Fruttero u. Lucentini haben ihr "Il palio delle contrade morte" damals als Werbungsparodie und den Platz in Siena als Fernseher aufgebaut, aber hier wird es ja regelrecht als vorausgesetzt angenommen. In 25 Jahren kann es kein mensch mehr begreifen ohne Verweise. 🤔
Aber das ist doch ein grundsätzliches Problem in Kunst und Kultur: Verweise, die heute für (fast) alle oder zumindest einen größeren Teil "klar" sind, sind in ein paar Jahren oder Jahrzehnten stark erklärungsbedürftig. #Buchclub
Ja, da hast Du recht, andererseits gibt es dann aber auch Texte, die sind so zeitlos, die könntest Du in Alexandria in der Bibliothek kurz vor christlicher Zeitzählung genauso wie auf dem ersten Generationenschiff Richtung Erde II. lesen.
Jein. Vielleicht meinen wir, dass sie zeitlos sind, weil wir die Anspielungen nicht sehen/verstehen. Ich mußte gerade an das Gemälde "Der Garten der Lüste" von Hiernoymus Bosch denken. Peter Dempf hat darüber einen Roman geschrieben, in dem er einige Bestandteile und deren Symbolik auch erklärt.
Das fand ich beim Lesen schon sehr spannend. Und ein anderer Autor hat (in einem Sachbuch - ich müßte jetzt allerdings suchen, welches) sich auch dazu geäußert, wie schnell diese "Anbindung" an diese Art von Wissen verloren geht und wie wir mit diesem Nichtwissen umgehen/umgehen können.