Ümit Eroglu

Eine 13-jährige Schülerin erstellt ein Instagram-Profil.
Sie postet über ihren ersten Schultag, die Schulkantine und dass sie ihren letzten Milchzahn verloren hat.

Ein paar Wochen später:
5.000 Freundschaftsanfragen.
6.700 Follower.
Fast ausschließlich erwachsene Männer.

Die größten Gruppen: Nigeria, Ghana, Dominikanische Republik.

Die Reaktion von Meta?
Eine Einladung, den Account zu monetarisieren.

Der entscheidende Punkt:
Das Mädchen existierte gar nicht.

Der Account wurde vom Attorney General des US-Bundesstaats New Mexico erstellt... als Undercover-Experiment.

Die Ermittler wollten wissen, was passiert, wenn sich ein angeblich minderjähriges Mädchen auf Metas Plattform anmeldet.

Und sie dokumentierten systematisch, was der Algorithmus ausliefert.

Jetzt steht Meta deshalb vor Gericht.

Der Fall ist juristisch besonders interessant, weil er eine zentrale Schutzmauer der Tech-Plattformen angreift: Section 230.

Bisher konnten sich Plattformen darauf berufen, nur „Host“ für Inhalte zu sein und nicht für das Verhalten der Nutzer zu haften.

New Mexico argumentiert anders.

Nicht der Content sei das Problem.
Sondern das Produktdesign.

Der Staat wirft Meta vor:

– Algorithmen würden systematisch Kontakte ermöglichen, die Minderjährige gefährden
– Sicherheitsversprechen würden öffentlich kommuniziert, intern aber nicht eingehalten
– Plattformmechaniken würden problematische Interaktionen sogar verstärken

Der Beweisansatz ist neu.

https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7438112864395091968/

Eine 13-jährige Schülerin erstellt ein Instagram-Profil. Sie postet über ihren ersten Schultag, die Schulkantine und dass sie ihren letzten Milchzahn verloren hat. Ein paar Wochen später: 5.000… | Ümit Eroglu | 299 comments

Eine 13-jährige Schülerin erstellt ein Instagram-Profil. Sie postet über ihren ersten Schultag, die Schulkantine und dass sie ihren letzten Milchzahn verloren hat. Ein paar Wochen später: 5.000 Freundschaftsanfragen. 6.700 Follower. Fast ausschließlich erwachsene Männer. Die größten Gruppen: Nigeria, Ghana, Dominikanische Republik. Die Reaktion von Meta? Eine Einladung, den Account zu monetarisieren. Der entscheidende Punkt: Das Mädchen existierte gar nicht. Der Account wurde vom Attorney General des US-Bundesstaats New Mexico erstellt... als Undercover-Experiment. Die Ermittler wollten wissen, was passiert, wenn sich ein angeblich minderjähriges Mädchen auf Metas Plattform anmeldet. Und sie dokumentierten systematisch, was der Algorithmus ausliefert. Jetzt steht Meta deshalb vor Gericht. Der Fall ist juristisch besonders interessant, weil er eine zentrale Schutzmauer der Tech-Plattformen angreift: Section 230. Bisher konnten sich Plattformen darauf berufen, nur „Host“ für Inhalte zu sein und nicht für das Verhalten der Nutzer zu haften. New Mexico argumentiert anders. Nicht der Content sei das Problem. Sondern das Produktdesign. Der Staat wirft Meta vor: – Algorithmen würden systematisch Kontakte ermöglichen, die Minderjährige gefährden – Sicherheitsversprechen würden öffentlich kommuniziert, intern aber nicht eingehalten – Plattformmechaniken würden problematische Interaktionen sogar verstärken Der Beweisansatz ist ebenfalls neu. Die Ermittler analysieren nicht interne Dokumente oder nachträgliche Statistiken. Sie haben live dokumentiert, was die Plattform einem angeblich minderjährigen Account tatsächlich ausspielt. Das Verfahren könnte enorme Auswirkungen haben. Wenn Gerichte anfangen, Plattformdesign statt Inhalte zu regulieren, verändert das die gesamte Haftungslogik der sozialen Netzwerke. Dann geht es nicht mehr nur darum, was Nutzer posten. Sondern darum, wie Plattformen Verhalten systematisch erzeugen. Im Product Design auch als Dark Patterns bezeichnet. Und genau dort liegt die eigentliche Macht moderner Plattformen. Nicht im Content. Sondern im Design der Systeme, die entscheiden, was wir sehen, wen wir treffen und wie sich Netzwerke bilden. Der Fall New Mexico vs. Meta könnte deshalb einer der wichtigsten Tech-Prozesse der nächsten Jahre werden. REPOST: der Post ist viral gegangen und wurde von LinkedIn wegen angeblicher Fake News gesperrt. Ich teile gerne meine Quelle in den Kommentaren. Also hier nochmal. | 299 comments on LinkedIn

