#Grüns haben zwei Superkräfte: 1. Milieus verbinden und 2. Randthemen in den Mainstream bringen („Klammer und Schuhlöffel“).

Dass sie sich im Übrigen in unterschiedlichen Teilen der Republik unterschiedlich anfühlen, hat viel damit zu tun, von welcher dominanten Strömung dort historisch Gewalt gegen die grüne Basis ausgeübt wurde. Grüns wuchsen an ihren Gegnern. Deshalb fühlen sich mE Grüns in BY und BW sehr unterschiedlich an, obwohl die Länder eher ähnlich sind.

Dies alles qualifiziert eher nicht selbstverständlich zur Volkspartei.

Die Frage, vor der Grüns stehen, ist, ob es die Zeiten erfordern, dass man sehr, sehr breite Milieus repräsentiert. Insbesondere, weil die SPD verschwindet bzw. irrelevant ist.

Für beide Wege gibt es gute Argumente. Ein Angebot für 2/3 der Gesellschaft zu entwerfen (zumal einheitlich im ganzen Bundesgebiet) hat erhebliches, disruptives Potenzial.

Ich denke, ohne eine verbindende Vision wird das jedenfalls eher nicht gehen.

@AwetTesfaiesus Die grundlegende Vision, die Partei des Green New Deals zu sein (soziale Reform der Wirtschaft nach ökologischen Prinzipien) ist sehr mächtig.
Vieles der grünen Historie (Friedensbewegung, Bündnis 90,…) bleibt dabei aber außen vor oder muss zumindest neu gedacht werden.
@axeln @AwetTesfaiesus
Gut, dass das politische Konzept des #GreenNewDeal genannt wird. Ich würde einen GND als gesamtgesellschaftliches Projekt gegen Klima-/Umweltkrise und größer werdende soziale Ungleichheit sehen. Unterstützer müssten zivilgesellschaftliche Organisationen, Gewerkschaften und Parteien sein. Es wäre das Politikangebot für die soziale+ökologische Transformation und könnte, getragen von mehreren Parteien (Grüne, SPD, Linke) auch parlamentarisch mehrheitsfähig werden.
@ReinerTrometer @AwetTesfaiesus Es ist so offensichtlich „richtig“, mit Unterstützern bis hin zu vdL, dass es mir unerklärlich ist, warum das nicht umgesetzt wird. Die Ampelkoalition zum Beispiel war der ideale Motor, wenn die FDP ihrem Programm (und nicht Döpfner) gefolgt wäre (ja, auch in der SPD gibt es Gas-Genossen).
@axeln @AwetTesfaiesus Weil 'vdL' erwähnt: Mit 'Green New Deal' meine ich nicht den von ihr initiierten Green Deal der EU. An diesem wird kritisiert, dass ihm die soziale 'Komponente' fehlt. Ich dachte an die von Naomi Klein und Anne Pettifor beschriebenen Konzepte und die konkreten Ausarbeitungen von AOC für die USA, DiEM25 für die EU und Bussemer & Kipping für Deutschland. Es liegt Einiges vor, das auch parteiübergreifend im Sinne der sozial+ökologischen Transformation anschlussfähig ist.
@ReinerTrometer @AwetTesfaiesus Das genau um diese Ausgestaltung dann gerungen werden muss, ist denke ich klar und Teil des demokratischen Prozesses.
Von der aktuellen Regierung werden ja aber schon wieder die Grundannahmen in Frage gestellt.
@axeln @AwetTesfaiesus
OK, die gegenwärtige Bundesregierung: Es ist ein Elend.😐 Es haben aber halt nur etwa 37 Prozent bei der letzten Wahl die Parteien links der Mitte gewählt. Dieser Wert für SPD, Grüne und Linke zusammen ist seither stabil in allen Umfragen. Es stellt sich die Frage, woran das liegt. Fehlt es an einer überzeugenden fortschrittlichen Programmatik oder das Narrativ dazu oder das Personal, etwa eine AOC. Vielleicht sollten 'wir' darüber nachdenken um mehrheitsfähig zu werden.

@ReinerTrometer @axeln

Achso, die SPD ist "links der Mitte"?

@AwetTesfaiesus
Ja, auf der Links-rechts-Skala, die von 1=sehr links bis 10=sehr rechts reicht, erhalten SPD und Grüne einen ähnlichen Skalenwert von 3,x. Der Mittelwert für die Linke liegt bei 2. Der Unterschied zwischen Grünen und SPD zeigt sich auf der Progressiv-konservativ-Skala. Die SPD wird im Parteiensystem zwischen den in sozio-ökonomischen Fragen linkeren Linken und den gesellschaftspolitisch progressiveren Grünen verortet. Ist ein Problem für die Partei.
@axeln