Dann kommt noch fehlendes FachWissen in den Redaktionen dazu.
    Zusätzlich erfindet "EIN DEUTSCHER" Msdtodon, da kann sich das FediWas mal flachlegen.
    EIN DEUTSCHER ERFINDET EINEN KURZNACHRICHTENCLIENT ähm NETZWERK

    Dieses Narrativ wird über Jahre geritten und kommt noch obendrauf zu Jupiters Liste.

    Ich kann mich noch an
    @evawolfangel ihre Story erinnern, als sie vor Jahren einen Artikel über das Fedivers geschrieben hat und die Redaktion daraus einen zu Mastodon gemacht hat.

    Auch der Heise Redakteur, wie hat der uns runtergeputzt, wenn wir was von Misskey oder Friendica gesagt haben, die sind irrelevant - Mastodon ist der heiße Scheiß und viel besser....

    Und so auch jeder selbst ernannte SocialMedia Profi, wir sollen uns verpfeifen, jetzt sind ja die Profis da und wir hätten eh keine Ahnung


    @[email protected] @[email protected] @[email protected] @[email protected] @[email protected] @[email protected]

    @crossgolf_rebel Ja, an den Kram erinnere ich mich auch noch. Aber das war zu einem deutlich späteren Zeitpunkt. Das war zu einem Zeitpunkt, als Mastodon als Name schon einigermaßen bekannt und geläufig gewesen ist, und mich würde halt interessieren, was er anders als die anderen Projekte gemacht hat, um erstmal genau dorthin zu kommen.

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    @crossgolf_rebel Jepp, aber zu dem Zeitpunkt hatten Diaspora*, Friendica, Hubzilla, GNUSocial und eine ganze Reihe von Projekten schon eine ganze Reihe von Jahren Zeit gehabt, um sich Gehör und Sichtbarkeit zu verschaffen.... im Vergleich zu Mastodon, das grad mal zwei Jahre alt war. (Wie gesagt - kein Gemecker. Ich würd's gern verstehen, sowohl im Hinblick darauf, was passieren müsste, um dasselbe für eine andere Software, Plattform, ... zu wiederholen, als auch, um zu verstehen, wieso der fediverse-interne Clinch mit Mastodon augenscheinlich viel viel wichtiger ist als der Versuch, /gemeinsam/ Plattformen wie Meta oder X etwas Schlagkräftiges entgegenzusetzen.)

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    @z428 ich bin seit 2010 mit Diaaspora unterwegs, die Presse dazu ist aber leider recht schnell abgeflaut und durch andere Mainstream Themen verdrängt worden und hier Random was belangloses einfügen wie Facebook hat ein neues Untermenü, Insta usw.

    Es gab, gibt keine Fediverse Vermarktung sondern nur Einzelprojekte.

    "Werbung" für andere Dienste passieren quasi nur innerhalb, weil andere drüber Berichten

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    @crossgolf_rebel ... und Mastodon hat es irgendwie geschafft, dieses "innerhalb" zu durchbrechen und dort 'rauszukommen. Mit Nebenwirkungen, wie wir sehen... während es eine gemeinsame Kommunikation für das "Fediverse" als Netz (selbst im Gegensatz zur ATmosphere) nach wie vor nicht gibt.

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    @z428 was ein DEUTSCHER SCHEFF und Erfinder doch so alles möglich macht, mit einer unfähigen Presse im Schlepptau, die nur noch Clickbait machen

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