Guten Morgen zusammen - auch heute mit ein paar Infos zur Mission Artemis 2. Die Crew war zuletzt mit der Vorbereitung auf den Wiedereintritt und Splashdown beschäftigt. Alles musste sicher verstaut werden, die Sitze wurden wieder ausgeklappt und eingebaut und letzte Kurskorrekturen durchgeführt.
Zwischendurch kam es zu den regulären Loss of Signal-Phasen - dann ist kurzzeitig kein Kontakt zwischen Kontrollzentrum und Raumschiff möglich, z. B. beim Handover einer Empfangsstation zur anderen. Welche Antenne gerade mit Orion “spricht“, wird hier live gezeigt: https://eyes.nasa.gov/apps/dsn-now/
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@dlr_next Oh und ich dachte die Ganze Zeit. Bis die in den Mondschatten eintreten würde direkt Kommuniziert werden. Aber klar ergibt total Sinn. Haben die auch eigene Relais Sonden mitgeführt. Wobei die Stationär auszusetzen is vermutlich aufwendig. Ich nehme mal dass kein Schwerkraftfeld bei dem Flug verlassen wird. Oder seh ich das Falsch. Und nun frage ich mich, ob es innerhalb eines Sonnensystems, überhaupt Schwerkraftfreie Zonen gibt. Von den L.Punkten der Planeten und Monde mal abgesehen.

@bagalutenGregor Ob ein Schwerkraftfeld verlassen wird, hängt primär erstmal davon ab, was man unter Schwerkraftfeld versteht. Falls du hier die übliche Bedeutung meinst, also den Bereich, in dem ein Körper die dominierende Gravitationsquelle ist, dann ist Artemis II in das Schwerkraftfeld des Mondes eingetreten und hat damit das Schwerkraftfeld der Erde verlassen.

@dlr_next

@mezzodrinker @bagalutenGregor Wenn wir dieser interessanten Diskussion hinzufügen dürfen: Natürlich wirkt die Anziehungskraft der Erde bis zum Mond (schließlich hält sie ihn ja auf seiner Bahn) und darüber hinaus. Nur gibt es auf dem Weg zum Mond einen Punkt, von dem an die Anziehungskraft des Mondes stärker wirkt als die der Erde.
@mezzodrinker @bagalutenGregor Und um auch das noch anzusprechen, da es thematisiert wurde: Nein, im Sonnensystem gibt es keinen Ort ohne Anziehungskräfte. Alle Himmelskörper - natürlich am stärksten die Sonne - üben sie aus. Das gilt auch weit über das Sonnensystem hinaus. Schließlich kreisen die Sterne der Milchstraße infolge von Anziehungskräften um das Zentrum unserer Galaxie. Und auch Galaxien ziehen sich über riesige Distanzen an, kollidieren und verschmelzen dabei gelegentlich sogar.

@dlr_next @bagalutenGregor Auch an den Lagrange-Punkten im Erde-Mond-System wirken die Anziehungskräfte der Erde und des Mondes, bloß halt in so einer Art und Weise, dass sie sich (zumindest im Modell) gegenseitig bzw. in Kombination mit dem Orbit des dritten Körpers auslöschen. In der Realität gibt es aber keine perfekten Drei-Körper-Systeme -- schließlich gibt es noch die Sonne, und die Milchstraße und noch unfassbar viel mehr. Deshalb müssen Sonden Korrekturmaneuver durchführen, um in der Nähe von Lagrange-Punkten zu bleiben.

Außerdem wäre es für ein Relais-Satelliten sinnvoller, einen geostationären Orbit zu verwenden, als die Lagrange-Punkte. Das wäre ein Orbit, der die Erde in genau einem Tag umkreist. Zwar müssen in der Realität auch hier Korrekturmaneuver durchgeführt werden, aber dafür bleibt -- im Gegensatz zu den Lagrange-Punkten -- eine Basisstation auf der Erde immer in direktem (Sicht)Kontakt.

So oder so wäre aber eine Mission, die einen Satelliten auf eine solche Umlaufbahn bringt, und gleichzeitig die Artemis II-Mission durchführen soll, viel aufwändiger, als nur eines der beiden zu erreichen.

@dlr_next Genau das meinte ich mit der "dominierende[n] Gravitationsquelle"  

@bagalutenGregor

@dlr_next @mezzodrinker Ja genauso hab ichbes mir mit meinem Astrophysikalischen Laienwissen vorgestellt. Erde und Mond haben ein gemeibsames Schwerkraftfeld.

Danke euch für die Antworten.