
Ein nüchterner Blick hinter die politische Kulisse Es gibt kaum ein steuerpolitisches Thema in Deutschland, das so regelmäßig als Gerechtigkeitsfrage verkleidet wird wie das Ehegattensplitting – und bei dem die tatsächliche Mathematik so konsequent unter den Tisch fällt. Feministische Verbände nennen es eine „Heiratssubvention für Verdienstungleichheit". Familienpolitiker verteidigen es als „Schutz
@waidler Habe deinen Beitrag gelesen; ich denke, du hast das alles gut beschrieben.
Meine Hauptkritik an Ehegattensplitting: Es fördert ausschließlich Ehen. Alle anderen Modelle, in denen Menschen füreinander und sogar für Kinder Verantwortung übernehmen, können nicht davon profitieren.
Ich sehe nicht die Notwendigkeit, Ehen an sich zu fördern. Diese höchstpersönliche Entscheidung, ob man heiratet, geht den Staat nix an.
Der Staat soll Kinderbetreuung unterstützen durch hohe Freibeträge, durch gute, günstige Kitas und durch die beste Bildung in Schulen. Der Staat soll die Pflege von Angehörigen (im weiten Sinne) unterstützen. Der Staat soll Eigentumserwerb fördern. All das geht auch unverheiratet.
Ich bin persönlich auch überhaupt kein Freund des Einverdiener-Modells. Das darf natürlich jedes Paar selbst entscheiden. Mir geht es dabei gar nicht mal um die Volkswirtschaft. Finanzielle Abhängigkeit vom Partner ist ein Machtgefälle und kann unfrei machen.