Diesen Artikel hier möchte ich mal verlinken, weil ich ihn für ein gelungenes Beispiel dafür halte, wie Journalismus politisch brisante Themen so aufbereiten kann, dass die Menschen selber anfangen über Lösungen nachzudenken, statt nur wiederzukäuen, wer auf wem rumhackt und so die Lesenden einlädt, mit rumzuhacken. Wenn über alles so berichtet würde, hätten wir eine funktionierende Demokratie.
https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/krankenversicherung-reform-gkv-experten-kommission-100.html
Krankenversicherung: 66 Vorschläge für Milliarden-Einsparungen

Wie können die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung stabilisiert werden? Eine Experten-Kommission der Regierung hat dafür 66 Reformvorschläge vorgelegt. Ein Überblick.

ZDFheute
@StefanMuenz Die Erhöhung der Steuer auf Tabak sowie Alkohol und eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke finde ich gut, kann mir aber irgendwie nicht vorstellen, dass die Mehreinnahmen bei den Kassen landen.
@IDee
Das gälte wohl für alle Steuermehreinnahmen. Wenn man zweckgebundene Einnahmen haben will, könnte man Abgaben einführen, statt Steuer/-erhöhungen. @StefanMuenz
@IDee Vor allem haben mich die vergleichsweise geringen Einnahmen irritiert, die durch Erhöhungen etwa bei Tabak, Alkohol oder Zucker erreicht werden würden. Entweder sind da die angesetzten Erhöhungen einfach zu moderat und industriefreundlich, oder das ist ein Faktor, der eher sekundär wird (Lenkwirkung für gesünderes Verhalten).
@StefanMuenz Auf die Idee, PKV und GKV zu einer Grundversicherung für alle zusammenzulegen ist wieder niemand gekommen?
@ericalaeta Das wusste die Expertengruppe vermutlich vorher, bzw. das war wohl tabu. Wäre aber interessant, auch dazu mal eine Einsparzahl gehabt zu haben.
@StefanMuenz Tabu sollte gar nichts sein. Ablehnen kann man Optionen immer noch, aber die sinnvollen sollten genannt werden. Tolle Expertengruppe.
@StefanMuenz ich ärgere mich trotzdem über die Überschrift.
Es sind ja iW keine Einsparungen sondern Einnahmenerhöhungen die vorgeschlagen werden.
Das System wird nicht reformiert (weiter hunderte Krankenkassen und Fachärzte domi ieren die Kassenärztlichen Vereinigungen und Medikamente in D teurer...) oder daran gespart (Globuli kosten ja nix - zumindest erstattet mir die TK nur <40€/Jahr für die Abwahl)

@StefanMuenz

Finde ich auch relativ gut und sachlich aufbereitet, und nicht diese „he said, she said“-Berichterstattung. Vor allem finde ich sehr gut, dass sie auch das Dokument selber verlinkt haben. Auch wenn vermutlich kein Laie die 480 Seite durcharbeitet, finde ich es hilfreich gerade bei strittigen Punkten mal nachzusehen was den genau da steht.

Allerdings habe ich auch Kritik, z.B. steht im Artikel auch nur „Abschaffung beitragsfreie Mitversicherung“, der konkrete Reformvorschlag Nr. 60 ist aber „… für Ehegatten/Lebenspartner ohne Kinder unter 6 Jahre“. Kann man diskutieren ob das sinnvoll ist, aber ohne den Zusatz der Kinder ist das eine ganz andere Nummer. Und hätte man problemlos in dem Abschnitt mit aufnehmen können.

Und das ist nur ein Beispiel wo ich explizit mal nachgeschaut habe, weil ich unterschiedliches gehört habe. Vermutlich wird das bei vielen Punkten so sein.

Aber ja, der Artikel sticht auf jeden Fall positiv aus der Berichterstattung hervor? Danke @ZDF

@StefanMuenz

Gute Zusammenfassung. Die leider von der Idee Abstand nimmt, dass in einem funktionierenden Gemeinwesen alle im Rahmen ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten beitragen müssen, um es zu erhalten.
Was ich damit sagen will: Wenn es einen Mehrbedarf an Finanzierung gibt, dann ist dieser prozentual auf diejenigen zu verteilen, die ihn solidarisch zu erbringen haben Also nicht beispielsweise 250 Euro pro Person, sondern x% des jeweiligen vorhandenen Vermögens. Ohne. Jede. Ausnahme.

@_RyekDarkener_ Da musst du nur mit bedenken, dass zum einen nicht alle überhaupt in einer GKV sind, und zum anderen finde ich es bei Versicherungen durchaus angebracht, nicht einfach nur nach Vermögen zu staffeln, sondern auch nach Risikofaktor. Das gehört nun mal zum Kalkulationsgeschäft jeder Versicherung.

@StefanMuenz

Durchaus. Das ist der zweite Schritt in der Kalkulation: Welche – unvermeidbaren – gesundheitlichen Risiken trägt die Solidargemeinschaft, und welche – vermeidbaren – gesundheitlichen Risiken trägt man selbst?
Ich denke, wir sind uns einig, dass das Gesundheitssystem als solches dringend reformbedürftig ist. Und dass eine tragfähige Reform alles andere als einfach sein wird.