Heute präsentierte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ihren Geschäftsbericht 2025. Aufgrund der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank und der OeNB verbuchen Geschäftsbanken Zufallsgewinne in Milliardenhöhe. Währenddessen verzeichnet die Nationalbank das vierte Jahr in Folge ein Minus. 1/
Ein Teil der Übergewinne der Geschäftsbanken entsteht völlig risikofrei und ohne Aufwand aufgrund der Leitzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Seit Juni 2022 hob sie den Einlagenzins wiederholt an, zwischenzeitlich auf 4 Prozent, heute liegt er bei 2 Prozent. 2/
Geschäftsbanken, die Geld bei der Europäischen Zentralbank parken, erhalten damit höhere Zinsauszahlungen. Seit 2022 belaufen sich diese Zins-Subvention auf zusätzliche Zinserträge von rund 8,9 Milliarden Euro. Das schlägt sich in ihren Gewinnen nieder. 3/
Lagen die Gewinne der Geschäftsbanken von 2015 bis 2021 zwischen 3,7 und 6,9 Mrd. Euro, explodieren sie mit der Zinswende. Mit 12,6 Mrd. Euro sind sie in 2023 fast doppelt so hoch wie in vorherigen Rekordjahren. Für 2025 belaufen sie sich allein in den ersten drei Quartalen auf 8,2 Mrd. Euro. 4/
Spiegelbildlich verhält sich das Jahresergebnis der OeNB: Bereits 2022 schrieb sie operative Verluste in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Lediglich durch das Auflösen von Rückstellungen konnte ein Bilanzverlust vermieden werden. 5/
2023 schrieb die OeNB mit einem operativen Verlust von 2,3 Milliarden Euro erstmals rote Zahlen und es kam zu keiner Ausschüttung an die Republik. Ähnlich ist die Situation 2024 mit einem Verlust von 2,2 Milliarden Euro, sowie im vergangenen Jahr mit einem Verlust von 1,4 Milliarden Euro. 6/
Wegen des Verlustgeschäfts der OeNB gibt es das vierte Jahr in Folge keine Dividenden an die Republik Österreich. Die Ausschüttung der Nationalbank fehlt im ohnehin knappen Budget und damit gehen die Krisengewinne der Banken letztlich auf Kosten der Haushalte in Österreich. 7/
Wir empfehlen die Bankenabgabe deutlich zu erhöhen. Wenn die Regierung die Sonderabgabe im nächsten Jahr auslaufen lässt, sinkt die Bankenabgabe wieder um 300 Millionen Euro. Übrig bleibt ein mickriger Beitrag gegenüber dem, was die Banken regelmäßig von der Nationalbank abkassieren. 8/
Nationalbank schreibt rote Zahlen, Geschäftsbanken schreiben Rekordgewinne - Momentum Institut

Am Dienstag präsentiert die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ihren Geschäftsbericht 2025. Aufgrund der Zinspolitik der Europäischen und Oesterreichischen Zentralbank verbuchen heimische Geschäftsbanken Zufallsgewinne in Milliardenhöhe. Währenddessen verzeichnet die Nationalbank das vierte Jahr in Folge ein Minus, wie eine Analyse des Momentum Instituts zeigt. Insbesondere die hohen Zinszahlungen der OeNB an die Geschäftsbanken stürzen die Nationalbank ins Minus. Daher empfiehlt das Momentum Institut die Bankenabgabe zu erhöhen, um diese Zinszahlungen gänzlich abzuschöpfen.

Momentum Institut