Können wir einfach alle gemeinsam Arschlochverhalten uncool machen?
Ich meine, was für eine wunderbare Welt ist da draußen, wir könnten es so schön miteinander haben.
Können wir einfach alle gemeinsam Arschlochverhalten uncool machen?
Ich meine, was für eine wunderbare Welt ist da draußen, wir könnten es so schön miteinander haben.
Die Schwierigkeit ist, dass jede Person "Arschlochverhalten" individuell definiert; meist ist damit in erster Linie das Verhalten anderer gemeint.
Oder, um mit Simone Elkeles zu reden: "Opinions are like assholes. Everybody's got one, but they think each other's stink."
Beim letzten stimme ich aus vollem Herzen zu. Die Kirschen beginnen hier gerade zu blühen ...
Ich denke auch, dass wir vielleicht in Detailfragen unterschiedlicher Meinung sein können, was Arschlochigkeit ist. Das grobe Ganze hat allerdings schon sehr viel Überlapp.
Wenn wir mit dem Groben anfangen, uns ordentlich zu verhalten, können wir die Details auch mit mehr Wohlwollen aushandeln.
Das sind beides ganz wunderbare Antworten, finde ich. Meine fasse ich zusammen. @moeria, mit der Definition kann ich sehr viel anfangen: einverstanden.
Was mir dabei - nicht an dieser Stelle, sondern generell - oft fehlt, ist die Bereitschaft zur Berücksichtigung von Zusammenhängen und Hintergründen. Freundlichkeit ist eine Kernvoraussetzung, ja. Nur ist es niemand möglich, immer zu allen Menschen freundlich zu sein, und nicht immer ist das auch sinnvoll. Arschlochverhalten, um bei dem Wort zu bleiben, ist m. E. bei den allermeisten Menschen kein prägender Charakterzug, sondern situativ bedingt.
Kritik daran ist selbstredend berechtigt und sollte geübt werden.
Oft beobachte ich allerdings, besonders online, dass es sehr eindimensional betrachtet wird. Menschen werden aufgrund singulärer Vorkommnisse pauschal abgeurteilt und direkt in fixe Schubladen gepresst. D. h., es mangelt an einem prinzipiell wohlwollenden Entgegenkommen auf der anderen Seite. Stattdessen wird das Gegenüber direkt als Feind eingestuft, und Eskalationen sind vorprogrammiert.
Die Fragestellung an sich selbst (oder den anderen) unterbleibt quasi: "Da verhält sich jemand wie ein Arschloch - aber warum? Was ist das Motiv?"
Ja, es ist oft hilfreich darauf zu schauen, welche Absichten jemand hat, was dieser Mensch für sich sicherstellen will oder auch muss.
Gleichzeitig möchte ich die im Blick behalten, die vom Arschlochverhalten betroffen sind.
Also ich widerspreche dir nicht grundsätzlich, ich sehe allerdings manchmal eine Tendenz, dass sich mehr damit befasst wird, was Täter zu ihrer Tat veranlasst hat und weniger mit den Auswirkungen auf die Betroffenen.
Da hätte ich gerne eine Balance.
Völlige Zustimmung! Und ich finde deinen Einwand richtig und sehr wichtig an dieser Stelle.
Genau das meinte ich damit nicht: Täterschutz. Verklausuliert bzw. implizit war es in "Zusammenhängen" enthalten - es ist klar, dass Grenzen berührendes Verhalten kritisch ist und grenzüberschreitendes nicht toleriert werden darf, von Gewalt gar nicht erst zu reden.
Balance. Ja, das trifft es.
(Ich hatte überlegt, es noch anzufügen, fand meine Antwort aber bereits zu lang.)