Ich probiere zur #BuchMesseZuHause mal etwas Neues aus. Mal sehen, ob es funktioniert.

Hier ist mein Tisch mit meinen Büchern, die, die es schon als Print gibt.

Wenn ihr wollt, stellt euch an den Tisch. Nehmt ein Buch in die Hand (replyet, dass ihr das tut), und ihr bekommt das Foto des Buchs in größer. Schaut rein (replyet, dass ihr das tut) und ihr kriegt Ausschnitte des pdfs.

Schreibt, wenn ihr ein Gespräch mögt, und ich schreibe was zum Buch oder unterhalte mich.

@skalabyrinth Die Haptik der Wände 🤔
Das würde ich gerne näher betrachten.

@Sci_Fi_FanGirl

Ich stehe geduldig, aber einladend daneben. Möchte mich nicht aufdrängen, aber bin für Fragen bereit.

(Zum Glück ist die virtuelle Messehalle angenehm leer und unwuselig.)

@skalabyrinth Die Idee, aus faden Klappentextphrasen eine gute Geschichte zu bauen, finde ich spannend!

(Wie gut, dass diese Messehalle so ruhig ist 😊)

@Sci_Fi_FanGirl

Ich habe diese Eigenschaft, bei der mein Hirn aus "Bücher, die solche Phrasen enthalten, gleich wegstellen" sofort und ein Gegenteil bauen will. Dann schrieb ich den Klappentext und jemand verlangte das Buch dazu.

Kennst du diese Grundschulaufgaben, wo Kinder so 5-6 Wörter kriegen, die bereits eine Geschichte suggerieren, und dann die Augabe ist "schreibe *eine* Geschichte daraus"? Als wollten sie nicht eine ganz bestimmte.
Da habe ich auch immer möglichst andere geschrieben.

@skalabyrinth Fiel es dir schwer, aus dem so entstandenen Klappentext einen Roman zu machen oder kam das dann eher schnell?

Ja, an solche Aufgaben erinnere ich mich vage. In dem Alter schon bewusst etwas unerwartetes zu schreiben, ist sehr cool.

@Sci_Fi_FanGirl Ich glaube, ich mochte damals vor allem nicht diese Scheinheiligkeit der Aufgabe.

Soweit ich mich erinnern kann, fiel mir das relativ leicht. Aber es ist eine ganze Weile her.

Es fiel mir sehr schwer (und ich habe es auch nicht so ganz geschafft), alle Elemente des Klappentexts einzubauen. Die Familiengeheimnisse sind höchstens so eine Randnotitz.

@Sci_Fi_FanGirl Ich erinnere mich vage, dass ich mir damals die Finger fusselig gepostet habe, über so viele Arten queer zu sein. Ace Slut, nicht-binär, Neopronomen, polyamor, so viele Dinge.

Und mir fällt es oft leichter, sowas in Geschichten zu erzählen, weil es da individuell und exemplarisch geht, ohne allgemeine Aussagen wie "so funktioniert Polyamorie" zu treffen. Außerdem kann ich so verschiedene Meinungen/Sichtweisen zeigen, ohne dass ich sage, eine ist die Richtige.

@Sci_Fi_FanGirl Das hat mir genug Stoff zum Schreiben gegeben, der eh schon halb ausformuliert rumlag, den ich mit dem Gerüst des Klappentexts dann in eine Geschichte gegossen habe, die außerdem die Chaos-Subkultur ein wenig zeigt.

@skalabyrinth Ist auf jeden Fall ein interessanter Schreibprozess 🙂

Ich mag den exemplarischen Aspekt bei Geschichten auch sehr. Man kann ja nie die gesamte Lebensrealität einer Gruppe abbilden, aber an einer Geschichte sieht man ein paar mögliche Ausprägungen und das regt zum Nachdenken an.

@Sci_Fi_FanGirl Genau!

Es passt darüber hinaus auch zu meiner Sicht, die meistens nur die Details anguckt und daraus gar nicht so richtig ein Gesamtbild zusammenbaut. Vielleicht ein Mosaik, das an manchen Ecken ein Bild ergibt, aber dann in etwas ganz anderes übergeht.

@skalabyrinth Das mit dem Mosaik trifft es gut! 🙂

@Sci_Fi_FanGirl Ich glaube, das Bild nutze ich jetzt öfter.

Möchtest du noch etwas über das Buch wissen? Oder über ein anderes?

@skalabyrinth Über "Wenn es nicht passiert" wüsste ich gerne mehr.

@Sci_Fi_FanGirl

Es ist ein Einzelroman, der in meinem #SolarPunk-Universum spielt, über zwei Personen, die beide auf verschiedene Art autistisch und asexuell sind und sich ineinander verlieben.

Ich könnte eine Menge dazu erzählen, wie zum Beispiel, unter welchen Umständen ich das geschrieben habe oder woher die Idee kommt. Oder etwas zum Universum.

Interessiert dich etwas bestimmtes?

@skalabyrinth Zur Idee und den Umständen gerne mehr 🙂

Romanzen sind nicht so mein favorisiertes Genre, aber die Geschichte hat eine schöne Basis.

@Sci_Fi_FanGirl

Eine autistische aseuxelle Person in meinem damaligen Schreibumfeld hat mal einen Post verfasst darüber, dass in queeren Büchern meistens asexuelle Figuren immer noch anders queer sind, zB lesbisch. Und dass das Gefühl vermittelt, asexuell wäre nicht queer genug. Und jemand sollte mal eine Romanze schreiben, in der das anders ist.

Das fand ich auch, deshalb habe ich das gemacht.

Für mich kommt es bei Romantik sehr drauf an. Ich selbst bin irgendwo auf dem aro-Spektrum.

>

@Sci_Fi_FanGirl

Ich bin kein von wiederkehrenden Dingen wie Eifersucht und schlechte Kommunikation darüber und so weiter. Oder der festen Idee, wie Romantik auszusehen hat.

Aber das nur am Rande, darum ging es nicht.

Geschrieben habe ich das Buch während einer psychosomatischen ReHa, die sehr schlecht auf mich zugeschnitten war. Ich hatte damals außerdem sehr starke Dissoziationen, die meinen Alltag bestimmt haben. Ich habe beim Schreiben teils 3 Sätze weiter nicht mehr gewusst, >

@Sci_Fi_FanGirl

> was ich davor geschrieben habe. Das hat das Schreiben erschwert. Eigentlich wollte ich meine Roman-Reihe #MyrieZange (wo Romantik zwar irgendwie vorkommt, aber wenn, eher ein Randthema ist) im selben Universum weiterschreiben, aber die Handlung in der Reihe ist komplexer und das hat mein zerfasertes Hirn nicht hingekriegt.

"Wenn es nicht passiert" ergibt dafür, dass ich so zerfleddert war, erstaunlich viel Sinn. Ich habe Marim teils die gleichen Denkprobleme geschenkt.

>

@Sci_Fi_FanGirl

Aber es ist eben auch in der Handlung kein so komplexes Buch. Es war in dem Buch überwiegend ausreichend, im Moment zu bleiben und nicht ans vorher oder nachher zu denken.

4/4 (wenn ich richtig gezählt habe.)

@Sci_Fi_FanGirl (Sagt dir Dissoziationen was? Soll ich dazu kurz was erklären?)
@skalabyrinth Ich finde es cool, dass du so interessante Schreibanlässe nutzt. Und das Schreiben als Unterstützung nutze ich auch gerne.