Ich habe meine Erfahrungen mit Armut in meinem Podcast besprochen. "16 Jahre Hartz 4" heißt das Ding.
https://vielesein.de/ein-format-von-vielen-nach-16-jahren-in-hartz-4
Auch als Text. Immer wieder.
https://einblogvonvielen.org/?s=Hartz+4

Heute, ohne Aussicht auf Arbeit, gekündigt in Krankheit, antwortet man mir auf meine gerade alles bestimmende Zukunftangst: "Hartz 4 gibt's ja nicht mehr".

Derweil kann ich schon jetzt nicht mehr einkaufen, ohne an meine Ersparnisse zu gehen.

Ein Format von Vielen – „nach 16 Jahren in Hartz 4“

In dieser Episode lesen wir Texte zu unserem Leben mit Hartz 4 vor. Aus Gründen. Schönen Gründen.   shownotes: „das ist auch Hartz 4“ „von und mit Hartz 4 über.leben“ &…

Viele.Sein

Das sind Ersparnisse, die ich für meine Kinderwunscherfüllung angesammelt habe.
Daraufhin habe ich gearbeitet: Berufliche Teilgabe, Familienleben mit Kindern, irgendwann ein Hauch Rente, ein Anflug von finanzieller Okayheit.

Nichts davon geht auf.
Man sagt mir: "Du siehst das zu schwarz-weiß."

Meine Krankenkasse hat ein Modellprojekt zur psychotherapeutischen Versorgung von Menschen in komplexer Lage.
Ich verliere meine Freiheit der Kassenwahl mit dem Jobverlust. Meine Therapie: ungesichert.

Man sagt mir: "Das wird sich schon finden."

Seit Dezember bin ich gesundheitlich auf dem Stand von 2012.
Damals hab ich im Flashback noch Fäkalien gefressen und bin nachts zwischen 5 und 8 Kilometer vom Bett aus durch die Klüste gerannt.
Heute ist das anders.
Heute stehe ich auf, denke ans Sterben, weil "sich durchkämpfen" einfach nicht weiter mein Leben sein soll. "Aushalten", "das auch noch durchstehen" oder "einfach weiter" schon viel zu lange, viel zu oft bedeutet hat, mich selbst in die Überanstrengung zu lügen.
>>

Und dann gehe ich ins Bett und erlebe die schlimmsten Momente meiner Kindheit wieder.
Wache auf und orientiere mich zurück in die Gegenwart ohne Zukunft. Was exakt ist, was ein Trauma ausmachen kann: ein Momentum ohne Ende.

Mir macht nichts mehr wirklich Spaß. Nichts fühlt sich wirklich gut an. Ich verschleiere es. Machs trotzdem. Bin disziplinert, weil ich weiß, dass sich das ändern kann.

Bin müde davon. Richtig kaputt. Hoffnungslos.
Und einsam. Obwohl ich nicht mehr alleine bin.

An Hartz 4 war nie Hartz 4 schlimm.
Schlimm war immer und ist auch heute noch, dass ich als Kind, Jugendliche und junge erwachsene Person sexualisierte Gewalt und Ausbeutung erlebte und immer immer immer trotzdem weitergemacht habe.

Für, wie es sich jetzt anfühlt, nichts.

@theRosenblatts weiß auch nicht, will nur zeigen, dass ich dich wahrnehme
@theRosenblatts
Ich bin gerade verdammt mitwütend. So ein Scheiß!
Hilft dir zwar nicht, aber vielleicht ja doch ein klein bisschen, wenn ihr wisst, dass andere mitleiden.