#KeinVergessen: Wir erinnern an Jorge João Gomondai, 28 Jahre alt, der am 6. April 1991 in Dresden an den Folgen eines Neonazi-Angriffs vom 31. März starb. Jorge war in Mosambik geboren und kam als junger Mann nach Deutschland, um hier zu arbeiten und zu studieren. 1/x
Er lebte selbstständig, engagierte sich in seiner Nachbarschaft und galt als freundlich, hilfsbereit und offen gegenüber allen Menschen. Bereits vor dem Angriff war er in Deutschland immer wieder rassistisch beleidigt und bedroht worden. 2/x
In der Nacht des 31. März 1991 steigt Jorge João Gomondai in die Straßenbahn, um zu seinem Wohnheim zurückzukehren. Kurz nach 4 Uhr nachts ist er einer der letzten Fahrgäste. Neonazis betreten den hintersten Waggon, beschimpfen ihn rassistisch, schubsen und schlagen ihn. 3/x
Schließlich wird er aus der fahrenden Straßenbahn gestoßen. Er schlägt hart auf den Boden auf und erleidet schwere Kopfverletzungen. Ein Taxifahrer ruft Polizei und Rettungsdienst, zwei Frauen leisten Erste Hilfe – doch die Verletzungen sind zu schwer. 4/x
Sechs Tage später stirbt Jorge João Gomondai im Krankenhaus. Die Polizei stigmatisiert ihn in Berichten als „betrunken“ und versucht, den rassistischen Hintergrund der Tat zu verharmlosen. Erst mehr als einen Monat später wird die Familie in Mosambik informiert. 5/x
Die sofort nach Deutschland reist, um die Beerdigung zu organisieren. Der Gerichtsprozess am Landgericht Dresden im Jahr 1993 zeigt die gesellschaftliche Ignoranz gegenüber rassistischer Gewalt. 6/x
Von elf Tatverdächtigen wird nur einer* zu einer milden Strafe verurteilt, die meisten kommen straflos davon. Das Gerichtsverfahren entpolitisiert den Mord, die Tat wird nicht als rassistisch anerkannt, eine staatliche Aufarbeitung  oder Entschädigung findet nicht statt.  7/x
Jorge João Gomondai war ein Mensch, der in Deutschland ein neues Leben aufbauen wollte, der sich engagierte und integrierte, und dennoch Opfer tödlicher rechtsextremer Gewalt wurde. 8/x
Seine Geschichte erinnert uns daran, dass Rassismus tödlich ist und dass gesellschaftliche Ignoranz Leben kostet. Wir gedenken Jorge João Gomondai und fordern: #KeinVergessen Mehr Informationen über sein Leben findet ihr hier: https://gegenuns.de/jorge-gomondai/ 9/x

Der rassistische Mord an Jorge...
Der rassistische Mord an Jorge Gomondai - Gegen uns.

Am 6. April 1991 stirbt Jorge Gomondai in Dresden. Angehörige und Freund*innen sprechen über sein Leben, über ihre Erfahrungen mit Rassismus und rechter Gewalt und über die Erfahrungen von Solidarität und Widerstand.

Gegen uns.