An andere Bücherwürmer:

Kennt Ihr diese Ambivalenz, wenn Ihr Teile des Werkes stilistisch oder aus anderen Gründen wirklich schrecklich oder abstoßend empfindet, da aber dann DOCH ein Hauch Positives ist, welcher Euch verleitet, trotz dessen weiter zu lesen?!

Geht mir gerade mit einem Thriller von Fitzek/Tsokos. 🫣😶

#literatur #thriller #kopfkino

@wortsalatfinchen
Also, wenn ich's wirklich übel finde, breche ich ab und fasse nichts mehr von dem Autor an. Dafür ist mir meine Lesezeit zu schade. Solange es ein paar störende Kleinigkeiten sind und die Geschichte insgesamt doch interessant ist, sehe ich drüber weg.
Ich muß aber sagen, daß ich durch die eigene Schreiberei auch viel empfindlicher geworden bin. Sowohl was Plotlöcher angeht als auch sprachliche und stilistische Dinge. Früher hätte ich da wohl drüber weggelesen.

@Sascha_Raubal

Sehr interessante Gedanken!
Gibst Du denn Autoren-KollegInnen Rückmeldungen über Deine Eindrücke?

@wortsalatfinchen
Ich habe schon Testlesen abgebrochen, wenn ich z.B. mit der Sprache nicht klarkam. Das ist ja eh die Regel, daß niemand sich durchquälen muß. Sage ich meinen Testlesern und Betas genauso.

Verschiedene Stile sind ok, aber ich erinnere mich an einen Fall, wo die Autorin ständig "Huh?" benutzte. Ich kannte das gar nicht, und es ist wohl was Englisches. Hat für mich in einem deutschen Text nichts verloren. Das hat mich schon immer rausgeworfen, es gab aber noch andere Sachen.
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@wortsalatfinchen

Sowas muß man klar, aber natürlich freundlich sagen.

Wobei das halt nur bei Bekannten sinnig ist und nur als Test- oder Betaleser. Danach halte ich mich mit Kritik eher zurück.

Mir ist das aber auch schon bei bekannten Autoren in großen Verlagen so gegangen. Da gibt's natürlich kein Feedback, was juckt die meine Meinung?
Besonders seltsam, wenn vorne was von "komplett neu überarbeitet" steht und dann dicke Klopper drin sind…
Dafür kann ich das dann eher öffentlich sagen. 😁

@Sascha_Raubal

Solange die Bekannten, Freunde Deine Fachlichkeit diesbezüglich nicht ausnutzen und sie mit dem Feedback gut umgehen können ist es etwas Wertvolles- gerade, wenn man im "flow" ist, sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr...

In der Bibliothek habe ich öfter mal Topp-Autoren-Literatur in Händen- und wundere mich öfter, wie sie so hoch aufsteigen konnten bei diesem eigenartigen Schreibstil... 

@wortsalatfinchen
Das ist ja ein Geben und Nehmen. Ich mach den Beta und finde umgekehrt auch gute Betas. Sind nicht immer dieselben, aber das paßt schon. So unter Autoren. Es gleicht sich aus.

Umgehen können muß man damit. Ich laß mir selbst manche Kritik arg zu Herzen gehen und mich davon total rausschmeißen. Aber das gibt sich auch wieder.