#KeinVergessen: Willi Worg wird in der Nacht zum 25. März 2001 in Milzau (Sachsen-Anhalt) von fünf Neonazis zusammengeschlagen. Drei Tage später stirbt der 38-jährige Mann an den Folgen seiner schweren Verletzungen. 1/10  https://f.mtr.cool/ikdwqeygdz
Bereits nach den ersten Schlägen und Tritten wird Willi Worg bewusstlos. Die Täter treten jedoch noch unzählige Male auf ihr völlig wehrloses Opfer ein. Sämtliche Organe im Bauchbereich werden aufgrund der Tritte zerrissen. 2/10
Weil das Opfer einige Monate vor dem Angriff den 19-jährigen Haupttäter wegen unterlassener Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall angezeigt hatte, vermutete die Behörde kein politisches Motiv, sondern „Rache“. 3/10
Außerdem hätten die Schläger von Willi Worg Geld verlangt, bevor sie ihn angriffen. Die Täter wurden daher wegen versuchten Raubes und Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. 4/10
Die Jugendkammer des Landgerichts Halle bewertete die Motivation der Täter anders: Am 13. November 2001 werden die fünf Angeklagten wegen Mordes und Beihilfe zum Mord zu Strafen zwischen vier und acht Jahren Haft verurteilt. 5/10
In der Urteilsbegründung sagte die Vorsitzende Richterin, die Täter hätten Worg „regelrecht zertreten“. Überdies hätten die Täter „wegen ihres rechtsextremen und menschenverachtenden Weltbildes“ „unfassbar brutal“ gemordet. 6/10
Als die Richterin den 19-jährigen Haupttäter im Prozess fragt, ob er sich in der Untersuchungshaft Gedanken über die Tat gemacht habe, erwidert dieser: „Ja, ich habe mir Gedanken gemacht. Ich habe mir ein Hakenkreuz auf den Bauch tätowieren lassen.“ 7/10
Als der damalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) den Verfassungsschutzbericht für 2002 veröffentlichte, tauchte Willi Worg in diesem nicht als Todesopfer rechter Gewalt auf. Ein Skandal, da er in der Landesstatistik als Todesopfer rechter Gewalt aufgeführt wurde. 8/10
Später revidierte der Landesinnenminister Klaus-Jürgen Jeziorsky (CDU) die Einstufung. Der Mord an Willi Worg zeigt somit beispielhaft ein eklatantes Defizit der PMK-rechts Statistik. Die politische Dimension findet bei der „Raubstraftat“ keine Berücksichtigung mehr. 9/10
Bei Tötungsdelikten, die als Raubüberfall getarnt werden, wird der ideologische Kontext der Täter ignoriert. Dieser bewirkt allerdings maßgeblich, dass die Hemmschwelle zur exzessiven Gewalt gesenkt wird. 10/10