Netzbatterien funktionieren so gut, dass sie ihre eigenen Gewinne killen.

Katherina Reiche redet lieber über Fusionskraftwerke – ein THREAD 🧵

Kalifornien hat in drei Jahren seine Batteriespeicher verfünffacht, laut Aurora Energy Research. Ergebnis: Fast keine negativen Strompreise mehr, Preisspitzen weg, das Netz läuft stabiler. Die Speicherbetreiber verdienen nur noch halb so viel.

Ist das nicht genau das, was wir wollen? Privat finanzierte Speicher stabilisieren den Markt und senken Preise.

Energieministerin Katherina Reiche sagt, die Energiewende sei zu teuer. Man müsse die Systemkosten im Blick haben. Richtig – aber Kosten sind nicht nur Kosten, sondern Investitionen in ein System, das funktioniert.

Es steht außer Frage, dass der Anteil Erneuerbarer weiter steigen wird. Warum stellt sich die Regierung dem in den Weg?

Meine Erklärung: Die Ministerin denkt noch immer wie eine Netzbetreiberin, wie die Chefin von Westenergie, die sie vor ihrem Amtsantritt war.

Das verstehe ich sogar. Du betreibst ein reguliertes Monopol, baust Netze, verteilst Strom. Plötzlich tauchen Millionen kleiner Verbraucher auf, die auch ins Netz laden. Dazu zehntausende große Erzeuger, auf die du keinen direkten Zugriff hast. Chaos.

Netzbetreiber können Netze bauen. Was sie nicht können: Digitalisierung, Flexibilität. Wer täglich auf 50 Hertz achten muss, wird konservativ.

@grimm

Wer täglich auf 50 Hertz achten muss, wird konservativ.

Das ist doch genau eines der grossen Probleme - nicht nur täglich, sondern jederzeit. Dazu auch die Top-Down-Netzstruktur - “hinauf transformieren” geht noch sehr schlecht. Jedes Ampère, das produziert wird, muss gleichzeitig verbraucht werden - um diese Physik herum kommt man einfach nicht.

Dass ein solch grosser Netzumbau (Leitungen, Speicher, Transformatoren) auch viel Zeit braucht (und Finanzen), müsste eigentlich schon klar sein.

@hiker @grimm Geld ist ja da, wir verbrennen es (Öl, Gas) nur lieber, statt es zu investieren.
@andreas_tengicki
Ja klar, aber ich kenne die Details nicht, wie viel wirklich in den Netzausbau investiert wird (und wahrscheinlich ganz unterschiedlich, je nach Netzgesellschaft) - und ja, mehr geht immer.
Das Problem ist auch die Zeit - solche Ausbauten gehen halt nicht von heute auf morgen (die ganze Problematik der Transformation der Spannungs-Netze ist ein sehr grosser Brocken). Und neue Leitungen, wo nötig, werden oft abgelehnt.
Es ist alles wieder mal nichts so einfach. Bestimmt nicht so, wie es von der Tastatur aussieht.

Aber ohne Zweifel - die Politik versagt auch hier einmal mehr - sie müsste klare Zeichen und Signale setzen. @grimm
@hiker @andreas_tengicki @grimm Eben weil der Aus- und Umbau der Netze nicht von heute auf morgen geschieht, ist um so wichtiger, endlich nicht mehr von kackdreisten, inkompetenten Lobby!Marionetten ausgebremst zu werden
@pictureman
Absolut einverstanden - und dieser Lobby und dieser rückwärtsgewandten Politik muss man immer wieder widersprechen. @andreas_tengicki @grimm
@pictureman
Was mir noch wichtig ist:
Dieser nötige Widerspruch muss aber fachlich und technisch richtig sein - Stammtischparolen sind für mich da einfach ungeeignet. @andreas_tengicki @grimm
@hiker @pictureman @grimm Es sind soviele fachliche Argumente ausgetauscht und nachgewiesen dass es geht und billiger ist.
Daher ist auch ein Zeit für "Argumente" die auch "Fritzchen-Müller" versteht.
@andreas_tengicki
Eines meiner Lieblingsthemen 😉
Die Vereinfachung darf aber eben nicht so weit gehen, dass die Informationen nicht korrekt oder sogar falsch werden.
Und "Draufhauen" bringt mMn halt - ganz besonderes im Fediverse - nicht wirklich etwas.
Aber vielleicht ist Fritzchen Müller unterdessen auch im Fediverse, wer weiss.
@pictureman @grimm