Erinnerst du dich an den ersten feministischen Moment in deinem Leben? Wem verdankst du ihn?
(Boosten und auch kurze Antworten sind willkommen, danke!)
Erinnerst du dich an den ersten feministischen Moment in deinem Leben? Wem verdankst du ihn?
(Boosten und auch kurze Antworten sind willkommen, danke!)
@der_zaunfink
Meiner ersten großen Liebe.
Als wir auf einem Konzert ankamen, sagte ein Bekannter: "Du bist also die Freundin von ClipHead?"
Sie: "Ne, ich bin Nadine. Ich bin ein Individuum."
Als junge Frau habe ich gedacht, Feminismus „bräuchte“ es nicht mehr. Daran war vor allem die Alice-Schwarzer-Variante von „pornNo“ beteiligt, die ich abschreckend fand. Aber ich war auch mit einer sehr starken Mutter bedacht, die ihren Weg gegen Widerstände gegangen ist, viel gemacht hat, was in den 50er/60ern nicht typisch war für Frauen. Hat einen Segelflugschein gemacht. Hat mehr Geld verdient als Selbständige als mein Vater. Mich alleine durchgebracht, nachdem er gestorben war.
Ich habe erst ungefähr ab Studium verstanden, dass nicht alles gut ist mit sexistischen Arschloch-Profs. (Bin deshalb auch mal aus einer Vorlesung geflogen im „Öffentlichen Recht“, weil ich da Sexismus laut kommentiert habe.)
Dann kam sehr viel später die Piratenpartei, bei der auch offensichtlich war, dass post-gender halt auch Quatsch war.
#Feminismus #Patriarchat
Meine Ex hat mich mit dem feministischen Kampf vertraut gemacht. Als ich sie das erste Mal sah, war sie grad in Trennung von ihrem damaligen Macker. Sie platzte in diese Männerrunde mit Kriegsbemalung aus ihrem eigenen Menstruationsblut. Eine Offenbarung! 🤯🙏🫶
Eher war es eine von vielen Schlüsselmomenten begleitete, allmähliche Entwicklung. Mutter benötigte noch die Erlaubnis meines Vaters, arbeiten gehen zu dürfen. Autofahren war Frauen zwar nicht verboten, aber es war massiv verpönt. Das wurde in unserem für damalige Verhältnisse relativ progressiven Haushalt als Ungerechtigkeiten vermittelt. Erst die Reform des Ehe- und Familienrechts 1977 änderte beides.
Beobachtung von Alltagssexismen. Auf Mutter und ihre Bibliothek (Beauvoir, Woolf) folgten entweder lange Diskussionen über Mitscherlich, Trömel-Plötz und Artikel der - damals sehr relevanten - EMMA mit meiner ersten Partnerin. Oder deren Entschluss, mir zu vertrauen. Ihre Erzählungen erschütterten meine Welt nachhaltig; danach war nichts mehr wie zuvor. Eigenes Rollenbild und -verständnis inklusive.
Meiner alleinerziehenden Mutter, meinem Kinderladen und Kindermusik aus den 70ern: z.B. LP "Mensch Mädchen" vom Grips-Theater: "Mädchen lasst euch nichts erzählen!", "Wer sagt, dass Mädchen dümmer sind?" und "Trau dich".
Hab mit so 13 mein Zimmer mit meiner Stiefmutter umgebaut. Da kamen dann immer Scherze. Mein vater hat sich immer als handwerklich weniger begabt erklärt.
Warum das immer so ein Thema war, nicht kapiert.... Aber naja. Sei 13, erzähl vom neuen Zimmer in der Schule oder Ähnlichem. 🙃 StiefMUTTER und DU????? (Bin weiblich ..)
Männer fand ich schon lange davor ekelig. Ob da bewusste Gedanken zu Ungerechtigkeit waren, weiss ich nicht mehr.
(Meine Stiefmutter hat irgendwann aufgegeben, sie bekocht seit Jahren meinen Vater und trägt ihm den Arsch hinterher... Tja.)
@ana_krchdrfr Mir ging es umgekehrt, aber für eine Lockerung der Geschlechtertrennung gab es bei uns keine Verbündeten. Zumindest habe ich keine gesehen. 😔
Danke dir für's Teilen!
„Ich bin keine Torte, ich bin auch keine Butze."
Das war die ärgerliche Antwort einer jungen Hamburgerin in den frühen 70ern, die ich bis heute nicht vergessen habe.
(Nicht an mich gerichtet.)