Was mir gerade auffällt: Die vielen, großen Demonstrationen zum Thema sexualisierte Gewalt werden als politische Demonstrationen kaum ernst genommen. Und das, obwohl es bei vielen dieser Demonstrationen ganz klar nicht nur um politische Forderungen geht, sondern auch um gesellschaftlichen Wandel.

Bei allen Demonstrationen wird die aktuelle Politik der Bundesregierung kritisiert. Die rassistischen Äußerungen von Merz werden kritisiert.

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Trotzdem hab ich den Eindruck, das wird als große politische Bewegung nicht verstanden. Auch das hat am Ende was mit dem gesellsch. Frauenbild zu tun.

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@fraunora ich weiß nicht, wann das letzte Mal eine Protestbewegung auf der Straße ernst genommen wurde. Ich bin Mitte 30 und protestiere seit 2011 herum gegen Internetzensur und -Überwachung. ACTA damals hat noch was bewirkt, aber die vorratsdatenspeicherung werden wir nicht los. BayPAG 2018 wurde ignoriert, die Polizeigesetztewerden Jahr für Jahr schlimmer. Klimabewegung hat keinen politischen Erfolg, aktuell harter Rollback der baby steps der Ampel. Die Gegen Rechts Proteste, die größten der vereinten BRD, hatten NULL Effekt auf die Regierungspolitik.
Nicht auf die Straße gehen ist nichts, was ich daraus schlussfolgere, aber ich (ver)zweifle daran, was eigentlich helfen soll, um Politik noch von der Straße aus zu beeinflussen.

Seit Mitte der 1970er Jahre war die Anti-Atomkraftbewegung auf der Straße. 1979 beim Anti-Atomkraft-Kirchentag war ich mit dabei.

25 Jahre später war der Atomausstieg 2000/02 endlich politisch durch. 🎉

Nur: Die CDU ist die CDU… Sie hat den Ausstieg 2010 wieder rückabgewickelt 🤦.

Nach Fukushima und neuem Druck aus der Öffentlichkeit war dann plötzlich selbst Söder (kurz) Atomkraftgegner.

Inzwischen sind die deutschen Meiler aus.

😮‍💨

@JaneraTiciano @fraunora

@dj3ei @fraunora wenn wir die gasheizungen erst in 35 jahren verbieten, ist es zu spät.

Denn damn sind die erst in 70 jahren weg und bis dahin ist unser komplettes ökosystem bei +4 grad kollabiert.

Stimmt.

Wir sind am Thema "Nachhaltigkeit" inzwischen seit mehr als 50 Jahren dran und sie ist immer noch nicht in Sicht.

Das Brett, das hier zu bohren ist, ist allerdings deutlich dicker als beim Atomausstieg, weil Nachhaltigkeit im direkten Konflikt mit dem politisch und gesellschaftlich erwünschten Wirtschaftswachstum steht.

Immerhin muss mensch heute nicht mehr erklären, was Nachhaltigkeit ist.

@JaneraTiciano @fraunora