LinkedIn

@ChristianApl
Gibt es dazu Berichte auf relevanten Nachrichtenportalen? Eine kurze Suchmaschinen-Recherche im deutschsprachigen Raum hat nichts zu Tage gefördert.

*Update*
@hannes99 ist fündig geworden. Danke!!
👉 https://mastodon.social/@hannes99/116255969935024147

@alex @ChristianApl Praktisch jede Ausländische Zeitung berichtet darüber. Sei es Boulevardzeitungen wie New York Times oder aber auch BBC, Fox, CNN usw. deutsche Medien kann man inzwischen leider komplett in die Tonne werfen. <.<
@unnon89 @ChristianApl
Hast du Links?
Attorney General Raúl Torrez Files Lawsuit Against Meta Platforms and Mark Zuckerberg to Protect Children from Sexual Abuse and Human Trafficking  - New Mexico Department of Justice

Santa Fe, NM – Today, Attorney General Raúl Torrez filed a lawsuit against Meta Platforms, Inc., Chief Executive Officer Mark Zuckerberg, and the company’s wholly-owned subsidiaries — including Instagram, LLC and Facebook Holdings, LLC — to protect children from sexual abuse, online solicitation, and human trafficking.

@unnon89 @ChristianApl
Puh, scheint mir eine wahre Begebenheit zu sein. Danke!
Jedoch ist das nicht mal halbwegs eine aktuelle Meldung, sondern von 2023. 🙈

@alex @ChristianApl Was erstmal nichts heißt, gerade bei Klagen gegen (große) Konzerne dauerts gern mal 5-10 Jahre bis da irgendwas passiert, wenn überhaupt.

Beispielweise läuft bei uns ja auch gerade ne Sammelklage gegen Meta wo man auch direkt schreibt das mit Ergebnissen erst um 2030 zu rechnen ist. <.<

@unnon89 @ChristianApl
Schon richtig. Dennoch, wo liegt jetzt die Aktualität drin? Steht eine Entscheidung bevor? Ist im Verfahren etwas Wegweisendes passiert? Warum sollte ich dem jetzt meine Aufmerksamkeit wittmen?
@alex Ka obs nur mir so geht, aber dein Post klingt mal extrem herablassend und arrogant. Wenns dich nicht interessiert, dann scrolle halt weiter.
@ponygol
Das tut mir Leid. So sollte es nicht rüber kommen.
Meine Frage ist einfach, woher die Aktualität nun kommt? Warum taucht das Thema gerade jetzt auf? Inhaltlich und politisch ist das in meinen Augen enorm wichtig. Daher möchte ich ihm ggf. auch Wert geben. Dafür brauche ich aber Hintergrund. Und der fehlt mir hier momentan grundlegend.
Aber du hast Recht. Ich könnte mich da jetzt auch weiter hinter klemmen.
Danke für deine ehrliche Rückmeldung.
New Mexico – Klage gegen Meta: Werden Kinder ausreichend geschützt? - mimikama.org

Eine US-Klage wirft Meta vor, strukturelle Risiken für Minderjährige nicht wirksam zu verhindern und problematische Inhalte sogar zu verstärken.

Mimikama