Fast 40.000 km/h, über 2.500 Grad Celsius, 6 Minuten Blackout, 35 Meter große Fallschirme. Die Zahlen lassen ahnen: Der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ist neben dem Start die kritischste Phase der Mond-Mission Artemis 2. Hier eine Vorschau auf die Abläufe bis zum Splashdown im Pazifik, der für 02:07 Uhr MESZ in der kommenden Nacht geplant ist.
01:33 Uhr (alle Zeiten MESZ): Etwa 20 Minuten vor Eintritt in die oberen Atmosphärenschichten wird das Service-Modul vom Crew-Modul des Raumschiffs abgetrennt. Der Teil mit der Crew entfernt sich anschließend vom Service-Modul, das auf einer anderen Bahn größtenteils in der Atmosphäre verglüht.
01:37 Uhr: Die Kapsel mit der Crew zündet kleinere Steuerdüsen, um den genauen Pfad durch die Atmosphäre zu treffen und die Kapsel mit dem Hitzeschild in Flugrichtung auszurichten. Dabei hilft, dass der Masseschwerpunkt nahe am Hitzeschild ist. Zu Beginn des Wiedereintritts ist das Raumschiff 38.400 km/h schnell, knapp 11 Kilometer in der Sekunde.
@dlr_next »6 Minuten Blackout« Yikes, das wäre für mich wohl noch unangenehmer als die ca. 40 Minuten bei der Umrundung der Mondrückrückseite. Sechs Minuten ohne „Technik“ bei dem Inferno rundherum will ich mir gar nicht vorstellen 🫣
Hoffentlich geht alles gut 🍀
@moskitokoenig Absolut nachvollziehbar. Der Flug um den Mond herum war eine harmlose Situation, bei der eigentlich nichts passieren konnte. Schließlich flog das Raumschiff auf seiner Bahn, die schon durch den Einschuss einige Tage zuvor bestimmt worden war. Der Blackout beim Wiedereintritt passiert dagegen in einer heiklen Phase - und da atmen alle tief durch, wenn das überstanden ist (auch im Kontrollzentrum).
@dlr_next @moskitokoenig Warum ist denn das so viel «schwieriger», als der Wiedereintritt von der ISS her? Wegen des Tempos? Oder ist das auch von der ISS her so schwierig/gefährlich?
@martin_schillig @moskitokoenig Sehe die Frage jetzt erst. Ja, wegen des Tempos und der damit verbundenen Hitze - und das bei neuer Technologie in einem neuen Raumschiff.
Mich irritiert immer noch, dass die augenscheinlich vorhandenen Probleme mit dem Hitzeschutzschild von Orion mit der "Trust me bro"-Methode als sicher erklärt wurden.