Die Bundesregierung braucht mehr Geld – und will wieder nicht Milliardenvermögen stärker besteuern. Denn die Milliardärsfamilien haben eine starke Lobby. Stattdessen will sie die Mehrwertsteuer erhöhen. Das würde die Ungleichheit verschärfen und damit unsere Demokratie weiter schwächen.

Eine höhere Mehrwertsteuer belastet vor allem Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen. Milliardärsfamilien dagegen profitieren von Steuerschlupflöchern – und lobbyieren dafür, dass es so bleibt. Gemeinsam mit 14 Organisationen fordern wir jetzt eine Kurskorrektur der Bundesregierung: https://www.lobbycontrol.de/pressemitteilung/milliardaerinnen-gerecht-besteuern-statt-mehrwertsteuer-erhoehen-124902/

Superreiche und ihre Unternehmen nutzen ihr Geld, um politischen Einfluss zu sichern: durch Lobbyarbeit, Parteispenden oder exklusive Netzwerke. So setzen sie häufig ihre Interessen durch, selbst wenn es dem Gemeinwohl schadet.
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Lobbyverbände wie „Die Familienunternehmer“ oder die Stiftung Familienunternehmen verbreiten Mythen über angebliche Schäden durch eine angemessene Vermögensbesteuerung. Ihre Stimmen werden in der Politik gehört – andere Stimmen dagegen kaum.

Weil extremer Reichtum kaum besteuert wird, fehlen dem Staat trotz hoher Ausgaben Milliarden für Investitionen, Bildung, Infrastruktur und Klimaschutz. Das Loch im Haushalt soll nun die Mehrwertsteuer stopfen, eine Steuer, die wir zwar alle zahlen, die aber die Reichsten kaum trifft.

Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst und gefährdet den Zusammenhalt und unsere Demokratie. Eine gerechte Besteuerung hoher Vermögen ist nötig, um den Sozialstaat und eine ökologische Modernisierung nachhaltig zu sichern – und die Demokratie zu schützen.

Mehr zur Lobby der Superreichen: https://www.lobbycontrol.de/reichtum-und-einfluss/die-lobby-der-superreichen-gegen-die-besteuerung-von-reichtum-119795/
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Die Lobby der Superreichen: Gegen die Besteuerung von Reichtum

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, doch die Politik lenkt nicht dagegen. Eine mächtige Lobby kämpft seit Jahren gegen eine faire Besteuerung von übergroßem Reichtum – und mischt sich auch in den Wahlkampf ein.

LobbyControl
@lobbycontrol Unabhängig von meiner persönlichen Meinung zu vielen Themen, sehe ich ein Gerechtigkeitsdefizit. Seit ich zurückdenken kann, hörte ich Sätze wie "Die da oben machen eh was sie wollen", "Geld regiert die Welt", "Durch Wählen bewegen wir sowieso nichts". Das hat massiv zugenommen. Menschen fühlen sich ungerecht behandelt, sehen sich einflusslos, reagieren zunehmend ablehnend und aggressiv auf etablierte Politik - (asoziale) Medien zündeln aus Profitinteressen #mehrGerechtigkeitwagen

@lobbycontrol
Bei überschreiten einer Bagatellgrenze¹ sollte nicht selbst genutztes Sachvermögen mindestens mit dem Inflationssatz besteuert werden, Erbschaften/Schenkungen über 10 Jahre einem Einkommensteuersatz unterliegen.
Vermögenszuwachs (auch aus Schenkung oder Erbe) sollte besteuert sein wie alle Einkommen.

So unterlägen auch Reiche dem Inflationsrisiko der weniger wohlhabenden Bevölkerung und große Vermögen kommen versteuert über Staatsausgaben wieder in den Wirtschaftskreislauf.

¹Bagatellgrenze sollte pro Person der Wert eines Wohneigentums sein.

@Ulan_KA @lobbycontrol Was verstehst du denn unter Wohneigentum? Das reicht von 1000 ha mit Stadtpalais in München bis 500 m2 mit Tinyhouse in Hoyerswerda.
@Hammerwell @lobbycontrol ja, das sind die Extreme. Ich verstehe halt den Durchschnittswert darunter, den das Statistische Bundesamt feststellt – bei tatsächlich selbst genutzter Immobilie dann aber eben auch ein quasi beliebig größeres Anwesen. Auch eine relativ kleine Eigentumswohnung in München, die man vor 40 Jahren gekauft hat ist heute sicher weit über dem Preis eines Reihenhauses mit Garten im Sauerland. Das darf niemand benachteiligen.