Immerhin im Moment prominent als Aufmacher:

"Anwältin Laura Leogrande vertritt Opfer sexualisierter Gewalt: „Mich schockiert immer noch, was Männer sich so alles ausdenken“
Ihre Mandantinnen werden vor Gericht oft unter Druck gesetzt oder nicht ernst genommen, sagt die Rechtsanwältin Laura Leogrande. Wie Collien Fernandes nennt sie Deutschland ein Täterparadies."

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https://www.tagesspiegel.de/kultur/anwaltin-laura-leogrande-vertritt-opfer-sexualisierter-gewalt-mich-schockiert-immer-noch-was-manner-sich-so-alles-ausdenken-15397485.html

Anwältin Laura Leogrande vertritt Opfer sexualisierter Gewalt: „Mich schockiert immer noch, was Männer sich so alles ausdenken“

Ihre Mandantinnen werden vor Gericht oft unter Druck gesetzt oder nicht ernst genommen, sagt die Rechtsanwältin Laura Leogrande. Wie Collien Fernandes nennt sie Deutschland ein Täterparadies.

Der Tagesspiegel

Deutsches Männerrecht

"Es gibt auch Fälle, bei denen Videomaterial von bewusstlosen Frauen existiert, die vergewaltigt werden, und bei denen die Frauen dann vor Gericht trotzdem in der Pflicht sind, nachzuweisen, dass sie der Sache nicht vielleicht vorher doch zugestimmt haben."

"Haben Sie in solchen Momenten den Eindruck, dass mit einem „männlichen“ Blick auf die Fälle geschaut wird?
Auf jeden Fall. Es gibt dann mitunter Argumentationen wie: Sie haben am Anfang zwar „Nein“ gesagt und sie haben auch geweint, aber ob der Mann das dann auch wirklich als ein „Nein“ verstehen musste, können wir hier jetzt leider nicht feststellen. Denn es könnte ja eine Spielart der Sexualität sein, das Gegenüber davon überzeugen zu wollen, dieses „Nein“ zu überwinden.>>
>>So wird tatsächlich argumentiert! „Sie haben zwar nein gesagt, aber Sie haben dann ja am Ende mitgemacht.“
Collien Fernandes spricht von Deutschland als juristischem „Täterparadies“. Sehen Sie das auch so?
Ich glaube, was fehlt, ist ein grundlegendes Verständnis davon, was geschlechtsspezifische Gewalt eigentlich ist und was sie mit den Betroffenen macht. Ich sehe auch, dass vor allem digitalisierte sexuelle Gewalt und auch Nachstellung, also Stalking, nicht wirklich ernst genommen werden. Da gibt es bei der Polizei und bei der Staatsanwaltschaft einfach >>
noch große Hürden, sowohl was die Kapazitäten als auch was die Ausbildung angeht. Polizisten wissen oft nicht, wie sie da rangehen sollen. Die Staatsanwaltschaften sind überlastet und ermitteln dann nicht mehr richtig.

Tatsächlich glaube ich aber, dass wir gesetzlich, was die Bestrafung von geschlechtsspezifischer Gewalt angeht, generell eigentlich schon ganz gut aufgestellt sind, die Probleme liegen dann oft in der Umsetzung. Und das Hauptproblem bleibt: Unsere Gesellschaft ist ein Täterparadies.

Können Sie Beispiele nennen, wie Gesetze nicht richtig umgesetzt werden?
Es gibt ja zum Beispiel eine Debatte darüber, ob es im deutschen Strafgesetz einen expliziten >>

Femizid-Straftatbestand braucht. Das sehe ich nicht so. Meines Erachtens können Femizide mit unserem bestehenden Gesetzesrepertoire schon als Mord aus niedrigen Beweggründen als besonders verwerflich eingeordnet werden. Das geschieht aber oft nicht, weil Gerichte die frauenverachtenden Beweggründe für die Tatbegehung nicht als solche erkennen, sondern die Tat etwa als „Beziehungsdrama“ relativieren.

Auch schön:

"Die Debatte über Partnerschafts- und sexualisierte Gewalt hat seit den öffentlichen Vorwürfen von Collien Fernandes ein neues Level erreicht, so nimmt man es zumindest in diesen Tagen wahr. Glauben Sie, dass dieser Fall nachhaltig etwas verändern wird?
Nein."

@somlu1968 Glaube ich nicht. Deepfakes, sind technisch für jeden Laien mit entsprechender Software möglich. Prominente sind besonders betroffen, weil deren Bilder für die KI öffentlich zugänglich sind, und es offensichtlich viele gibt, die sich vorstellen mit ihnen Sex haben zu wollen.

Habe gelesen, dass es sogar auch von Angela Merkel so was im Netz geben soll.