Liebe Männer, ich habe eine Frage. Bei fast allen Frauen* in meinem Umfeld ist geschlechtsspezifische, oft sexualisierte Gewalt gerade DAS Thema, sei es durch Pelicot, Epstein, jetzt Ulmen oder eigene Erlebnisse, die durch die "großen" Fälle in einen systemischen Kontext gestellt werden.
Warum äußern sich so wenige Männer dazu? Ist es kein wichtiges Thema? Wisst ihr nicht, was ihr sagen sollt? Wie ihr es sagen sollt?
Das soll keine Anklage sein, sondern aufrichtiges Interesse an euren Gedanken.

@JanaBallweber
So viele Männer schreiben hier, dass sie nichts sagen, weil sie nicht betroffen sind und Betroffene ja mehr zu sowas zu sagen hätten.
Aber fällt euch gar nicht auf, dass zu jeder betroffenen Person mindestens eine gewaltausübende Person gehört? Und das ist in den allermeisten Fällen ein Mann.
Wollt ihr gar nicht darüber reden, wie das kommt? Was da ist an Männlichkeit in unserer Gesellschaft, das Männer zu Tätern werden lässt?
Wer soll denn dazu was zu sagen haben, wenn nicht ihr?
Und jetzt sagt nicht, ihr kennt keine Täter. Dann müsstet ihr nämlich erklären, woher ihr das wissen wollt, und dann merkt ihr, dass ihr das bisher von den Männern in eurem Umfeld gar nicht so genau wissen wolltet, dass ihr wirklich ernsthaft versucht hättet, das zu erfahren.
(Das kann ich easy so unterstellen. Diejenigen, die mit ihren Freunden/Brüdern/Vätern usw. so tiefgehend darüber sprechen, dass Gewaltverhalten wirklich auf den Tisch kommt, sagen nämlich nicht "Ich kenne keine Täter.")

Und sagt nicht "Ich bin aber kein Täter" als Argument, dass ihr deshalb nichts dazu sagen könntet, was das sein könnte, was Männer zu Tätern werden lässt. Doch. Könnt ihr. Das wisst ihr auch, wenn ihr ehrlich seid. Auch Männer, die nicht so heftige Gewalt ausgeübt haben, dass ihr sie Täter nennen würdet, waren und sind mittendrin in all dem, was Männer zu Tätern macht. Zumindest, wenn sie cis sind, von Anfang an, die ganze Zeit. Ihr kennt das. Also redet darüber.
Warum ist es so schwer, darauf zu kommen, dass das die Seite des Themas ist, über das ihr etwas zu sagen haben solltet?

@kleines_z @Nephele @JanaBallweber Da Einzige was ich dazu sagen kann ist, dass die Täter offenbar ein gestörtes Verhältnis zu Sexualität haben und Herrschsucht ein primärer Antrieb ihres Handelns ist, der seit Jahrtausenden mit Gewalt immer und immer wieder durchgesetzt wird. Die Kulissen ändern sich, das Grundprinzip bleibt. (1/2)
Das Recht des Stärkeren welches nicht immer sofort hart sanktioniert und geächtet wird, führt immer zu dominantem Gebaren, das fälschlicherweise für Kultur gehalten wird. Letztlich ist es jedoch eine Skulptur der Verzweiflung verängstigter und gestörter Jungs. (2/2)