Als ich gestern nach Hause kam, wartete dieses Buch auf mich. Die gerade frisch erschienene Anthologie "Tatort Alpen", für die ich einen Kurzkrimi beitragen durfte. Thema meines Textes: #DigitaleGewalt, #KI generierte #Deepfakes und das Gefühl, sich als Frau nicht wehren zu können. 
Man könnte sagen, dass es Zufall ist, dass ich Ende letzten Jahres diesen Text schrieb u heute der Fall um #CollienFernandes hochkocht. Aber vielleicht ist es vielmehr so, dass zahlreiche Frauen schon seit Jahren Erfahrungen mit Digitaler Gewalt machen, dass es viele Frauen gibt, die das schon sehr lange an die Öffentlichkeit zu bringen, Aufmerksamkeit für die erlittene Gewalt aufzuwerfen versuchen, um einen Splitter Gerechtigkeit erfahren zu können, doch immer wieder in luftleere Räume brüllen.
Ganz sicher ist es viel zu oft der Fall, dass Betroffene allein mit dem Schmerz zurückbleiben. Aber ich glaube daran, dass je mehr, je öfter, je lauter wir über diese Form der Gewalt sprechen, schreiben, sie in die Welt schreien, desto mehr doch die Chancen steigen, dass sich das eines Tages ändern kann. 
Sichtbarkeit ist wichtig. Sichtbarkeit ist eine Chance. Doch den Mut und die Öffentlichkeit, die Collien Fernandes hat, haben die meisten anderen Betroffenen nicht, darum ist gerade ihr Fall im Moment so wichtig, darum braucht es ihren Mut, mit diesem schrecklichen Erleben an die Öffentlichkeit zu gehen.
Meine Solidarität gilt ihr und euch, die ihr wisst, wovon sie spricht und allen, die versuchen, im Kleinen wie im Großen, Strukturen zu durchbrechen, zu verändern, Gewalt zu bekämpfen, schreibend, schreiend, singend, demonstrierend, teilend, lesend. 
Digitale Gewalt ist Gewalt.