Am Donnerstag, 9. April, findet um 19 Uhr im Grundbuchzentralarchiv #Kornwestheim die Feierabendführung durch die Doppelausstellung zum KZ-Komplex Natzweiler statt.
💡 In der Spätphase des Zweiten Weltkriegs begannen sich die großen Konzentrationslager der Nationalsozialisten in multilokale Lagerkomplexe zu transformieren. An zahlreichen peripheren Standorten entstanden neue Außenlager, deren Insassen zumeist zur Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion herangezogen wurden.
Ab Mai 1941 entstand im Elsass das Konzentrationslager Natzweiler. Ursprünglich für die Gewinnung von rotem Granit durch #Zwangsarbeit errichtet, verlagerte sich der Schwerpunkt später auf die Rüstungsproduktion. Es entwickelte sich ein weitreichendes Netzwerk mit mehr als 50 Außenstellen im Elsass, im Moselgebiet und im heutigen Baden-Württemberg. Während das Stammlager bereits im September 1944 aufgrund des Alliiertenvormarsches geräumt wurde, blieb das Netz der Außenlager auf der rechtsrheinischen Seite unter einer nach Neckarelz, Stuttgart und schließlich Dürmentingen verlagerten Verwaltung bis in den April 1945 bestehen. Bis April 1945 mussten die politischen Häftlinge, Kriegsgefangene, Juden, Sinti, Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und andere den Terror in den Außenlagern ertragen. Viele erlebten die Freiheit nicht mehr.
Die Doppelausstellung beleuchtet die komplexen Abläufe der Lagerauflösungen und die Schicksale der betroffenen Personengruppen noch bis zum 13. April 2026 im Grundbuchzentralarchiv Konwestheim.
👉 Mehr Informationen finden Sie unter https://www.landesarchiv-bw.de/de/aktuelles/termine/79283
