Im Bekleidungsgeschäft. Ich will einen Damenpulli bezahlen.

Verkäuferin: Hatte ich einen Unfall?

Ich *leicht perplex* "Nein."

Weil ich den Rollator brauche.

"Das ist angeboren."

Sie: "Was es nicht alles gibt."

Wie so oft.

Nicht nur geht für viele Ableds nur "angeborene Körperbehinderung = Rollstuhl und Assistenz", sondern auch wenn du eine Frau bist (oder sie dich für eine halten) und du ein ganz normales Kleidungsstück trägst, MUSST du mal nichtbehindert gewesen sein. #DisabledAlltag

@aurora
Die meisten Menschen bemerken meine Behinderung nicht. Aber wenn, dann kommt meist die Frage – auch von Leuten, die ich gar nicht kenne –, ob ich einen Unfall hatte. Ja, hatte ich.
Ich denke, dass die meisten Menschen aber gar nicht merken, dass sie mit diesem Verhalten in einen privaten Bereich eindringen.

Ich glaube, in unserer Gesellschaft wird Behinderung noch immer als erklärungsbedürftige Abweichung wahrgenommen, etwas, wovor es den Norm-Menschen schaudert.

@unionista Das. Und den meisten ist jahrzehntelang fälschlicherweise beigebracht worden, dass sie Hemmungen uns gegenüber abbauen können, indem sie auf diese Weise Grenzen überschreiten, weil man ihnen gleichzeitig beigebracht hat, wir würden eh über nichts anderes reden. (Doch, tun wir.)

Mein Vater trug nach Unfall eine Augenprothese, da hat sich fast niemand getraut zu fragen. Was auch daran gelegen haben könnte, dass mein Vater sie eh geleugnet hat, sogar wenn sie ihm rausfiel.

@aurora
🙏