1/x Hier beginnt ein neuer Thread. Er eröffnet den Kanal #WerkabenteuerArcheo und zeigt das archäotechnische Experiment Birkenpech-Herstellung.

Altstatt: Hier zu sehen ein eimerförmiges, längs teilbares Stampflehmgefäss aus Eichenholz und ein gestampfter Lehmtopf.

#Archäotechnik #ExperimentelleArchäologie #Lehm #WerkabenteuerLehm

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Die zwei Töpfe und das Sieb sind fertig. Der große Topf wird mit Rinde gefüllt verkehrt herum auf das Sieb gestellt. Beides kommt dann auf den kleinen Topf. Der große Topf wird von außen erhitzt, das Schwelgas im Inneren breitet sich aus, dringt durch die Löcher und kondensiert im unteren, kalten Topf zu flüssigem Birkenteer. So der Plan.

#Birkenpech #Birkenteer #Birke #Steinzeit #Archäologie #Museum #ExperimentelleArchäologie #Archäotechnik #WerkabenteuerLehm #WerkabenteuerArcheo

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Das Zwischen-Experiment mit zwei Blechbüchsen war zwar erfolgreich, aber nicht so ergiebig wie erhofft.

Bild 1: Eine mit Birkenrinde gefüllte Blechbüchse und eine ebenso große leere Blechdose. Bild 2: Die leere Büchse wird in die Erde eingegraben, die mit Rinde gefüllte Dose verkehrt herum darauf gestellt und die Verbindungsstelle (Bild 3) mit Lehm abgedichtet. Bild 4: Die Glut des Feuers wird dicht um die oben stehende Büchse gepackt. Die Idee: die Hitze verschwelt die Rinde im Inneren der oberen Dose, das austretende Gas kondensiert in der unteren Büchse zu Teer.

#WerkabenteuerArcheo

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Hier ist das Ergebnis zu sehen. Bild 1 zeigt beide Töpfe. Im Rindentopf sieht man die verschwelte Rinde, zum Teil noch als Rinde erkennbar. Im Teertopf ist das kondensierte Birkenpech zu sehen; der Boden ist damit bedeckt. Bild 2 zeigt die verkohlten Rindenreste aus der oberen Dose. Im Bild 3 wird gezeigt, wie das Teer in der Blechdose über einer offenen Flamme eines Holzgaskochers eingekocht wird, um die wässrigen Kondensate zu entfernen und das Pech einzudicken.

#WerkabenteuerArcheo

@werkabenteuer wofür kann man das Birkenpech verwenden?

Danke für Deine Doku! Ich bin immer fasziniert, was man alles aus Naturprodukten herstellen kann. ☺️

@Arona1984
In einem der ältesten Birkenpech-Zeugnisse aus der Steinzeit finden sich menschliche Zahnabdrücke. Verwendung als Kaugummi oder Betäubungsmittel? Das ist spekulativ... Aber es wurde als Kraftkleber gebraucht, um zB Pfeilspitzen zu befestigen oder die Umwicklungen von Axtstielen zu stabilisieren. Man hat auch zerbrochene Keramik damit repariert. Oder Boote gekalfatert... Birkenpech ist als Ur-Kunststoff vielseitig einsetzbar!