Ich glaube, was diese Ulmen-Diskussion mit den not-all-men-Unschuldsvermutenden so schwer macht, ist: Ihnen fehlt die Erfahrung, über sexuellen Missbrauch jedweder Couleur mit der Hoffnung auf eine Beendigung der Situation oder auf Konsequenzen für den oder die Täter gesprochen zu haben, und dabei jedes Mal dieselben, unfassbaren Antworten bekommen zu haben. Viele von uns sind wütend. Weil da immer auch über uns und unsere Geschichte diskutiert wird.
Viele von uns wissen, wie das ist, wenn wir total irritiert und aufgeregt uns jemandem anvertrauen, nur um dann die übliche Leier von der eigenen Schuld oder von den zwei Seiten zu hören. Wir haben das erlebt, teils mehrfach.
Wenn dann irgendein Thomas oder Michael schreibt, dass "Unschuldsvermutung" oder "aber der Kachelmann", obwohl Ulmen ja anscheinend ziemlich viel schon zugegeben hat, dann macht ihr auch unsere erlebte Geschichte klein, so wie sie immer kleingehalten wurde.

Ich glaube, manche denken Jahre nach "me too" noch immer, dass sexuelle Belästigung, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung sowieso kaum eine trifft, vielleicht sogar: keine Anständige. Aber das Gegenteil ist der Fall.

Unser Leben ist voller "jetzt hab dich nicht so". Aber wir haben uns so.

@sarah_ist_muede ich finde es so krass wie wenig dieser fakt vor metoo bei mir als mann präsent war. Klar, man hatte davon gehört, aber dass das so breit geschieht macht mich wütend und ich verstehe bis heute nicht, warum man sowas seinen mitmenschen, oft ja sogar freunden und verwandten, antun kann.

dass politiker das auch noch als grund nehmen, gegen migrantinnen zu hetzen finde ich wie einen doppelten schlag ins gesicht ...

i choose the bear, oder so.