Der Sozialstaat ist keine Wohltat für „die anderen”, sondern unsere gemeinsame Absicherung. Der Abbau des Sozialstaats ist damit ein Angriff auf uns alle. Niemand ist davor gefeit, krank zu werden oder einen Schicksalsschlag zu erleiden, von dem man sich vielleicht nicht so schnell erholt. Ein Unfall, eine schwere Krankheit, eine Trennung oder der Verlust des Jobs.

Wer kein Millionär ist, ist oft nur ein oder zwei Schicksalsschläge vom Bürgergeld entfernt.

Das ganze Interview mit Maurice Höfgen findet ihr hier:
https://youtu.be/09d65w9PXDY?is=7V23BE38hY1bikrC

Wer unsere Arbeit unterstützen kann, findet alle Infos hier: https://sanktionsfrei.de

@helenasteinhaus 'Sozialstaat' ist ein Begriff für einen Nichtangriffs-Pakt, den die Nachkriegsgesellschaft geschlossen hat. Der Deal ist: Die Armen und Geschundenen bekommen erschwingliches Obdach, Heizung, Nahrung, freie Kranken- un Heilfürsorge und eine auskömmliche Rente. Dies Finanzieren die Vermögenden zu erheblichen Teilen mit. Als Gegenzug für diese Leistung zünden die Armen den Reichen nicht ihre Villen über dem Kopf an.

@Muellers_Kabinett @helenasteinhaus "dies finanzieren die Vermögenden zu erheblichen Teilen mit"

Dem würde ich mal zaghaft wiedersprechen, die Vermögenden (die mit Kapital) ziehen sich da bei der Finanzierung von Sozialleistungen an vielen Stellen erstmal raus, für sich selbst brauchen sie sie ja meist nicht.

Es ist eine erzwungene Solidarität der Arbeiter*innen untereinander und kein Handel tit for tat.

Klar das Resultat ist, dass man die schlimmsten Auswüchse der Klassengesellschaft abfedert, zum Zweck seine Reserve an Arbeitskraft nicht zu verlieren.

Aber das Loblied auf den Sozialstaat sollte man deswegen noch lange nicht singen.

@theDuesentrieb @helenasteinhaus vielleicht präziser: es war der Begriff für...
Seit seiner Erschaffung ist dieses System spätestens seit den Achtzigern permanent ausgehöhlt und beschnitten worden. Mein Kommentar ist weniger als Loblied gemeint, sondern ein Hinweis darauf, das Villen immer noch brennen können

@Muellers_Kabinett @helenasteinhaus ja, wobei das sich aktuell eher darin äußert, dass noch ärmere Schweine wahlweise mit unpassender Hautfarbe gefunden werden, auf die dann eingedroschen wird.

Es fehlt mir bloß beim "Kampf für den Sozialstaat", dass das nicht nur keine Nettigkeit ist, sondern auch ein Disziplinierungsmittel, dass der Staat so einrichtet wie es ist, weil und nur in dem Maße in dem es dem Kapitalinteresse dient