Ich wurde gefragt, ob ich mehr über Segregation im schwedischen Kontext erzählen kann. Schweden ist ein spannendes und oft unterschätztes Beispiel. Viele denken bei Segregation an die USA. Aber auch im schwedischen Wohlfahrtsstaat gibt es starke räumliche Trennlinien. (1/7)
Um die heutige Situation zu verstehen, muss man in die 1960er Jahre zurückschauen als Schweden im Rahmen des Miljonprogrammet eine Million Wohnungen, um die akute Wohnungsnot zu lösen. Die Idee war bezahlbarer, hochwertiger Wohnraum für alle. Geplant wurden ganze Stadtviertel mit Schulen, ... (2/7)
Bibliotheken, etc. Die Realität sieht heute anders aus. Viele Miljonprogram-Gebiete liegen am Stadtrand, sind schlecht an den Rest der Stadt angebunden und haben eine überwiegend einheitliche Baustruktur. Ab den 90ern wurde der schwedische Wohnungsmarkt zunehmend liberalisiert: (3/7)
Subventionen wurden gekürzt, kommunale Wohnungsbestände privatisiert, Mietregulierungen gelockert. Wer es sich leisten konnte, zog in Eigentum – die anderen blieben. Das Ergebnis: In Stockholm, Göteborg und Malmö hat sich die Einkommenssegregation seit 1990 verdreifacht. (4/7)