RE: https://fnordon.de/@giardino/115960250578090054

seitdem hatten wir
– Z̶a̶h̶n̶e̶r̶s̶a̶t̶z̶ zahnärztliche Behandlung nur noch privat zahlen
– Ehepartner*in nicht mehr mitversichern

(ich vergesse gerade sicher was)

(Edit: tatsächlich nicht nur Zahnersatz, danke @hafensonne)

@giardino Möglicherweise mache ich mich unbeliebt, aber ich sehe wirklich keinen Grund, Gattinnen, die keiner Erwerbsarbeit nachgehen, mit meinen Krankenkassenbeiträgen mitzufinanzieren. Jedes Jahr steigt mein Beitrag um > 100 Euro. Seit 2018 um 50%. So stark kann ich meine Preise gar nicht anheben.

Solange Care-Arbeit für junge Kinder, behinderte oder alte Menschen geleistet wird, ist das sinnvoll.

@giardino Letzte Beitragserhöhung (Anfang 2026) 150 Euro/Monat, von 1.050 € auf 1.200 € Kranken- und Pflegeversicherung im Monat.

Jetzt kann man natürlich sagen: Wer so hohe Beiträge zahlt, verdient auch viel. Ja, tue ich. Mit vollem Risiko, viel Einsatz und steter Weiterbildung.

Ich bin Fan der Solidargemeinschaft. Aber das beinhaltet für mich auch, dass beitragen sollte, wer beitragen kann.

@dieliebenessy Mir ging es erst einmal nur darum, das momentane PR-Muster zu dokumentieren (alle paar Wochen ein neuer Vorschlag aus dem Nichts, irgendetwas zu streichen oder einzuschränken, was Arbeitnehmern Stand heute zugute kommt). Dass wir über die einzelnen Maßnahmen diskutieren, ist vermutlich schon ein Erfolg in den Augen derer, die das lancieren.

That said, natürlich kann und sollte man über so Einiges an heutigen Regeln diskutieren;

@dieliebenessy ich habe z. B. überhaupt nichts dagegen, das Ehegattensplitting auf den Prüfstand zu stellen. Aber das kann man ja nicht ohne den Kontext Paygap, Kinderbetreuung, Care-Arbeit ebenfalls zu betrachten und zu ändern. Ähnlich ist es bei der Mitversicherung – wobei das ja selbst der TK-Chef kritisch sieht: https://www.tagesschau.de/inland/debatte-gesundheitswesen-finanzierung-100.html

Solange es offensichtlich nur isoliert um die Entlastung von Arbeitgebern geht (und darum, die generelle Stimmung zu formen), mag ich nicht mitdiskutieren.

Milliardenloch bei Krankenkassen - Debatte über Familienversicherung

Die gesetzlichen Krankenkassen befürchten für 2027 ein Milliardendefizit. Die Bundesregierung plant deshalb grundlegende Reformen. Im Fokus steht nun offenbar auch die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern.

tagesschau.de

@katzentratschen @giardino Da bin ich bei dir: Es gibt kein großes Bild. Hier eine Einzelmaßnahme, dort eine Einzelmaßnahme. Ich frage mich: In welchem Land wollen wir leben?

Ich fände es z.B. gut, das Ehegattensplitting aufzuheben, aber dafür Kinder zu berücksichtigen. Überhaupt: mehr Fokus direkt auf Kinder - z.B. könnte man über weniger Direktzahlung (Kindergeld) nachdenken, dafür gutes, kostenfreies Schulessen, besserer Betreuungsschlüssel in Kitas.

Sowas halt.

@giardino @katzentratschen Das würde aber ein Familienbild voraussetzen, das auf Erwerbstätigkeit beider Eltern setzt - bei gleichzeitigem Konsens, dass Bildung und Betreuung mehr kosten muss und wir alle dafür verantwortlich sind, dass es Kindern gut geht und Vereinbarkeit funktioniert.

Wir können das auch ganz anders machen - was mir fehlt, ist die Linie und die konsequente Umsetzung.

@dieliebenessy @giardino @katzentratschen Nur ein kleiner Erfahrungsbericht: mit zwei kleinen Kindern lebte ich in Österreich (kein Splitting) und konnte nicht arbeiten gehen wegen fehlender Kinderbetreuung. Mein Mann hat auf sein Gehalt, von dem wir zu viert lebten (+ Äquivalent zum Kindergeld) die gleichen Steuern gezahlt, wie ein Alleinstehender. Das fand ich NICHT in Ordnung.

Da war das Gesamtsystem jedenfalls nicht stimmig.

@dieliebenessy @katzentratschen @giardino Aber das wäre ja Sozialismus! Um Himmels Willen, das geht nun wirklich nicht!!!
@katzentratschen @FrauZimt @giardino Wir können es auch anders machen - das meine ich ganz ernst. Aber dann nicht von allem etwas: hier ein bisschen Sozialismus, hier Kapitalismus, hier ist es private/gesellschaftliche Verantwortung, aber gleichzeitig erwarten wir … Du verstehst.