Jede fünfte Frau wurde im letzten Jahr am Arbeitsplatz belästigt – jede zwanzigste hat sexualisierte Belästigung im Arbeitsumfeld erfahren. Das ist nicht nur ein individuelles Leid, sondern auch ein massiver wirtschaftlicher Schaden, der sich auf rund 2 Milliarden Euro jährlich beläuft. 1/
Eine Auswertung der European Working Conditions Survey 2024 zeigt: 20,3 Prozent der Frauen in Österreich waren im vergangenen Jahr von #Belästigung am Arbeitsplatz betroffen. 5,3 Prozent erlebten sexualisierte Belästigung. 2/
Wer betroffen ist, leidet häufiger unter gesundheitlichen Problemen, reduziert Arbeitszeit oder fällt ganz aus dem Erwerbsleben. Das hat direkte Kosten für Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft. 3/
Studien zeigen: Die #Produktivität von Opfern sexualisierter Belästigung am Arbeitsplatz sinkt um etwa 43 Prozent. Häufigere Abwesenheiten, Krankenstände, psychische Belastung und reduzierte Erwerbsbeteiligung führen in Österreich zu Produktivitätsverlusten von rund 2 Milliarden Euro pro Jahr. 4/
Besonders häufig betroffen sind junge Frauen am Beginn ihrer Erwerbskarriere. Bei den unter 35-Jährigen berichten rund 10 Prozent von sexualisierter Belästigung im letzten Jahr, mehr als dreimal so viele wie bei Frauen über 35 (3,1 Prozent). 5/
Auch Bildung spielt eine Rolle: Frauen mit niedriger formaler Bildung sind überdurchschnittlich häufig von sexualisierter Belästigung betroffen. Gebildete Frauen berichten hingegen häufiger von anderen Formen der Belästigung wie verbalen Übergriffen, Mobbing oder erniedrigendem Verhalten. 6/
Auffällig ist der Zusammenhang mit finanzieller Belastung: Mehr als jede zehnte Frau, die sexualisierte Belästigung am Arbeitsplatz erlebt hat, hat Schwierigkeiten, finanziell über die Runden zu kommen. Bezieht man weitere Formen von Belästigung ein, betrifft das mehr als jede dritte Frau. 7/
Im Europa-Vergleich wird klar: Belästigung gehört für viele Frauen zum Berufsalltag. Im Schnitt berichtet jede fünfte Frau in der EU von solchen Erfahrungen. Die Bandbreite reicht von verbalen Übergriffen und erniedrigendem Verhalten über Mobbing bis hin zu Bedrohungen und körperlicher Gewalt. 8/
Auffallend ist, dass die höchsten Werte vor allem in Ländern zu sehen sind, die eine stärker ausgeprägte Gleichstellungspolitik betreiben. In den Niederlanden und Finnland berichten 10 Prozent der Frauen von unerwünschtem sexualisiertem Verhalten am Arbeitsplatz. 9/
In Ländern wie Spanien, Malta, Bulgarien oder Zypern ist es hingegen nur rund 1 Prozent. Das bedeutet aber nicht, dass Belästigung in diesen Ländern seltener stattfindet, sondern dass die Wahrnehmung oder das Meldeverhalten anders ist. 10/
Studien zeigen, dass in Ländern mit stärker ausgeprägter Gleichstellungspolitik, etwa in Nordeuropa, problematisches Verhalten häufiger als sexualisierte Belästigung erkannt und als solches benannt wird – was zu höheren Anteilen führt. 11/

Das Momentum Institut empfiehlt daher stärkere Präventionsmaßnahmen in Betrieben, klare Meldewege sowie konsequente arbeitsrechtliche Sanktionen bei Übergriffen.

Mehr zur Analyse gibt es im Website-Artikel: https://www.momentum-institut.at/news/sexualisierte-belaestigung-am-arbeitsplatz-kostet-2-milliarden-euro/

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Sexualisierte Belästigung am Arbeitsplatz kostet 2 Milliarden Euro - Momentum Institut

Sexualisierte Belästigung am Arbeitsplatz ist kein Randphänomen, sondern ein strukturelles Problem mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen. Eine aktuelle Analyse des Momentum Instituts auf Basis der European Working Conditions Survey 2024 zeigt: 20,3 Prozent der Frauen in Österreich waren im vergangenen Jahr von Belästigung am Arbeitsplatz betroffen. 5,3 Prozent erlebten sexualisierte Belästigung. Die daraus resultierenden Folgekosten belaufen sich auf rund 2 Milliarden Euro jährlich.

Momentum Institut