Medical Gaslighting: Wenn Symptome nicht ernst genommen werden
Medical Gaslighting: Wenn Symptome nicht ernst genommen werden
Ich hab den Eindruck, dass die lieben Ärzte bei allem was nicht direkt sichtbar ist (Knochenbrüche, Wunden) und nicht mit standard Bluttests gefunden werden kann, auch ziemlich im Dunkeln tippen. Dann kommt’s drauf an wie viel Zeit sie sich nehmen und wie viel Bock sie auf Nachforschen haben. Ansonsten wohl eher die Mentalität Patienten mit Medikamenten gegen die Symptome oder Krankschreibung wegschicken und wenn es was ernstes ist werden sie wohl wieder kommen oder nen Krankenwagen rufen.
Ist aber nur mein Eindruck, ich hab keine Ärzte im Bekanntenkreis.
Was ich second-hand über meinen Schwiegeronkel (Gastroenterologie) mitbekommen habe ist, dass Praxishaltungskosten gestiegen sind. Miete, Gehälter natürlich (wenn man qualifizierte Hilfe halten will muss man auch mit den Lebenshaltungskosten mitziehen), ich meine auch Versicherungen. Die Pauschalen vor allem von Krankenkassen haben da wohl nicht Schritt gehalten. Insbesondere Folgebehandlungen lohnen sich wohl nicht sonderlich.
Entsprechend hast du also insbesondere in unabhängigen Praxen Ärzte, denen selbst der Druck im Nacken sitzt, was die Behandlungsqualität nicht verbessert, und einen (teilweise unbewussten) Drang verursacht, Patienten möglichst schnell abzufertigen. Zeit nehmen geht irgendwann aus der eigenen Kasse.
Privatpatienten geht es da besser - selbst da ist das wohl manchmal nicht mehr so einfach, aber insgesamt aber doch deutlich lukrativer, weshalb selbst moralisch bodenständige Ärzte anfangen, Kassenpatienten abzulehnen: finanzielle Sicherheit ist halt schwer zu ersetzen, und gutes Gewissen zahlt die Miete des gewissenlosen Vermieters nicht.
So betrachtet ist das noch ein Symptom des Doppelschlags aus Miet-Abzocke und Ausschlachtung des öffentlichen Gesundheitswesens. Die werden genauso gnadenlos gefickt wie der Rest von uns. Und das Geficke geben sie weiter - was sollen sie auch sonst tun?
Bzgl. Privatpatienten kann ich aus eigener Erfahrung (war selbst als Kind direkt betroffen und habe Fälle in meinem unmittelbaren Umfeld) berichten, dass da je nach Arzt gerne Behandlungen aufgeschwatzt werden, die vollkommen unnötig sind. Einfach weil die nicht viel Zeit kosten aber für diese Zeit gut Geld bringen. Auch die sind also definitiv nicht so super aufgestellt, wie man vielleicht meinen würde.
Fast so als wäre das System mit Privat und Gesetzlich so wie wir es kennen einfach nur von sich aus miserabel und (mind. teilweise) darauf ausgelegt, dass die Versicherten einfach nur aufeinander neidisch sind, damit man bloß nicht auf die richtigen Missstände schaut…
Bzgl. Privatpatienten kann ich […] berichten, dass da je nach Arzt gerne Behandlungen aufgeschwatzt werden, die vollkommen unnötig sind[, aber] gut Geld bringen.
Das meinte ich mit “ist nicht ganz so einfach”. Da ist auch nicht immer klar, ob das jetzt aus finanziellem Druck heraus geschieht oder aus Eigennutz, was zwar unethisch, aber leider nicht komplett zu verdenken wäre – wenn alle rundum auf den eignen Vorteil raus sind, ist es irgendwann schwer, sich dieser Mentalität zu entziehen.
Fast so als wäre das System […] (mind. teilweise) darauf ausgelegt, dass die Versicherten einfach nur aufeinander neidisch sind, damit man bloß nicht auf die richtigen Missstände schaut…
Stichwort Klassenkampf. Die meisten Ärzte gehören eben nicht zur Oberklasse, auch wenn sie manchmal so dargestellt werden. Klar, mein Onkel hat ein Haus, aber ein Haus allein macht noch nicht reich. Das geerbte Haus seiner Mutter musste er wohl (kurz nach Covid) zügig verkaufen, weil der Lockdown seiner Praxis und den Rücklagen keinen Gefallen getan hat.
Das meinte ich mit “ist nicht ganz so einfach”.
War als Ergänzung dazu aus eigener Erfahrung gedacht. Schadet nichts gewisse Dinge nochmal auf andere Art hervorzuheben.