Alexander Kluge ist gestorben. Der Name war Programm. Lange vor Podcasts war Alexander Kluge Praktiker und Theoretiker der Oralität. Zitate etwa von Marx waren deshalb oft eher oral history als belegbar. Dieses Verfahren hat jedoch Räume geöffnet – auch für den oft unterschätzten Helge Schneider. Er wird fehlen: Zuammen mit Oskar Negt nahm er Habermas' Ball auf und formulierte 1972 eine Kritik, die nicht aktueller sein könnte: »Dem mangelnden bürgerlichen Interesse an substantieller, lebendiger Öffentlichkeit entspricht ein erhebliches Bedürfnis nach einer Öffentlichkeit, die eine gesamtgesellschaftliche Synthese darstellen soll. Es ist das Bedürfnis nach Identität, nach Darstellung der Gesellschaft als Ganzer, als ›Gemeinschaft‹.«