Fälle von Beziehungsgewalt sind inzwischen zu oft passiert, als dass ich noch ernsthaft darüber schockiert sein könnte.
Das ist allerdings nicht nur was, was in den Medien steht, worüber Zeitungen berichten, sondern was, was für viele von uns leider Alltag ist.
So was passiert rein statistisch jeden Tag um uns herum und wenn wir nicht selbst betroffen sind (Glückwunsch, ich hoffe sehr für dich, dass du da nie durch musst!), dann ist es unsere beste Freundin, Schwester, Kommilitonin, Arbeitskollegin. Manchmal wissen wir es, ganz oft aber auch nicht.
Nehmt das Thema, vor allem um euch herum, bitte ernst. Zu Betroffenen existieren auch Täter. Das kann dein bester Kumpel (aber der ist doch lieb!), ein Promi (der kann jede haben und hat das doch bestimmt nicht nötig!) oder n entfernter Bekannter (der hat meinen Drucker repariert, der ist korrekt) sein, hypothetisch gesprochen, um die Nähe zum eigenen Alltag zu verdeutlichen.

Wir sind nicht wütend genug

Damit das nicht falsch verstanden wird, ich fühle sehr mit Collien Fernandes, habe Bewunderung für diesen Kraftakt und gratuliere ihr aus tiefsten Herzen, so einen Mann aus ihrem Leben entfernt zu haben. Es ist nur grausam, was passiert ist, was es dafür gebraucht hat und gleichzeitig ist da ein gewisses Verständnis und Verbundenheit. Ich hätte lieber deutlich angenehmere Gründe, mich mit anderen Frauen verbunden zu fühlen als dass so viele von uns mindestens die Ansätze von dem kennen, was zu dieser Gewalt geführt hat