Hey Internet. Wie denken wir eigentlich über Klassenfahrten?

Ich bin btw. im Zwiespalt. Ehrlich gesagt ist meine Contra-Liste größer. Wie seht ihr das?

@BrummelBrot

Welche Perspektive?
Schüler_in?
#FediLZ?
#fediEltern?

Ich hätte Interesse an deiner Contra-Liste.

Aus Sicht eines Elter von Teenagern muss ich gestehen: Ich freue mich auf eine Woche Ruhe. Ja, ich weiß, nicht gerade der reflektierteste Ansatz.

Grundsätzlich sind KF ungeil, aber #Schule ist in der Pubertät eh kacke.
Das soll kein boomerisches "Da müssen sie durch" werden, aber Klassenfahrten sind jetzt nix, wogegen ich aktiv vorgehen würde (wie gegen Bundesjugendspiele z. B.)

@alexanderondu es war eher allgemein gehalten.

Als Schüler fand ich sie schön aber belastend, da wir eigentlich nicht das Geld dafür hatten. Auch war es für mich als Autist einfach von allem zu viel. Wie es mir ergangen wäre, wäre ich nicht gut in der Klasse integriert gewesen, will ich mir nicht ausmalen. Meine Lehrer waren damals abends oft sogar an- oder gar betrunken.

Den Zwang finde ich problematisch. Es gibt so viele Gründe, weswegen manche Person nicht mit kann/möchte.

@BrummelBrot @alexanderondu Als Lehrer: finanzielle Unterstützung wird genauso mitgedacht wie nötige Rückzugsräume und Ruhephasen. Mobbing ist kein Problem von Klassenfahrten, sondern von Gemeinschaften im Allgemeinen und wird heutzutage aktiv gesehen und bearbeitet. Auch wenn ich Einzelfälle kenne, in denen es besser war, ein Kind zuhause zu lassen, überwiegt ganz klar das soziale Lernen. Sich mit anderen Menschen auseinandersetzen zu müssen und Gemeinschaft zu bilden, ist Aufgabe der Schule.
@alexanderondu Das mit dem Blick auf die Finanzen ist eher die Ausnahme, als die Regel. Wo genau sind diese Rückzugsräume in 8-Personen-Zimmern genau? Oder bei Tagesausflügen? Klar muss ich mich "im echten Leben" auch mit problematischen Meschen umgeben. Aber nicht tagelang und nicht 24h/Tag. Das ist definitiv ein Unterschied. Insb. hat man als Kind keine Chance, sich dem zu entziehen.
@BrummelBrot @alexanderondu Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Du lieber Probleme suchst, als sie zu lösen. Wenn ich ein Kind mit Bedarfen habe, dann werden die Eltern zu BuT beraten, ein Zimmerplan ausgeknobelt, bei dem dieses Kind eben nicht mit sieben anderen zusammen sein muss, dann kann ich das Programm anpassen, Pausen einplanen usw. Die Vorraussetzung ist die Kommunikation mit mir. Ziel: dem Kind soviel zu ermöglichen wie möglich. Lieber Teilhabe-Strategien als Vermeidungsverhalten.
@weirdadmiral @BrummelBrot @alexanderondu auf der Klassenfahrt meines (autistischen) Sohnes (4. Klasse) haben Klassenkameraden nachts eine Flasche Wasser über seinen Bett ausgeleert. Die Integrationslehrkraft, die die Fahrt begleitet hat, sagte zu mir danach nur, dass sie schon mal eine Klasse mit einem Autisten hatte, und da hätten die Eltern mit dem Kind vorher besprochen, dass es nicht mitfährt, und dann sei das für das Kind auch ok gewesen.
@weirdadmiral @BrummelBrot @alexanderondu Also erzähl mir bitte nicht, dass Schulen Mobbing und Integration heutzutage im Griff hätten.
@alexanderondu kommt auch drauf an in welchem Alter. Aber ganz ehrlich tut es vielen wohl mal gut alleine von zuhause wegzukommen.
Und als Papa habe ich das echt gefeiert wenn die Kinder mal nicht da sind.

Aber ganz ehrlich: die Contra Liste würde mich auch mal interessieren. @BrummelBrot

@bjoern @BrummelBrot

Ich muss leider auch gestehen, ich habe ein sehr ambivalentes Verhältnis zum Konzept "Zwang" in der Erziehung entwickelt, mit dem ich noch nicht in Einklang bin. Das will ich eigentlich mal in einem längeren Faden aufschreiben, mal sehen.

Aber bei den Klassenreisen war es schon so, dass ein Schubser aus der Komfortzone notwendig war, es den Kindern dann aber doch ganz gut gefallen hat.

@BrummelBrot Ich bin als #Fedieltern nicht per se gegen KF. Wenn es ein gutes Angebot ist u Lehrkräfte sich Mühe geben, kann das gut sein. Jedenfalls ist das meine Erfahrung mit meinen 4 Teens. Einen Punkt den ich schwierig finde sind die Kosten. Das muss sehr bedacht werden, auch im Bezug auf notwendige Hilfe um diesbezüglich niemand auszuschließen. Ich denke Zwang sollte auch nicht mitspielen. Wenn Personen aus Gründen nicht mit wollen/ können, sollte das ohne wenn u aber akzeptiert werden.
@Aiti genau das. Wenn ich Mobbingopfer bin und da mit muss... Na danke auch. Für mich war als Autistin das Problem, dass ich nie Ruhe hatte. Keine Chance, mich mal ne Stunde aus der Situation zu nehmen. Lehrer waren oft an- oder gar betrunken. Hoffe, das ist heute anders. Die Kosten sind ein riesen Problem. Das haben leider viele nicht auf dem Schirm und will nicht gesehen werden. Die Mär, dass alles übernommen wird, hält sich hartnäckig. Zumal nicht jeder Anspruch hat
@BrummelBrot @Aiti
Die Mär, dass bei Leistungsbezug im SGB II nicht alles übernommen wird, hält sich auch hartnäckig.
Aber mal im Ernst: hier übernimmt das Jobcenter alles, solange die Aufstellung der Schule das her gibt. Was da nicht drauf steht, wird allerdings nicht finanziert. Andere Regelungen dazu gibt das SGB II nicht her. Das müsste also überall gleich sein.
Als Jugendliche hab ich Klassenfahrten als absolute Außenseiterin allerdings gehasst. Ich wär lieber zu Hause geblieben.

@BrummelBrot
Fand das als Schülerin gut und wichtig und finde das auch für meine Kinder so.

(Schade, dass sie heute so viel weniger machen als wir damals aber glaube, das war bei uns auch echt eine Ausnahme mit jährlich…)

@BrummelBrot also ich war früher tendenziell Außenseiter, hatte aber so ne kleine Gruppe anderer Außenseiter um mich (wir waren zu 4.). Ich bin, in meiner Erinnerung, immer gern auf Klassenfahrten gefahren. Ich glaube aber in der schlimmsten Zickenkrieg-Phase gabs keine. Ich meine wir hatten KF nur 5./6., Ende 9. (das war ne Art Lehrfahrt) und Abifahrt. In den anderen Jahren, vorallem 7-8, hatten wir keine.