Bin heute an einer Tankstelle vorbeigeradelt. Wegen #autofrei habe ich dieses Thema abseits der Nachrichten nicht wahrgenommen, aber 2,30€ für Diesel ist schon nicht wenig. Und während ich weiterfuhr, hinter mir die Autos drängelten um dann zu knapp zu überholen, musste ich über die Individualisierung von Profiten bei Vergemeinschaftung von Verlusten nachdenken. Ein Auto zu haben (uns zu benutzen), ist erst einmal eine persönliche Entscheidung, die Menschen für sich treffen.

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Ein häufig anzutreffendes Szenario sind Menschen, in die Peripherie ziehen, weil sie dort günstig(er) zu Wohneigentum kommen, dann aber für die Wege zur Arbeit/KiGa/Schule ein Auto brauchen. Bewusste Entscheidung. In "guten" Zeiten rechnet sich das. In der Krise würden sie ebenso am stärksten von Maßnahmen wie Spritpreisbremse oder Pendler*innenpauschale profitieren - auf Kosten der Allgemeinheit.

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Ich nehme höhere Kosten für eine Wohnung in zentraler Lage in Kauf. Eine Investition, denn alle Wege mit dem Rad machen zu können und eine akzeptable Entfernung zum Bhf sind mir wichtig, um mein Leben so leben zu können. Meine Kinder sollen in den KiGa und die Schule selber mit dem Rad fahren können. Die Bibliothek ist fußläufig. Eine freie Entscheidung. Subventioniert wird aber nur die eine Lebensentscheidung, wie in der Krise deutlich wird. Dabei ist die Abhängigkeit frei gewählt

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@pusteblume Ich weiß nicht, ob das so stimmt. Es gibt längst eine Gruppe von Menschen, die außerhalb der Peripherie praktisch keinen Wohnraum bezahlen können. Und die auch bei den Jobs vielleicht keine große Auswahl haben. Jetzt wohnen sie eben in irgendeiner Randlage und arbeiten bei einem Unternehmen am anderen Ende der Stadt. Die politische Entscheidung an vielen Orten ist, die Verkehrsinfrastruktur so aufzubauen, dass zwischen Wohn- und Arbeitsort (sagen wir mal) 20 Minuten mit dem Auto und eine Stunde mit dem ÖPNV liegt. Dann überlegt man sich auch bei 2,30 € pro Liter Diesel, ob man den Bus anstelle des Autos nimmt.