Ich weiß! Das Thema ist gegessen. Aber sollten wir wirklich einfach akzeptieren, dass ein Land, dessen Premier vom Internationalen Strafgerichtshof per Haftbefehl gesucht wird und laut dem Bundespräsidenten einen Völkerrechtswidrigen Krieg führt, beim #ESC teilnimmt?
@Dergoran Ja. Am ESC haben schon immer alle möglichen Diktaturen und halbseidenen Länder teilgenommen, ob Spanien unter Franco oder Aserbaidschan, um nur zwei herauszugreifen. Ich finde das richtig, denn es geht hier um kulturellen Austausch. Ja, die EBU hat mit dem Ausschluss von Russland die Büchse der Pandora geöffnet, aber das führt einen Angriffs- und keinen Verteidigungskrieg. Und ja, Israel überzieht den und steht zu Recht in der Kritik. Aber es steht nicht Netanjahu auf der Bühne. 1/2
@Dergoran 2/2 Ich verstehe auch die Gegenposition, sehr gut sogar. Aber wo fangen wir da an und wo hören wir auf? Wenn nur noch lupenreine Demokratien mit weißer Weste mitmachen dürfen, ist die Teilnehmerzahl 0. Denn wenn wir Israel wegen der Kriegsverbrechen in Gaza ausschließen wollen, wie rechtfertigen wir dann angesichts der von Frontex im Mittelmeer getöteten Flüchtlingen die deutsche Teilnahme?
@Aufrechtgehn
Um Deine Frage zu beantworten. Ich habe Ghaza garnicht erwähnt der erneute Rechtsbruch bezieht sich auf den Angriff auf den Iran.
Ich würde auch einen anderen Präzedenzfall hinzuziehen. Der Ausschluss Rest-Jugoslawiens vom ESC.
@Dergoran Ja, das fand ich damals auch schwierig. Zumal ich ehrlich gesagt damals keinen Plan hatte, wer da jetzt Aggressor und wer Angegriffener war und bis heute nicht richtig durchgestiegen bin.
Der ESC ist da in einem immerwährenden Dilemma, weil die EBU einerseits das absurde Mantra vom "unpolitischen" Charakter der Veranstaltung hochhält, gleichzeitig aber auch zu den "Guten" gehören will und im Einzelfall dann halt doch mal Länder ausschließt. Ohne erkennbare Linie.