fühlt ihr euch eigentlich erwachsen, oder habt ihr auch immer mal wieder das gefühl dass ihr eigentlich nur so tut als ob
@krufter_ofen Ich schreib jetzt mal einen weirden take hier drunter, der vielleicht ein wenig einer Therapiestunde ähnelt:

Ja, fühl ich mich. Im Wissen, dass alle anderen genauso oft in Situationen sind, von denen sie keine Ahnung haben. Manche davon haben gelernt, das dann nicht zuzugeben; entweder freiwillig oder unbewusst. Ich tu's und fühle mich dadurch hervorragend erleichtert.

So lange ich weiss, was ich mache, wenn es drauf an kommt, ist alles in Ordnung, und für den Rest der Zeit bietet die heutige Realität genügend Möglichkeiten, andere um Rat zu fragen.
Das volle Wissen, etwas nicht zu wissen, ist wunderbar und entspannend! Um das muss ich mir dann schonmal keine Sorgen machen. Ich konzentrier mich lieber auf Dinge, an denen ich Freude habe.

Schlussendlich ist diese ganze Sichtweise auch grosser Teil des Gefühls, erwachsen zu sein. Mit 20 Jahren hätt ich das nämlich noch nicht gekonnt. Aber insgesamt wird die Reise weitergehen - ich kann zurückblicken auf Teenager, die denken, sie hätten die Welt verstanden, genau wie ich es in dem Alter getan habe; und in zehn Jahren werde ich über mein heutiges ich dasselbe sagen können. Das zu akzeptieren, finde ich wichtig. Für irgendwas muss alt werden ja gut sein. :)
@SBBsuechtig Sehr schön geschrieben und damit hast du auch meine Definition von "Erwachsen" ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Als Kind denkt man immer dass irgendwann so ein Punkt kommt wo man "Erwachsen" ist, und wirklich Erwachsen ist man wahrscheinlich erst, wenn man verstanden hat, dass es diesen Punkt garnicht gibt, und auch garnicht geben kann, weil das bedeuten würde dass man alles weiss und nichts mehr dazulernen muss. Die Realisation dass niemand sich mit allem sicher ist und das Leben als Erwachsener sehr viel mehr ein hoffen und rausfinden als ein wissen und umsetzen ist.