Das Anti-Autokratie-Handbuch: Ein Leitfaden für Forschende zum Umgang mit erodierenden Demokratien
Translated from the English original: the Anti-Autocracy HandbookDas Anti-Autokratie-Handbuch ist ein Aufruf zum Handeln, zur Resilienz und zur kollektiven Verteidigung von Demokratie, Wahrheit und akademischer Freiheit angesichts des zunehmenden Autoritarismus. Es soll Wissenschaftler*innen, die sich weltweit - aber insbesondere in den USA - mit erodierenden Demokratien und Autokratisierung konfrontiert sehen, als Leitfaden dienen. Zu diesem Zweck wird dargelegt, wie Autokratien oft einem gemeinsamen Drehbuch folgen, das sich um die „3 Ps“ dreht: Populismus, Polarisierung und Post-Wahrheit. Die Machthaber präsentieren sich als Stimme „des Volkes“ gegen „korrupte Eliten“, schüren gesellschaftliche Spaltungen und untergraben Fakten, um sich ihrer Verantwortung zu entziehen. Dies führt zu einer Reihe von Gefahren für die Wissenschaft, darunter Zensur, Einschränkungen bei der Finanzierung und Forschungszusammenarbeit bis hin zu Gewalt. Die Trump-Regierung dient als aktuelles Beispiel mit einer Politik, die die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit einschränkt, Forschungszuschüsse streicht und Studien zu Themen wie öffentliche Gesundheit, Klimawandel und Minderheiten unterdrückt. Da offene Forschung und Meinungsvielfalt für Wissenschaft und Hochschulen von zentraler Bedeutung sind – Eigenschaften, die im Widerspruch zu autoritärer Kontrolle stehen –, gehören Hochschulen oft zu den ersten Zielen von Autokraten. Um Wissenschaftler*innen zu helfen, sich gegen autoritäre Entwicklungen zu wehren, werden in dem Handbuch sowohl historische als auch aktuelle Methoden aufgezeigt, mit denen Wissenschaftler*innen, ihr institutionelles Umfeld und ihre Forschung angegriffen werden. Das Handbuch enthält auch einen Aktionsrahmen, der sich nach dem persönlichen Risikoniveau richtet – gering, moderat, hoch oder extrem hoch. Dieser soll Wissenschaftler*innen helfen, über ihr eigenes Risiko nachzudenken und entsprechend gezielte Maßnahmen zu ergreifen. Das Handbuch befasst sich mit Instrumenten zur Verbesserung der digitalen Sicherheit und betont die Bedeutung einer kontinuierlichen Dokumentation, der Sicherung gefährdeter Daten und der Einrichtung verteilter Archive als Schutz vor Löschung. Außerdem werden Wissenschaftler*innen dazu aufgerufen, ihre Geschichten – öffentlich oder anonym – zu erzählen, um andere zu inspirieren, Rechenschaftspflicht zu wahren und historische Aufzeichnungen zu bewahren. Begleitend zum Handbuch gibt es ein dynamisches Wiki, das kontinuierlich neue Entwicklungen einbezieht und über weltweite Aktivitäten von Wissenschaftler*innen berichtet, die sich gegen Autoritarismus wehren und die demokratischen Grundlagen für freie Forschung schützen wollen.