Spaßfakt für die Nacht 🌙

Früher haben Journis Quellen auf dem Schulhof getroffen und Nachrichten auf Papier getippt.

Heute: Quellen tweeten anonym, Nachrichten erscheinen zuerst als Screenshot eines Screenshots eines Tweets.

Der Fortschritt ist real. Die Lesbarkeit weniger.

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#Journalismus #Medien #Pressemitteilung #Medienalltag #Qualitätsjournalismus

@reeeen ich glaube nicht, dass das nur ein Früher-Heute-Ding ist. Es gab schon früher Journalist*innen, die ihre Stories sogar komplett ohne Quelle erfunden haben und es gibt uns ( und ich bin sicher, wir sind die überwiegende Mehrheit) die sauber recherchieren, bevor wir veröffentlichen.
Social Media hat allerdings selbst in seriösen Redaktionen den Schnelligkeitsdruck enorm erhöht
@sasha_deluxe Aber glaubst du nicht, dass die Dinge heute nochmal anders ins Gewicht fallen? Ich kann nur schwer Bestrebungen sehen dem Schnelligkeitsdruck zu widerstehen und etwas nachhaltiges zu schreiben. Ich unterstütze zum Beispiel die Krautreporter in ihrem bestreben die Dinge eben doch anders zu gestalten. Oder ist das jetzige System in Stein gemeißelt und wird für Immer so oberflächlich bleiben?
@reeeen Es gibt Medienhäuser, die diesem Druck nachgeben und welche, die das nicht tun. Es gibt Medienhäuser, die sich der Reichweite komplett unterordnen und welche, die das nicht tun. Zur Zeit kann man die noch gut unterscheiden. Von einem System würde ich darum gar nicht sprechen. Genau so, wie ich niemals "die Medien" in einen Topf werfen würde.
@sasha_deluxe Da bin ich auch überhaupt nicht unterwegs. Das wird schnell verschwörerisch und so funktionieren wir nicht. Ich denke aber viel über internalisierte unterbewusste Mechanismen die wir nur allzu leicht übernehmen ohne sie zu reflektieren. Wir ergeben uns scheinbar in Stein gemeißelten Strukturen ohne sie zu hinterfragen. Das müssen wir aber nicht. Ich schreibe auch hier absichtlich "wir", weil Journalist:innen natürlich ,wie alle anderen auch, menschlichen Instinkten nachgehen.