Hab gestern gesagt "Früher hieß es noch 'Wikipedia als Quelle ist Mist' und 'Glaub nicht alles was bei Wikipedia steht' aber der KI glaubt man heute alles! Wir sind verloren"

Und die Antwort war der Kracher.
"Die KI kann man nicht mit Wikipedia vergleichen. Bei Wikipedia werden die Kommentare von Menschen geschrieben. Die KI antwortet auf Fakten basiert."

Ich weiß echt nicht ob man da lachen oder doch schon heulen soll.

@nerdherz einzige Reaktion, gehen und den Kontakt beenden.

@seppini

wer mir damit daherkommt, dem erkläre ich mal kurz was Expertensysteme sind und wie die krachend in den 80ern/90ern gescheitert sind (abgesehen von einigen Nischen) und was LLM und GANs in Grundzügen sind.

Es ist halt so unglaublich viel Unwissem über KI im Umlauf und zu viele Journalisten machen nicht ihre Arbeit.

@nerdherz

@echopapa @seppini @nerdherz

Gibt es eigentlich glaubwürdige Schätzungen, wieviel Prozent der KI-Antworten halluziniert sind?

Ich meine, irgendwo 30% gelesen zu haben, mal 70%

Hat das mal jemand genauer recherchiert (falls überhaupt möglich)?

@Wanda @seppini @nerdherz

Wenn sich die Frage auf LLMs bezieht (also Claude, ChatGPT, Mistral und co):

Zwischen 0% und 100%, je nach Fragestellung.

Grob: Stellt Du eine "Mainstream"-Frage also etwas, was evtl. tausendfach im Trainingsmaterial vorkam, dann wird die Antwort oft nahe an einer korrekten Beantwortung liegen. Frägst Du dagegen etwas, wo das System wenig Trainingsmaterial hat, dann wird sehr viel höherer Wahrscheinlichkeit etwas herauskommen was manche Leute als "halluziniert" bezeichnen würden.

Für so ein LLM gibt es aber vereinfacht gesagt gar keinen Unterschied zwischen den Fällen:

Es versucht auf einen Text-Input einen möglichst gut passenden Text-Output zu konstruieren.

@echopapa @seppini @nerdherz ich frag mich ja manchmal echt, ob ich nicht auf Journalismus umschulen sollte, aber nur weil recherchiert wird, wirds ja nicht gekauft...

@benny Als Journalistin gesprochen: Ich weiss nicht, ob ich den Beruf noch für Nachwuchs empfehlen würde. Die Arbeitsbedingungen sind schlechter geworden, oft leider auch die Ausbildung.
Es sind gar nicht so sehr die Journalist*innen, die nichts taugen, es sind die Vorgaben der Verlage, die durch Social Media geschürte Erwartungshaltung (schnell statt gut, Klicks für Geld, Polarisierung für Klicks). Und bei den Verlagseignern engt sich die Medienlandschaft ein.

@echopapa @seppini @nerdherz

@benny Man kann hervorragende journalistische Arbeit machen, aber das hat einen hohen persönlichen Preis, wenn man nicht bei einem renommierten Blatt fest angestellt wird. Und alle schreien nach mehr unabhängigem Journalismus, wollen aber nichts dafür bezahlen ...

@echopapa @seppini @nerdherz

@NatureMC @echopapa @seppini @nerdherz ich weiß gar nicht, ob ich die Zeit hätte, guten Journalismus sinnerfassund zu konsumieren, mit meinem auf Doomscrolling konditionierten Hirn.
@benny Gehirne sind lernfähig. Und sogar konditionierbar. Was die Zeit betrifft: du könntest statt doom und Mist auch was Gutes konsumieren. Was wiederum das Hirn freut.😉 @echopapa @seppini @nerdherz
@NatureMC @echopapa @seppini @nerdherz tu ich ja, dann les ich mich in Technologien ein, dir ich nie anwenden werde... 😁

@benny @NatureMC @seppini @nerdherz

ab und an gute Bücher lesen. Hilft ungemein. Hab das auch ne Zeit lang schleifen lassen und erst wenn man 's wieder macht, merkt man wie angenehm das ist, sich mal mitunter an was Interessantem oder Spannenden stundenlang festzulesen - die Thematik muß passen - und muß auch nicht unbedingt ein Roman sein

@benny @echopapa @seppini @nerdherz ja, und ernsthafte faktenbasierte Arbeit macht kein Geld, sondern nur #ClickBait & #RageBait!

@echopapa

Expertensysteme waren zumindest deterministisch und (für den Entwickler) nachvollziehbar. Die Erwartungen/Versprechungen waren allerdings auch damals überwiegend Marketing-Unsinn.

Sobald Kosteneinsparungen versprochen werden, setzt bei Politikern und Betriebswirten (auf Entscheidungsebene) der Verstand aus und sie glauben Unsinn, den man nicht mal den berühmten "nigerianischen Prinzen" in den Mund legen würde.

@seppini @nerdherz

@WhyNot

Ganz so schlimm wie heute war der Hype in 80ern nicht, im Wikipedia Artikel finden sich auch ne ganze Reihe von Anwendungen, aber man sieht auch, daß es zu einer ganzen Reihe Applikationen kaum weiterführendes Material gibt mit einigen Ausnahmen
(
https://de.wikipedia.org/wiki/Mycin_(Expertensystem) )

und der erste größere Börsencrash nach WW2 wurde vermutlich durch Expertensysteme verursacht

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Montag

@seppini @nerdherz

Mycin (Expertensystem) – Wikipedia

@echopapa @seppini @nerdherz

Ich hatte "damals" auch ein relativ einfaches Expertensystem entwickelt, das eine zeitlang eingesetzt wurde. Regelbasierte Risikobewertung. Die XPS-Shells waren seinerzeit aber schlecht in normale IT integrierbar. Die deklarative Programmierung war jedenfalls kein Hexenwerk. Das Ganze als "KI" zu verkaufen war allerdings reines Marketing.

@seppini @nerdherz Wahrscheinlich das Beste. Bei der Antwort kannst du mit Erklären mindestens bei Adam und Eva anfangen, das wäre mir zu mühsam.