Habt ihr „1984“ gelesen? Gerade wäre sonst eine super Gelegenheit: Der Reclam-Verlag hat das Buch neu aufgelegt und ich durfte ein Nachwort schreiben.

Orwell erlebt derzeit aus gutem Grund ein Comeback. Er beschreibt, welche Rolle Wissensproduktion als Herrschaftsinstrument im Faschismus spielt. Das ist rasend aktuell.

Die panoptische Überwachung durch Staaten und Unternehmen. Die wahrheitszersetzende Logik von KI und Plattformen. Die postfaktische Politik und Propaganda eines Donald Trump.

@roofjoke Hatte den Film vor vielen Jahren mal gesehen, weil Klassiker. Hat mich sehr verstört, deswegen hab ich mich lange nicht ans Buch getraut. Aufgrund der Entwicklungen in den letzten Jahren dann doch letzten Herbst endlich mal gelesen (mit der Frage im Kopf, ob ich es mit meinem Englisch LK lesen sollte). Wichtiges Werk, sehr relevant. Aber es hat mich auch wieder sehr mitgenommen.
@Sci_Fi_FanGirl @roofjoke verstehe ich! Ein bisschen mehr Hoffnung wäre in der Tat schön gewesen.
@roofjoke Wobei ich schon konsequent finde, dass es am Ende wirklich so gar keine Hoffnung gibt. Es denkt die Ideologie gründlich durch und zeigt damit den ganzen Schrecken. Ein positiveres Ende hätte nicht gepasst. Es muss schockieren, es muss schwer zu ertragen sein, nur so entfaltet es diese enorme Aussagekraft.
@Sci_Fi_FanGirl wenn man will, kann die Hoffnung im Annex von 1984 finden: Dort wird in Vergangenheitsform über Newspeak als mutmaßlich gescheitertes Projekt berichtet. Vielleicht aus einer Zukunft, in der Big Brother Vergangenheit ist?

@roofjoke Ja, das stimmt. Oldspeak sollte ja bis 2050 ausgerottet sein. Das Ziel wurde aber offenbar nicht erreicht. Das Regime scheint davor geendet zu haben. Für Winston dennoch kein Hoffnungsschimmer. Und es bleibt sehr vage.

Ähnlich wie der Anhang in The Handmaid's Tale.