@Mirabeaulacht @Landkieker @FlippoFlip
Na dann, schnell Beamter werden! Es ist gerade Generationenwechsel im öffentlichen Dienst. Sicher, es muss gespart werden, aber es müssen auch zahlreiche Stellen wiederbesetzt werden.
Überall ist Personalmangel, in der Verwaltung, und dann erst an den Schulen.
Also, wenn man beruflich was für Gesellschaft und Gemeinwohl machen will, nie war ein besserer Zeitpunkt als jetzt.
@alexanderondu
Warum muss denn gespart werden?
Ja, ungünstige Wortwahl meinerseits.
Keine Ahnung, ob gespart werden *muss*
Es wird aber auf jeden Fall gespart werden.
@Crimelady @FlippoFlip Die Rente wird auch komplett versteuert. Früher wurde alles beim Einzahlen in die Rentenkasse versteuert, seit Gerhardt Schröder wird es beim Auszahlen versteuert.
Die Steuern fallen daher aktuell nur für den Teil an, der nicht schon beim Einzahlen versteuert wurde.
Zum einen: Beamtenpensionen ersetzen definitionsgemäß "normale" Rente plus Betriebsrente. Man muss also die Pension mit Rente plus Betriebsrente vergleichen, dann ist es nicht mehr ganz so vorteilhaft (aber in der Regel immer noch mehr).
Als zweites: Ein nicht kleiner Teil der Beamten (Polizei) macht auch einen Job, bei dem man nicht unbedingt bei voller Gesundheit die Altersgrenze erreicht. Wer so eine gefährliche Tätigkeit machen soll, der will auch gut abgesichert werden.
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Aber tatsächlich sind die meisten Beamten schon entweder Büroarbeiter_innen oder Lehrer_innen.
Für erstere ist das Beamtentum einfach günstiger für die Dienstherren, da die Lohnkosten im aktiven Dienst geringer sind. Erst zur Pension werden Beamte teurer als Tarifbeschäftigte (und leider sagen die Finanzminister zu oft "das ist das Problem vom Zukunftsfinanzminister!")
Was die Lehrer_innen betrifft: Die werden hier schon gut versorgt. Trotzdem ist der Job nicht so beliebt.
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@alexanderondu Trotzdem muss jede Rentendebatte auch eine Pensionsdebatte sein. Sonst haben wir ein krasses Gerechtigkeitsproblem.
Es gibt meiner Meinung nach übrigens auch keinen Grund, warum wir nicht solidarisch gute Renten zahlen können- dafür müssen aber Unternehmen gerechter (lies: höher) besteuert werden.
Höhere (und besser durchgesetzte) Unternehmenssteuer (Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer) unterschreib ich jederzeit.
Aber was die Beamtenpensionen betrifft, muss ich tatsächlich mal der CDU zustimmen: Wichtiger ist die Überprüfung, in welchen Fällen das "besondere Treue- und Dienstverhältnis" wirklich notwendig ist, und nur noch in erforderlichen Fällen Verbeamtungen vornehmen. Und nicht, wie es jetzt geschieht, Verbeamtung und Pensionen als "Perk" im Arbeitsmarkt anpreisen.
Aber dann sag mal, was ist denn an den Pensionen unfair? Die Tatsache, dass Beamte aus dem System der Sozialversicherung ausgekoppelt sind? Oder die Höhe? Sollten Pensionäre auf Rentenniveau versorgt wersen, oder Rentener_innemn auf dem Niveau aktueller Pensionär_innen?
Ich bin bei dem Thema etwas zerrissen.
Einerseits steht jeder/m eine Beamtenlaufbahn offen und die Rahmenbedingungen des öffentlichen Dienstes werden sehr transparent dargestellt. Deswegen finde ich etwaige Neiddebatten immer sehr unpassend - es gibt eine freie Berufswahl, und der öffentliche Dienst ist keine Geheimgesellschaft, die nur einer besonderen Kaste offensteht. Und gerade der öD versucht die Anforderungen am einen neutralen, diversen Arbeitgeber zu erfüllen.
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Deswegen finde ich das Ausspielen von arbeitenden Menschen gegen andere arbeitende Menschen nicht zielführend.
Auf der anderen Seite wurde seitens des Staates Schindluder mit dem Beamtenstatus getrieben. Weil Beamte für den Haushalt günstiger sind und Verbeamtung als Highlight auf dem Arbeitsmarkt verkauft wird.
Wichtiger als eine Diskussion um Pensionen wäre es, den Beamtenstatus wieder als das zu nutzen, was er sein sollte: Ein besonderes Verhältnis für besondere Anforderungen.
@alexanderondu Ich habe überhaupt kein Problem mit Beamten an sich oder ausreichend Ahnung, wo der Beamtenstatus sinnvoll ist oder nicht. Mir geht es auch nicht darum, jemandem etwas wegzunehmen. Wir sprechen über unterschiedliche Dinge.
Ich bleibe dabei: die Unterscheidung Renten/Pension ist fundamental ungerecht und gehört abgeschafft. Das könnte auch dazu führen, dass wir Rentendiskussionen anders und gerechter führen.
@FlippoFlip Eine Idee von hohen Pensionen ist auch ein Schutz vor Korruption: Eine verbeamtete Person verliert ihre Pension, wenn er oder sie der Korruption überführt wird.
Ältere kennen noch den Spruch "dafür riskiere ich doch nicht meine Pension!".
Wie gut dieser Mechanismus heute noch funktioniert weiß ich nicht, aber ein Puzzleteil im Kampf gegen Korruption ist das sicher schon noch.