Der Bericht des Außendienst vom Jobcenter liest sich wie ein Stasi-Bericht. Auf 4 Seiten wird dort ein nicht angemeldeter Hausbesuch dokumentiert. A. ist privatinsolvent und bezieht #Bürgergeld, er ist wegen schweren Depressionen in Behandlung und wird vom Jobcenter akribisch überprüft, weswegen es ihm zusätzlich schlechter geht. Auszug aus dem Bericht:

"Jedenfalls zeigte uns der KD freiwillig seine 2-Zi Whg mit Küche&Bad. Die Whg ist spärlich eingerichtet. Im Wohn-&Schlafzimmer steht ein Sofa auf dem der KD schläft. Buchtsäblich konnten wir aber Bettzeug auf und neben dem Sofa in Augenschein nehmen. Auf dem Tisch erkannten wir ein Tablet. Der KD gab an, nicht mehr zu besitzen, er habe so wenig Geld, dass er sich nicht einmal eine Matratze leisten könne. (...) Im Bad fanden wir Hygienartikel vor. In der Tat hat der KD nicht viel, aber die Whg war beheizt als wir rein kamen und die paar nehmen. Auf dem Tisch erkannten wir ein Tablet. (...) Im Bad fanden wir Hygienartikel vor. In der Tat hat der KD nicht viel, aber die Whg war beheizt als wir rein kamen und die paar wenigen Dinge die es ausmachen, den Lebensmittelpunkt dort zu haben, konnte uns der KD zeigen."

Man stelle sich vor, wieviel diese pingeligen Überprüfungen der Ärmsten kosten und was für einen Schaden sie anrichten. Holt das Geld bei den Reichen!

@helenasteinhaus "Buchstäblich konnten wir aber Bettzeug auf und neben dem Sofa in Augenschein nehmen."

???

@hllizi über den Satz bin ich auch gestolpert. Also eigentlich war das ganze Lesen nur ein Stolpern. Aber was soll das heißen, dass sie buchstäblich Bettzeug auf und neben dem Sofa in Augenschein nehmen konnten? Und das aber? Haben die erwartet, die Person schläft ohne Bettzeug? Buchstäblich? Warum buchstäblich? Viele Fragezeichen. @helenasteinhaus

@hanghuhn Wie andere hier angemerkt haben, ging es bei der Nummer wohl hauptsächlich darum, zu prüfen, ob das der Hauptwohnsitz der Person ist. So sprach die Feststellung der spärlichen Einrichtung vielleicht in dem Kontext eher dagegen, die Bettwäsche auf dem Sofa "aber" dafür.

Bei der Bemerkung zur daneben liegenden Bettwäsche, hat die Person wohl neben dem Bewohner der Wohnung, auch ihren Charakter exponiert. Das "Buchstäblich" ist so eine Mode, dass man das statt "tatsächlich"/"wirklich"/"wahrhaftig" sagt; über den Teich geschwappt.

Ekelhaft, was da dann wie in den Akten landet. Falls das denn notwendig sein sollte, solche Überprüfungen durchzuführen, könnte man ja ne Liste abhaken: Schlafen ✅, Küche ✅, Bad ✅ => Scheint hier zu wohnen, anstatt die Lebenssituation so auszuwälzen.

@hanghuhn @hllizi sie wollen damit den Verdacht entkräften, dass der KD dort nicht lebt. Also is nett gemeint