Die Debatte über sexualisierte Gewalt zeichnet sich durch ein Tabu aus: Männlichkeiten. „Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten“ von Raewyn Connell ist inzw. 30 Jahre alt und noch immer aktuell. Ich habe zu Beginn meines Studiums viel gelernt. Mit Kate Manne bekam ich dann neue Perspektiven, vor allem auf die gesellschaftliche Funktion von Misogynie und Himpathy. Vielleicht gibt es ja noch weitere Hinweise.
„…von Männlichkeiten“, Mehrzahl! Es ist eine Erkenntnis des Buchs, dass es mehrere gibt, die sich der hegemonialen unterordnen müssen, was bedeutet: Kampf gegen und um die hegemoniale Männlichkeit und: auch für Männer kann es eine Befreiung bedeuten, sich dieser nicht mehr unterordnen zu müssen. Sich der hegemonialen Männlichkeit unterzuordnen, mitzumachen, bedeutet zugleich immer, eine „patriarchale Dividende“ einstreichen zu können, einfach aufgrund der Tatsache, im Patriarchat als Mann zu gelten. Ich sollte mal wieder ins Buch reinschauen, merke ich gerade.
Zeit, nicht nur über sexualisierte Gewalt, sondern auch über patriarchale Traumata zu sprechen.
@ingo was meinst du eigentlich mit patriarchale Traumata?