französisches Kommunalwahlsystem ist ja mal ober wild 🤯

die Liste die bei der zweiten Runde die meisten Stimmen bekommen, stellt den/die Bürgermeistenden und bekommt die Hälfte der Sitze im Gemeinderat -> kann also alles umsetzen. Selbst wenn es mehr als zwei Listen gibt 😱

In Straßburg hat jetzt z.B. die Liste von Catherine Trautmann (Sozialisten - divers Linke) mit 37,5% gewonnen, vor der Liste der amtierenden Bürgermeisterin Jeanne Barseghian (Grüne-La France Insoumise-Kommunisten - divers Linke) mit 31,7% und Jean-Philippe Vetter (Les Républicains - divers Rechte). Aber im Stadtrat wird jetzt die Liste von Trautmann am Ende ~60-70% oder so der Sitze haben. War mir gar nicht so klar, vielleicht ist es deswegen in Frankreich am Ende einfacher, z.B. radikalere Straßenraumumverteilungen umzusetzen, wenn man keine Koalitionen eingehen muss.

Auch spannend: nach französischem Kommunalwahlrecht müssen alle Listen paritätisch besetzen werden, seit dieser Wahl sogar in allen Gemeinden (vorher nur ab 1000 Einwohnern)

(~60-70% weil nach der ersten Hälfte der Sitze für die gewinnende Liste die andere Hälfte proportional aufgeteilt wird, da bekommt die gewinnende Liste also auch nochmal Sitze - 2020 z.B. bekam die Liste Jeanne Barseghian 41,7% der Stimmen und damit 47 von 65 Sitzen, das sind 72,3%)
In Mülhausen zum Beispiel waren 5 Listen in der zweiten Runde, die Gewinnerliste von Frédéric Marquet hat 24% der Stimmen bekommen und erhält so nun 35 der 55 Sitze im Stadtrat, also 63%