Das Digitalministerium hat eine Agenda – und die klingt so ambitioniert, als hätte man sie bei einem Brainstorming mit Kaffee, Kuchen und einer Prise Wunschdenken entwickelt: Von Mobilfunk an Bahnstrecken (ja, genau, dort, wo man seit Jahren verzweifelt versucht, nicht mal ein stabiles Telefonat zu führen) bis hin zur KI-Förderung (weil irgendwer ja mal gehört hat, dass das gerade „in“ ist).
Digitalminister Karsten Wildberger, seit stolzen 10 Monaten im Amt, ...
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... träumt bereits von einer digitalen Brieftasche (die einen hoffentlich nicht so ausspioniert wie die Deutsche Bahn-App, nicht so unsicher ist wie die EPA und nicht so unübersichtlich wie die ARD Mediathek) und von KI in der Verwaltung – weil nichts sagt „Fortschritt“ wie ein Algorithmus, der Anträge bearbeitet, während die Bürger weiter im Wartezimmer sitzen.
Aber hey, Hauptsache, man träumt davon und nicht von elektronischen Schafen. 😜
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Zum Thema flächendeckende Digitalisierung stellt er fest, dass es keinen zentralen „Umsetzungsmuskel“ gibt. Überraschung! !
Der Bund kann hier nicht einfach „durchregieren“, weil – oh Wunder – die Kompetenzen bei Ländern und Kommunen liegen. Föderalismus at its finest: Wenn 16 Bundesländer und tausende Kommunen gemeinsam beschließen, dass Egoismus der beste Weg ist, um nichts voranzubringen.
Wildbergers primäre Forderung: „Highspeed-Internet in der Bahn darf nicht Zukunftsmusik sein.“
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Ein Satz, der so oft wiederholt wurde, dass er mittlerweile als Mantra für deutsche Digitalisierungs-Träume gilt.
In den Niederlanden funktioniert es, aber hey, wir sind ja nicht die Niederlande.
Wir sind Deutschland – das Land, in dem selbst ein ICE mit Verspätung pünktlicher ist als die Digitalisierung.
Wildberger will der „Macher“ sein, der das „durchboxt“.
Respekt für den Optimismus!
Endlich mal jemand der die Cannabis Legalisierung vollständig verstanden hat.
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Aber wenn man sich die letzten Jahre ansieht, könnte man fast meinen, das „Durchboxen“ in Deutschland erinnert, an Schläge, gegen das Brett vorm Kopf des deutsch Föderalismus.

Es wäre schön – aber die Realität ist leider oft so ernüchternd wie ein Bahn-WLAN, das nach 5 Minuten abbricht.
Wenn uns der schlechte Zustand wenigstens vor russischen Hackern schützen würde... Aber nein!
Willkommen in der digitalen Steinzeit, Version 2.0, alles bleibt wie es nie war.
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