Mich machen Unions-Mitglieder, die nicht sehen, wie Merz und Konsorten Land, Gesellschaft und Zukunft zerstören und glauben, dass es genug wäre, „Also ich bin da ja auch nicht mit allem einverstanden.“ zu flöten, unfassbar sauer.

Herrje, das war _vielleicht_ für Meinungsunterschiede zu Merkels Politik genug. Schon für Kohls „geistig-moralische Wende“, die unserer Gesellschaft bis heute nachwirkenden Schaden zugefügt hat, war es eigentlich zu wenig.

Für das, was die Regierung Merz da abzieht, ist es einfach nur lächerlich. Jagt diesen üblen, menschen- und zukunftsfeindlichen Rassisten aus Eurer Scheiß-Partei oder haltet das Maul!

@HeptaSean bitte hilf mir! Ich habe eher den Eindruck, Kohls "Wende" war ein Rohrkrepierer. Wie soll die noch wirken?
@Kurt Die neoliberale Wende, die mit Thatcher–Reagan–Kohl begonnen hat, hat das Primat der Wirtschafts-Interessen über politische Entscheidungen gestartet. Und es ist so fest in den Köpfen der Menschen verankert worden, dass das angeblich so etwas Ähnliches wie ein Naturgesetz ist, dass auch die vormals mitte-linken Parteien das verinnerlicht haben, dass die Sozial-Demokrat*innen und Labour, als sie Ende der 1990er wieder an die Macht kamen, sich selbst dieser neoliberalen Logik unterworfen und massiv enttäuscht haben und heute immer noch enttäuschen.
@Kurt Jedes Mal, wenn irgendjemand „Aber die Wirtschaft! Denkt denn niemand an die Wirtschaft?!?“ rumheult und das nicht zu Gelächter, sondern zu bedächtiger Zustimmung in den Talk-Shows und Kommentarspalten dieser Republik führt, ist das immer noch ein später Erfolg der Massen-Verdummung in der Ära Kohl.
@Kurt Also, ja, gesellschaftspolitisch haben sie viele Dinge dann doch nicht aufhalten können (was den „geistig-moralischen“ Anspruch des Projekts angeht). Wobei: Sie haben immerhin geschafft, dass man in dieser Gesellschaft mit Queerfeind*innen, Abtreibungsgegner*innen und sonstigem reaktionärem Abschaum immer noch reden soll, als hätten die irgendwie einen berechtigten Punkt, damit man nicht „zu sehr spaltet“, diese Menschen nicht „in die Arme der AfD treibt“ etc. pp. Insofern hat die Normalisierung reaktionären Gedankenguts wohl doch ganz gut funktioniert.
@HeptaSean ich denke, das ist eine unzulässige Vermischung. Thatcher, Regan und Kohl waren wohl gleichzeitig an der Regierung, aber nicht in der gleichen Liga.
@Kurt Drei als konservativ, mitte-rechts geframete Regierungs-Chef*innen in drei der größten Volkswirtschaften des damaligen Westens, die alle drei eine relativ hemmungslose „Liberalisierung“ in der Wirtschaftspolitik mit Privatisierung von vormaligem Staatseigentum, Wettbewerbslogik überall etc. pp. vorangetrieben haben? Ich find das schon ziemlich vergleichbar.
@HeptaSean wer sich im Deutschland der 80er Jahre deutlich zum schlechteren gewendet hat war ja wohl die FDP!
@Kurt Die war an diesen 16 Jahren mit Sicherheit beteiligt, aber ich würde das schon sehr deutlich als gemeinsames Projekt sehen.

@Kurt @HeptaSean

Kohl war vielleicht nicht so extrem wie Reagan und Thatcher, aber in dieselbe Richtung (wirtschaftspolitische Deregulierung und gesellschaftspolitisch reaktionär gegen die in den 70ern neu erkämpften Freiheiten und Rechte) lief er auch - halt nicht ganz so schnell wegen des vielen Saumagens...

Ceterum censeo afdem esse damnandum