1/ Interessant, ich habe jetzt mehrere mehr oder weniger "linksliberale" Podcasts die Reformvorhaben analysieren gehört und "Rambo Zambo" ist der einzige, der problematisiert, dass bei Ehegattensplitting und Ehepartnermitversicherung u.a. Haushalte stark belastet würden, die ohnehin schon ein geringeres Haushaltseinkommen haben, weil eben nur eine*r arbeitet. Und dass viele, die nicht arbeiten, das unfreiwillig wegen Krankheit, Pflege usw. tun.

@ennopark
Ich finde es nicht gut, diese Entlastungen pauschal an der Ehe und unabhängig vom Einkommen festzumachen.
Deshalb bin ich dafür das abzuschaffen und nur Haushalte mit geringem Einkommen zu stützen.

Aus eigener Erfahrung: Steuerklasse 5 fühlt sich scheiẞe an.
Aus nem Artikel von T- Online:
Merz sagte, ein Großteil der Frauen entscheide sich so, wie sie das wollten. "Und nicht, weil das Steuerrecht ihnen das sozusagen auferlegt und sie in eine Teilzeitfalle hineintappen."
Nee. Wenn ich ausrechne, was das für ein Stundenlohn ist, den ich durch Mehrarbeit reinhole, bin ich nicht motiviert dafür mehr zu arbeiten.

@lijepasam @ennopark nur ein Einwurf zur Steuerklasse 5 (Einigkeit haben wir bzgl der Tatsache, dass Geringverdiener mehr geschützt gehören): Dir ist schon bewusst, dass das ganze Steuerklassen-Jonglieren primär den Abschlagszahlungen im Laufe des Jahres dient und die Realität dann aus Eurer Steuererklärung abgeleitet wird? Als Gedankenexperiment könnt ihr ja 3 und 5 tauschen (und Euch dann im Folgejahr über fette Rückzahlung freuen) - das Ergebnis wäre identisch.
@othmar @lijepasam Die Steuerklassen sind zinslose Darlehen, je nach Lage vom Staat oder an den Staat. Bei der Steuererklärung kommt am Ende immer dasselbe raus, egal welche Steuerklasse du hast. Was wirklich übel ist: Dass einige Sozialleistungen vom Nettogehalt abgeleitet werden und dann sind diejenigen, die in einer ungünstigen Steuerklasse sind, regelrecht betrogen.
@ennopark @lijepasam Danke für den Hinweis, hatte ich nicht auf dem Plan, da wir aufgrund unserer Situation nicht betroffen wären. Und Zustimmung: diese Regelung ist dämlich und übel …
Ich war nur „getriggert“, weil lijepasam auf den gefühlten Stundenlohn im laufenden Jahr schaute, sorry.
@othmar @ennopark
Ich habe meinen Stundenlohn praktisch um die verlorene Steuerersparnis reduziert betrachtet.
Mein Mann hat 40 Wochenstunden gearbeitet, ich am Anfang 25 Stunden. Das Hochgehen mit den Stunden und jede Gehaltserhöhung, welche ich mir erarbeitet habe, hat den Steuervorteil reduziert. Wenn mein Mann dagegen eine Gehaltserhöhung bekommen hätte und ich nicht, hätte es den Steuervorteil erhöht.
@lijepasam @othmar Genauso funktioniiert das Ehegattensplitting, und übrigens auch umgekehrt, wenn die Frau mehr/alles verdient. Verdienen beide gleich viel, gibt es keinen Vorteil. Es ist ein Perspektivenspiel. Von der einen Seite betrachtet ist es die Subvention und Zementierung der Hausfrauen-Ehe, von der anderen Seite ist es eine steuerliche Entlastung für Paare (!) bei denen einer von beiden aus welchen Gründen auch immer nicht arbeiten gehen kann und die deshalb im Nachteil sind.